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1,4 Millionen Jugendliche sterben jährlich durch Armut, Gewalt und Hunger. Die Zeitungsschau


Apr 26th, 2012 3:34 PM UTC
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Die Themen des Tages:

  1. 1,4 Millionen Jugendliche sterben jährlich durch Armut, Gewalt und Hunger
  2. Schuldspruch im Fall des liberianischen Kriegsverbrechers Taylor
  3. Malaria unausrottbar, aber kontrollierbar?
  4. EU-Wirtschaftsausschuss unterstützt breite Anwendung einer Finanztransaktionssteuer
  5. Merkel fordert stärkere Regulierung von Rohstoffderivaten

1. 1,4 Millionen Jugendliche sterben jährlich durch Armut, Gewalt und Hunger

Die internationale Entwicklungszusammenarbeit habe  in der Vergangenheit „höchst erfolgreich“ gegen Kindersterblichkeit und für Grundschulausbildung gekämpft, jedoch kamen Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren „stets zu kurz“, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Artikel bezieht sich auf einen neu veröffentlichten Bericht des Kinderhilfswerks UNICEF zur Lage von Jugendlichen weltweit. Demnach gebe es seit der Erklärung der Millenniumsentwicklungsziele 2000 „messbar bessere Aussichten“ für Neugeborene das fünfte Lebensjahr zu erreichen und später eine Grundschule besuchen zu können. Doch nur wenige der seit 1990 geborenen Kinder schaffen es auf eine weiterführende Schule und seien erheblich von frühen Schwangerschaften, Gewalt oder Arbeitslosigkeit betroffen. Wie es in einem Spiegel-Bericht heißt, sterben jährlich etwa 1,4 Millionen Jugendliche an den Folgen von frühen Geburten, Hunger und AIDS. Das Kinderhilfswerk fordere deshalb mehr Investitionen in Bildung und den Schutz von Jugendlichen.

2. Schuldspruch im Fall des liberianischen Kriegsverbrechers Taylor

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über den Schuldspruch für den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Charles Taylor, der als Präsident Liberias in den neunziger Jahren maßgeblich am Bürgerkrieg Sierra Leones beteiligt gewesen sein soll. Dort habe Taylor die Rebellen der Revolutionary United Front unterstützt und im Gegenzug Zugang zu den Diamantenfeldern des westafrikanischen Landes erhalten. Er sei der erste afrikanische Staatschef, der sich vor den Richtern am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten musste. Das Besondere am Verfahren gegen Taylor sei die Tatsache, dass eine ganze Nation brutalisiert worden sei, so der britische Strafverteidiger Courtenay Griffiths. Laut Frankfurter Allgemeine Zeitung ist Taylor nun nach einem fünfjährigen Prozess als erstes früheres Staatsoberhaupt seit den Nürnberger Prozessen von einem internationalen Tribunal wegen Kriegsverbrechen für schuldig befunden worden.

3. Malaria unausrottbar, aber kontrollierbar?

Im weltweiten Kampf gegen Malaria stellte es bisher eine besondere Herausforderung dar, wirksame Medikamente auch in den entlegenen Regionen Sub-Sahara Afrikas und Südostasiens zu verteilen. Wie DIE ZEIT berichtet, bereite sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt auch darauf vor, dass der bisherige Wirkstoff Artemisinin bald gegen den gefährlichen Malaria-Erreger resistent sei. Bei der Entwicklung neuer Impfstoffe bestimmen nun Privatförderer, u.a. die Bill&Melinda Gates Stiftung, die Richtung der Malaria-Forschung. Ob sich die Malaria trotz Investitionen in die Impfstoffentwicklung ausrotten lasse, bezweifelt der Potsdamer Forscher Peter Seeberger. „Aber wir werden sie besser kontrollieren können“, so Seeberger.

4. EU-Wirtschaftsausschuss unterstützt breite Anwendung einer Finanztransaktionssteuer

Laut Handelsblatt habe sich der Wirtschaftsausschuss im EU-Parlament mit großer Mehrheit für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ausgesprochen. Diese Steuer solle aber einen breiteren Anwendungsbereich finden als in einem Vorschlag der EU-Kommission vom September letzten Jahres empfohlen. Demnach soll die Steuer auf Finanzgeschäfte auch auf Transaktionen außerhalb der Europäischen Union gelten. Zudem plädierten die Abgeordneten dafür, eine entsprechende Steuer auch ohne Beteiligung aller 27 EU-Mitgliedstaaten einzuführen. Eine Abstimmung im Plenum des europäischen Parlamentes werde für Ende Mai erwartet.

5. Merkel fordert stärkere Regulierung von Rohstoffderivaten

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, setzte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine stärkere Zusammenarbeit von Politik und Unternehmen ein, um zukünftig eine sichere Rohstoffversorgung Deutschlands zu gewährleisten. Bei einem Rohstoffkongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin erklärte die Kanzlerin, dass Rohstoffmärkte mittlerweile eine politische und strategische Bedeutung haben. So bestehe die Sorge, dass zahlreiche Schwellenländer den Abbau und Export ihrer Rohstoffe immer stärker kontrollieren wollen. Laut einem Handelsblatt-Bericht erklärte Merkel mit Blick auf den kommenden G20-Gipfel, dass vor allem die Transparenz bei außerbörslichen Derivaten international erhöht werden müsse.

TAGS: Afrika, Angela Merkel, Bildung, Bill und Melinda Gates Stiftung, EU, Gesundheit von Kindern, Liberia, Malaria, ONE, Rohstoffe, Was wir lesen

 

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