Jul 26th, 2012 4:08 PM UTC
By ONE Deutschland
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Die Top Nachrichten des Tages:
1. Spätfolgen der Sklaverei noch heute zu sehen
Jan Guldner berichtet heute im Handelsblatt über eine Studie des Massachusetts Institute of Technology, die zu dem Ergebnis kommt, dass Länder die im 16. bis 19. Jahrhundert von Sklaverei betroffen waren, noch immer unter den Spätfolgen dieser Ära leiden. Eine Forschergruppe um den Ökonomen Daron Acemoglu habe 200 Regionen in Kolumbien untersucht und herausgefunden, dass in den Gebieten, wo 1843 afrikanische Sklaven in Goldminen arbeiten mussten, heute die Armutsrate um 23 Prozent höher sei als in anderen Regionen. Laut Studien über die Zeit der Sklaverei in den USA könne ein Grund für diese Schäden die fehlende Innovationskraft sein. So würden Menschen, die zur Arbeit gezwungen werden, keinen Aufstiegswillen oder Erfindergeist entwickeln. Der Harvard-Ökonom Nathan Nunn untersuchte außerdem die Auswirkungen des Menschenhandels auf die Herkunftsländer. Laut Nunn würden die afrikanischen Länder, aus denen die meisten Sklaven verschleppt wurden, heute zu den Ärmsten gehören. Er vermutet, das gesellschaftliche Chaos, welches die Kolonialherren in den Staaten hinterließen, könne dafür verantwortlich sein. Sklavenhändler hätten Bürgerkriege und Konflikte angestachelt, wodurch ethnische Zersplitterung entstanden sei, welche viele Länder bis heute lähme.
2. Krebs-Medikament könnte HI-Viren ausmerzen
Viele Zeitungen, darunter die Welt, die Zeit und der Tagesspiegel, berichten heute von der Entdeckung, dass ein Krebs-Medikament mit dem Wirkstoff Vorinostat sogenannte HIV-infizierte ‚Schläferzellen‘ aktivieren könne. Damit sind Zellen gemeint, die das HIV-Erbgut enthalten, aber keine Viren herstellen. Solche Zellen könnten, anders als Zellen in denen sich das Virus vermehrt, bei einer antiretroviralen Therapie (ART) nicht aufgespürt werden. Somit seien ART Patienten zwar vorübergehend geschützt vor dem Ausbruch von Aids aber nicht geheilt. Sobald ein Patient die ART absetzte, würden die befallenen Zellen auf Hochtouren Viren produzieren. Laut Forschern um David Margolis von der Universität von North Carolina habe Vorinostat jedoch das Potential, HIV-Infektionen in Zukunft vollständig zu beseitigen, so der Tagesspiegel. Bei einer Studie hätten sich elf Probanden das Krebsmedikament direkt verabreichen lassen. „Bei allen sei die Genexpression des HIV-Erbmaterials um das Anderthalbfache bis Zehnfache angestiegen“, schrieben die Forscher (Welt). Dadurch seien die Schläferzellen für Medikamente sichtbar und möglicherweise auch angreifbar.
3. Vereinte Nationen legen Entwurf für globales Handelsabkommen vor
Mehrere Zeitungen, wie die Welt und die Frankfurter Rundschau, berichteten gestern, dass die Vereinten Nationen (VN) sich nach dreiwöchigen Verhandlungen auf einen Entwurf verständigt hätten, um den internationalen Waffenhandel zu begrenzen. Der „Arms Trade Treaty“ solle den Handel mit konventionellen Waffen regulieren und einschränken. Der Entwurf wurde jedoch von Menschenrechtsorganisationen kritisiert. Er sei zu schwach um seine humanitären Ziele zu erreichen. So würde der Text zum Beispiel den Handel mit Munition nicht einschließen und sei voller „Zweideutigkeiten und Schlupflöcher“, so die Frankfurter Rundschau. Zudem würde das Abkommen den Ländern erlauben, alle Waffenlieferungen fortzusetzen, zu denen sie sich vor dem Abkommen verpflichtet hätten. Dies würde bedeuten, dass Russland dem syrischen Regime weiterhin Waffen und Munition verkaufen dürfe, so die Welt. Die VN-Mitglieder hätten noch bis Freitag Zeit um einen endgültigen Entwurf vorzulegen. Der Vertrag müsse von allen 193 VN-Mitgliedstaaten unterstützt werden.
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