Sep 10th, 2012 6:05 PM UTC
By ONE Deutschland
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Die Top-Themen des Tages:
1. Millennium-Entwicklungsziele weit entfernt
Wie die Heilbronner Stimme berichtet, sehen die Aussichten, die Millennium-Entwicklungsziele zu erreichen, schlecht aus. Man sei weit von dem Ziel entfernt, die Zahl der Hungernden zu reduzieren. Die Zwischenbilanz drei Jahre vor der gesetzten Frist in 2015 würde ergeben, dass heute etwa 125 Millionen Menschen mehr als unversorgt gelten würden als noch im Jahr 2000. Marita Wiggerthale, Agrar-Expertin bei Oxfam, befürchtet, dass noch in diesem Jahr die Eine-Milliarde-Marke überschritten werde. Grund für den steigenden Hunger seien die Missernten in den USA und Osteuropa. Die meisten armen Länder seien auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Laut der früheren Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul würde jeder Prozentpunkt, um den die Getreidepreise steigen, zu 16 Millionen Hungernden zusätzlich führen. Gerade weil mit Preisanstiegen gerechnet werde, würden sich Spekulanten auf die Märkte stürzen. Laut Wiggerthale hätten sich die Termingeschäfte an der Rohstoffbörse von Juni bis Mitte Juli verdreifacht. Andreas Winkler von Foodwatch hatte während der Lebensmittelkrise 2008 errechnet, dass Spekulationen die Preise für Weizen, Mais und Soja um bis zu 15 Prozent hochtreiben würden.
2. Anhaltende Aufstände in Südafrika
Die Süddeutsche Zeitung und die Badische Zeitung berichteten übers Wochenende von den anhaltenden Protesten der Minenarbeiter in Südafrika. Tony Healy, Experte für südafrikanisches Arbeitsrecht sagte: „ Das könnte der Anfang eines Frühlings der Bergarbeiter sein“ (Süddeutsche Zeitung). Konfliktpunkte seien nicht nur die unbefriedigenden Löhne sondern auch das verlorene Vertrauen in die Bergbaugewerkschaft NUM, der enge Kontakte mit der Regierungspartei ANC nachgesagt werden. Davon würde die militante Gewerkschaft AMCU profitieren. Von den Streiks seien nicht nur die Platinminen, wie Lonmin, sondern mittlerweile auch der Goldsektor betroffen. Vergangene Woche hätten 12.000 Arbeiter bei Gold Fields ihre Arbeit niedergelegt. Die Goldminen Betreiber würden allerdings ihren Angestellten Unterkünfte stellen. Somit dürfte die Unzufriedenheit geringer ausfallen als bei den Platinminen Arbeitern, so die Badische Zeitung. Die Goldbranche gelte als krisenfester, aber steigende Produktionskosten würden ihr auch zu schaffen machen. Unter noch mehr Druck stünden jedoch die Platinproduzenten. Im Juni sei der Verkauf um sechs Prozent zurückgegangen und Lonmin sitze auf 100 Millionen Euro Schulden, schreibt die Badische Zeitung. Würde der Konzern den Forderungen der Kumpel entgegenkommen, würde das 30 Millionen Dollar zusätzlich kosten und möglicherweise in dem Abbau von 40.000 Arbeitsplätzen resultieren.
3. Bundesregierung weigert sich den Völkermord an die Herero und Nama anzuerkennen
Gitta Düperthal berichtet in der Tageszeitung junge Welt, dass die Partei Die Linke die namibische Forderung nach Wiedergutmachung des Völkermordes an Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 unterstützt. Die Partei fordere von der Bundesregierung, sich für die Verbrechen der deutschen kaiserlichen Truppen in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, zu entschuldigen und Reparationsleistungen zu zahlen. Im Gespräch mit Niema Movassat, der für die Linke im Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Bundestags sitzt, führt dieser aus, dass sich die Regierung bislang nicht für den Völkermord entschuldigt habe. Laut der Wochenzeitung Jungle World bestreitet die Bundesregierung, dass die Ereignisse zwischen 1904 und 1908 ein Völkermord seien. „Deutschland hat keinen Völkermord an Herero und Nama begangen“, habe die Bundesregierung Ende August in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei mitgeteilt. Laut Movassat hätten die Völker der Herero und Nama durch die Massenmorde stark unter dem Verlust von Vieh und Land gelitten. Heute seien sie noch immer von Entwicklungsrückständen und Armut betroffen.
+++ Südafrikanische Staaten könnten sich im Ostkongo einmischen +++
TAGS: Afrika, Deutschland, Die Linke, Entwicklungszusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Millennium-Entwicklungsziele (MDGs), Namibia, Oxfam, Rohstoffe, Schulden, Südafrika, USA, Was wir lesen
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