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US-Börsenaufsichtsbehörde verpflichtet Rohstoffkonzerne zu Transparenz. Die Top-Themen des Tages


Aug 24th, 2012 3:00 PM UTC
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Die Top-Themen des Tages:

  1. US-Börsenaufsichtsbehörde verpflichtet Rohstoffkonzerne zu Transparenz
  2. Nationale und regionale Getreidespeicher als Lösung der Nahrungsmittelpreiskrise?
  3. Welthungerhilfe über Biosprit und das Verteilungsproblem

1. US-Börsenaufsichtsbehörde verpflichtet Rohstoffkonzerne zu Transparenz

Einige Medien, wie die Süddeutsche Zeitung, die Berliner Zeitung, die Frankfurter Rundschau und der Focus, berichten von einer gestern verabschiedeten Durchführungsbestimmung eines US-Gesetzes, wonach die US-Börsenaufsicht SEC alle an US-Börsen gelisteten Firmen, die Öl, Gas oder Mineralien fördern, ihre Zahlungen an Regierungen offen legen müssen. Ab Oktober 2013 müssen solche Unternehmen Zahlungsströme, wie Steuern oder Gebühren, aus Rohstoffgeschäften ab 100.000 Dollar veröffentlichen. Ausnahmeregelungen gäbe es nicht. Das neue Gesetz solle vor allem Menschen in Entwicklungsländern dienen, damit diese ihre Regierungen zur Rechenschaft ziehen könnten. Somit könnten sie Regierungen auffordern, z.B. mehr in Bildung oder Krankenfürsorge zu investieren. Bisher gäbe es so viel Offenheit bloß auf freiwilliger Basis im Rahmen der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI). Korrupte Regierungen hätten daran aber nicht teilgenommen. Durch das US-Gesetz habe man nun mehr Druckmittel um eine ähnliche Regelung in der EU einzuführen. Die EU-Kommission habe bereits einen solchen Vorschlag gemacht. Diesen habe die Bundesregierung jedoch versucht abzuschwächen damit Zahlungen lediglich nach Ländern aufgeführt würden anstatt nach einzelnen Projekten. Die Entwicklungsorganisation ONE freute sich und bezeichnete das Gesetzt als „historischen Durchbruch“. ONE-Mitgründer Bono kommentierte: „Transparenz ist die beste Impfung gegen Korruption.“

2. Nationale und regionale Getreidespeicher als Lösung der Nahrungsmittelpreiskrise?

Larry W. Smith berichtet gestern Nachmittag in der Financial Times Deutschland inwiefern Getreidesilos eine weitere Ernährungskrise vorbeugen könnten. Leere Getreidesilos seien ein Grund für die Welternährungskrise 2007/08 gewesen. Seitdem hätten private und staatliche Puffer zwar zugenommen aber die G20 Staaten hätten wenig für einen gemeinsamen Aktionsplan getan. Eine globale Getreidereserve wäre zu komplex, zu interventionistisch und zu teuer. In 2008 wurden in Afrika und Asien die Preisexplosionen durch staatliche Subventionen verhindert. Zudem hätten 35 Länder „strategische Speicher“ geöffnet, um Druck aus dem Markt zu nehmen. Analysten der bisherigen Preiskrisen würden Hungerkandidaten zum nationalen und regionalen Horten raten. Äthiopien und Malawi hätten ihre Silos bereits ausgebaut. Die G20 würden außerdem ein Pilotprojekt der Staatengruppe Ecowas in Westafrika unterstützen. 17 Länder würden an einem Plan für vier regionale Getreidebanken arbeiten: In Ghana, Mali, dem Senegal und Burkina Faso. Diese könnten zunächst 200.000 Tonnen Mais, Reis und Hirse vorhalten, teils virtuell als Einkaufsrechte. Ecowas wolle das Projekt mit Startkosten von 45 Millionen Dollar in Eigenregie aufrüsten.

3. Welthungerhilfe über Biosprit und das Verteilungsproblem

Die Stuttgarter Zeitung veröffentlicht heute ein Interview mit der Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann. Frau Dieckmann sagte, sie würde zwar die Debatte über E10 begrüßen, sei aber der Meinung, dass diese zu einseitig geführt werde. „Wenn Biosprit in Deutschland morgen abgeschafft wird, leidet deshalb nicht ein Mensch weniger Hunger in Afrika“, so Dieckmann. Biosprit sei nur ein Faktor von vielen in der Hungerbekämpfung. Die Hauptaufgabe läge darin, in die Landwirtschaft der Entwicklungsländer zu investieren, damit sich die Menschen langfristig selber versorgen könnten. Hunger sei immer noch ein Armutsproblem, nicht ein Versorgungsproblem. 930 Millionen Menschen würden hungern obwohl in der Welt genügend Nahrungsmitteln produziert würden. „Dieses Verteilungsproblem ist ein Skandal“, so Dieckmann.

TAGS: Afrika, Burkina Faso, ECOWAS, Entwicklungszusammenarbeit, Ernährung, EU, G20, Ghana, Handel, Landwirtschaft, Mali, Regierungsführung, Rohstoffe, Senegal, Transparenz, USA, Was wir lesen, Welthungerhilfe

 

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