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Melinda Gates muss ihre Verhütungs-Kampagne vor der Kirche rechtfertigen. Die Top Nachrichten des Tages


Jul 10th, 2012 4:10 PM UTC
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Die Top Nachrichten des Tages:

  1. Melinda Gates muss ihre Verhütungs-Kampagne vor der Kirche rechtfertigen
  2. Kontroversen über die neue Führung der AU
  3. Ute Koczy fordert von der GIZ klare Ausrichtung

1. Melinda Gates muss ihre Verhütungs-Kampagne vor der Kirche rechtfertigen

Christina Berndt schreibt heute in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel über ein Programm der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, welches Frauen in armen Regionen der Welt Zugang zu Verhütungsmittel verschaffen soll. Die vier Milliarden Dollar Kampagne wird am Mittwoch bei dem Familienplanungsgipfel in London verabschiedet. Das Ziel: 120 Millionen Frauen weltweit bis zum Jahr 2020 über Empfängnisverhütung aufzuklären und mit Kontrazeptiva zu versorgen. Melinda Gates, die sich selber als Katholikin bezeichnet, werde für ihr Vorhaben von der katholischen Kirche jedoch verabscheut. In katholischen Internet-Blogs würde ihr der wahre Glaube abgesprochen und ihre Kampagne als ein „himmelschreiende Attacke auf die katholische Sexualmoral“ bezeichnet. Gates erwiderte in einem Interview mit dem CNN: „Wir werden uns nicht in allem einig sein, aber das ist okay“. Für Melinda Gates sei diese Kampagne eine Herzensangelegenheit die sie sich zum Lebenswerk gemacht habe. „Es war schwierig sich gegen die Lehre der Kirche zu entscheiden. Aber es war moralisch nötig“, sagte Gates.

2. Kontroversen über die neue Führung der AU

Bereits gestern Nachmittag  berichteten viele Medien, sowie die Welt, neues deutschland, domradio.de oder das greenpeace magazine, über den gestrigen Auftakt des achttägigen AU-Gipfel in Addis Abeba. Eigentlich sollten die Förderung des afrikanischen Handels und die Schaffung einer kontinentalen Freihandelszone im Mittelpunkt stehen. Der AU-Gipfel werde aber von verschiedenen Krisenherden überschattet. Zudem solle über die Besetzung des einflussreichsten AU-Posten, den des Kommissionschefs, entschieden werden. Die beiden Favoriten seien der Amtsinhaber Jean Ping (Gabun) und die südafrikanische Innenministerin, Nkosazana Dlamini-Zuma. Bei der Wahl im Januar erhielt Ping zwar mehr Stimmen, konnte aber selbst nach drei Wahlgängen nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit erlangen. Somit wurde die Wahl vertagt. Wie das domradio.de schrieb, befürchten französischsprachige und kleinere afrikanische Staaten, dass die Wirtschaftsmacht Südafrika, durch einen Sieg zu viel Gewicht bekommen könne. neues deutschland berichtete über eine ungeschriebene Regel, nach der große AU-Länder wie Südafrika den Chefposten gar nicht ergreifen sollten. Außerdem sorgten politische Spannungen zwischen Nigeria und Südafrika für Konfrontationen. Sollte sich keiner der Kandidaten durchsetzen, würde die Organisation selber in eine Krise stürzen, so neues deutschland.

3. Ute Koczy fordert von der GIZ klare Ausrichtung

Ann Kathrin Sost berichtete gestern in dem Evangelischen Pressedienst (epd), dass die Entwicklungsexpertin der Grünen, Ute Koczy, eine öffentliche und politische Debatte über die Ziele der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fordere. In ihren Augen überschätze sich die GIZ mit dem Vorhaben, die ‚Weltmarktführerschaft‘ zu übernehmen. Statt den Weltmarkt führen zu wollen, solle die GIZ dazu beitragen, die Probleme der Welt zu lösen. Es gelte die Frage zu beantworten, ob es der GIZ um eine menschenrechtsbasierte, soziale und ökologisch fundierte Entwicklungspolitik gehe oder vor allem um Außenwirtschaftsförderung, sagte sie dem epd. Von der neuen Vorstandsvorsitzenden Tanja Gönner erwarte Koczy, dass sie die Chance nutze, um neue Reformen anzugehen. Da aber durch den Einfluss von Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP), fast alle wichtigen GIZ-Posten mit FDP-Politikern besetzt wurden, sei Koczy äußerte skeptisch über mögliche Veränderungen.

TAGS: Afrika, Afrikanische Union, Bill Gates, Bündnis 90 / Die Grünen, Frauen, Gabun, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Gesundheit von Müttern und Kindern, Nigeria, SPD, Südafrika, Was wir lesen

 

  1. Daniel Oterosays: Dec 18th, 2012 11:38 AM EST

    18.12.2012 at 11:38

    Fr. Koczy hat recht mit ihrer Forderung von der Vorstandsvorsitzenden Tanja Gönner eine klarere Ausrichtung der GIZ einzufordern, die sich nicht nur an wirtschaftlichen Interessen ausrichtet, welche sich dann wiederum nur an einer scheinheiligen und in nichts mit der reelen Situation in Verbindung zu bringenden kirchlichen Moral begründet.

    Tiefen Respekt für Fr. Gates, welche sich ungeachtet des enormen Drucks, der ihr seitens der katholischen Kirche droht, bzw. schon ausgeübt wird, sich nicht aus der Fassung bringen lässt und ihren Beitrag zu einer prophylaktischen Zukunftsentwicklung zu leisten versucht.

    Ich hoffe Herr Niebel wird seinen Kollegen, ganz im Sinne seiner wirtschaftsliberalen Ausrichtung ähnlich Verbindendes weitergeben können und auf effizientere Wirtschaftsentwicklungen setzen, die einen wirklichen Beitrag zur Förderung von Gesundheits- und Wirtschaftsinteressen leisten können, anstatt nur den Ökonomen und finanzgierigen Kapitalanlegern, gleich welcher Konfession, in derem falschen Glauben zu folgen und der Anfrage von Fr. Koczy aufmersames Gehör schenken.

    Danke.

  2. Daniel Oterosays: Dec 18th, 2012 11:47 AM EST

    18.12.2012 at 11:47

    Wie sollte man denn sonst das schwerwiegende Problem von Hunger und Krankheit lösen, als zuvor Sorge zu tragen, daß nicht weiteres zu Leid verurteiltes Leben in die Welt gerät ?

    Dem natürlichen Wunsch und Drange zu überleben und sich wenigstens in seinem Nachwuchs zu erhalten, ist nur dem Menschen, als vernunftbegabtes Wesen, gegeben, Einhalt zu gebieten.

    Nur sollte dieser (der Mensch) dann auch so vernünftig sein dürfen, nicht länger mehr einem widersinnig verleiteitem Fehlglauben folge leisten zu sollen, welcher selbst noch keine Entwicklungsansätze aufzuzeigen gewußt hat, um diesen Problemen in angemessener Weise zu begegnen.

    Die Obersten der katholischen Kirche scheinen in dieser Hinsicht nicht in der Lage sich aus dem Knoten ihrer Widersprüche herauswinden zu können, ohne einzusehen das ihre balsamsvollen Worte schon längst keine lindernde Wirkung mehr besitzen.

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