Fotoalbum und Jahresrückblick: Was uns von 2013 in Erinnerung bleiben wird

Bei ONE schauen wir fast immer nach vorne. Nach der Kampagne ist vor der Kampagne. Ich weiß, für diese Aussage müsste ich jetzt eigentlich eine Strafzahlung ans Phrasenschwein leisten, aber so ist es nun mal. Denn selbst wenn eine Kampagne erfolgreich abgeschlossen ist, bleibt fast jeder Erfolg vorläufig. Wir erreichen immer nur Etappenziele, lange ausruhen ist nicht.

Dennoch nehmen wir uns heute die Zeit, auf das Jahr 2013 und unsere Kampagne zur Bundestagswahl “Ich schaue hin!” zurückzublicken und uns bei euch für eure Unterstützung zu bedanken. Klickt euch hier oder auf Facebook durch unser Fotoalbum und lasst das Jahr Revue passieren. Ihr werdet sehen: 2013 war ein Wahnsinnsjahr, und ihr habt es dazu gemacht.

Kandidaten im Fokus: “Ich schaue hin!” bis zur Bundestagswahl

Ihr habt uns geholfen, das Thema Entwicklungszusammenarbeit vor der Bundestagswahl und darüber hinaus sichtbar zu machen. Durch eure Unterschriften, Augenfotos, E-Mails, Tweets und unzählige weitere Aktionen habt ihr gezeigt, dass ihr genau hinschaut, welche Kandidaten vor der Wahl den “Artikel ONE” unterzeichnen und damit erklärten, dass sie sich im Fall ihrer Wahl gegen extreme Armut stark machen würden. Bei circa 2000 Kandidaten haben wir vor der Wahl diesen Kandidatencheck gemacht, circa 950 davon konnten wir als Unterstützer gewinnen.

Zusätzlich waren wir im ganzen Land auf Wahlkampfverstaltungen präsent, um auch dort hinzuschauen und mit unserem Anliegen sichtbar zu sein. Von Beginn an haben uns auch viele prominente Persönlichkeiten und Partner unterstützt, wie dieses Video über unsere Kampagne bis zum Wahltag zeigt.

Absolute Mehrheit im neuen Bundestag 

Dann war der 22. September. Wahltag. Abwarten. Durchschnaufen. Aber nur kurz – denn wir analysierten gleich, welche Kandidaten es in den Bundestag geschafft hatten und welche davon zuvor den Artikel ONE unterzeichnet hatten. Siehe da: Die absolute Mehrheit im neuen Bundestag hatte sich zum Artikel ONE bekannt. Eine gute Basis, die wir nutzen wollten, um auch im Koalitionsvertrag starke Ziele im Kampf gegen Armut zu verankern. Während die Parteien noch sondierten schickten wir deshalb allen neuen Bundestagsabgeordneten eine Postkarte, mit der wir sie über die absolute Mehrheit informierten.

Eine Große Koalition gegen extreme Armut? 

Mitte Oktober begannen schließlich die Arbeit am Koalitionsvertrag. ONE war bei den Koalitionsverhandlungen vor Ort, wann immer sich die “Große Runde” oder die für Entwicklung zuständige Arbeitsgruppe traf. Nicht am Verhandlungstisch, sondern vor den jeweiligen Verhandlungsorten. Das zog sich bis Mitte November, die Temperaturen fielen, aber zum Glück sind wir keine Schönwetteraktivisten.

Parallel warben wir mit Hilfe unserer Jugendbotschafter auch beim SPD-Parteitag, beim Deutschlandtag der Jungen Union und beim CSU-Parteitag für ehrgeizige Ziele im Kampf gegen extreme Armut. Wir verschickten Torten an die Verhandlungsführer. Wir bekamen Schützenhilfe vom Künstler Olafur Eliasson und Bill Gates, die den Artikel ONE öffentlich unterzeichneten. Weitere bekannte Persönlichkeiten schrieben Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Horst Seehofer einen offenen Brief, in dem sie um konkrete Zusagen im Koalitionsvertrag baten.

Und auf den allerletzten Metern aktivierten wir nochmal unseren Joker: Euch! Hunderte ONE-Unterstützer schickten E-Mails und Tweets an die Parteizentralen von CDU, CSU und SPD und baten ebenfalls um konkrete Aussagen im Koalitionsvertrag und um zusätzliche Investitionen in Entwicklung von einer Milliarde Euro pro Jahr.

Was hat’s gebracht? Der Koalitionsvertrag in der Analyse 

Als der Koalitionsvertrag fertig war, haben wir uns den natürlich genau angeschaut. Tobias Kahler, Direktor von ONE Deutschland, bewerte die Passagen zu Entwicklung vorsichtig optimistisch:

“Ich bin erleichtert, dass Entwicklungspolitik in die ‘Prioritären Maßnahmen’ des Koalitionsvertrags aufgenommen wurde. Das freut mich, denn es zeigt, dass unsere Arbeit der letzten Monate nicht umsonst war und die Koalitionäre erkannt haben, dass Entwicklungspolitik wichtig ist. Im Vertrag heißt es jetzt, die künftige Bundesregierung wolle zwei Milliarden Euro für Entwicklungszusammenarbeit in den nächsten vier Jahren zusätzlich ausgeben, um ‘Deutschland auf einem Finanzierungspfad zu 0,7% führen’. Das hört sich gut an, aber vorwärts laufen heißt: Strecke machen, dem Ziel näher kommen  – und das wird Deutschland mit 200 Millionen im Jahr zusätzlich nicht. Wirtschaftswachstum und Inflation werden die Erhöhungen ‘auffressen’. Das heißt: Mit den vorgesehenen Mitteln bleibt die Bundesregierung stehen – bei knapp 0,4 %.”

Ein guter Anfang also, aber nicht ausreichend. Auch deshalb fordert er im Namen von ONE die GroKo auf, “einige Schrauben noch einmal nachzustellen”. Dafür werden wir uns in 2014 einsetzen.

Der neue Entwicklungsminister heißt Gerd Müller 

Als feststeht, dass auch die SPD-Basis dem Koalitionsvertrag zustimmt, werden die neuen Minister bekannt gegeben. Es war viel spekuliert worden, alle möglichen Namen kursierten in Berlin. Wir hatten schon einige Tage zuvor erfahren, dass das Entwicklungsministerium mit hoher Wahrscheinlichkeit an die CSU gehen wird.

Aber ganz ehrlich: Gerd Müller hatten wir nicht auf dem Zettel. Doch der Blick auf seinen bisherigen Werdegang stimmt uns zuversichtlich, schließlich bringt er viel Erfahrung im Bereich der Welternährung mit. Eine gute Basis, denn mehr Investitionen in die Landwirtschaft armer Länder sind dringend notwendig. Seit seiner Ernennung sprach er mit großem Enthusiasmus von seiner neuen Aufgabe als Entwicklungsminister. Auch das lässt uns hoffen.

Weiter geht’s: Weichenstellungen für 2015 

ONE wird den neuen Entwicklungsminister, die neue Bundesregierung und natürlich auch die Abgeordneten im Bundestag immer wieder an Deutschlands Verantwortung im Kampf gegen extreme Armut erinnern – und daran dass tatsächlich die Chance besteht, die extreme Armut zu besiegen.

Deutschland muss in den kommenden Jahren mehr denn je ein international verlässlicher Entwicklungspartner sein, nicht zuletzt da Deutschland im Jahr 2015 den G8-Vorsitz innehat. Dies ist zugleich das Jahr, bis zu dem die Welt die Millenniumentwicklungsentwicklungsziele erreicht haben wollte. Somit steht 2015 eine wichtige Bestandsaufnahme an, bei der die Augen der Welt auf Deutschland gerichtet sein werden. Die neue Bundesregierung hat jetzt die Chance, die Weichen richtig zu stellen.

Obwohl unsere Kampagne “Ich schaue hin!” jetzt vorbei ist, halten wir die Augen auch 2014 offen. Für den Moment bleibt mir nur stellvertretend für das gesamte ONE-Team Danke zu sagen für all euer Engagement und eure Ausdauer. Dafür, dass ihr immer wieder über euren Tellerrand hinaus schaut und eure Stimmen erhebt. Jeder  von euch, der auch nur ein kleines Bisschen mitgeholfen hat, hat zu diesem Ergebnis beigetragen.

Wir melden uns im Jahr 2014 wieder. Falls ihr noch nicht auf unserem Verteiler steht, tragt euch fix ein, um auf dem Laufenden zu bleiben. Und wenn ihr uns eine Freude machen wollt, hinterlasst uns unten einen Kommentar und lasst uns wissen, wie ihr das ausklingende Jahr in Erinnerung behaltet.

- Alicia Blázquez -