Aug 27th, 2012 4:56 PM UTC
By ONE Deutschland
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Die Top-Themen des Tages:
1. Ölkonzerne beklagen Nachteile durch neues Transparenz Gesetz
Viele Medien, darunter die FAZ, Spiegel online und das Handelsblatt, berichteten am Wochenende über Amerikas Ölkonzerne, welche verärgert sind über die am letzten Mittwoch beschlossene Regelung der New Yorker Börsenaufsicht (SEC), welche die Konzerne dazu verpflichtet, jegliche Zahlungen an Regierungen offenzulegen. Das Gesetz trete in Kraft, zwei Jahre nach der Finanzmarktreform (Dodd-Frank-Act) dessen Abschnitt 1504 sich mit der Rohstoffindustrie befasse. Der Branchenverband American Petroleum Institute kritisiere die Verabschiedung von Abschnitt 1504 durch die SEC: „Dieser einseitige Ansatz zur Enthüllung von Umsätzen wird der amerikanischen Wirtschaft schaden. Amerikanische Unternehmen könnten Geschäft verlieren, und Arbeitsplätze in Amerika werden womöglich nicht geschaffen“, sagte John Felmy, der Chefvolkswirt des Verbandes (FAZ). Der Verband befürchte zudem, dass für Länder, die vermeiden wollen, dass ihre Zahlungen an die Öffentlichkeit gelangen, die neue Regel ein Entscheidungskriterium sein könne. Zudem würden sich die Konzerne sorgen, dass ausländische Konkurrenten einen zu tiefen Einblick in vertrauliche Informationen bekämen und dieses Wissen beim Kampf um Aufträge ausnutzen könnten, so das Handelsblatt. Spiegel Online sieht mit der Verabschiedung der Regelung durch die SEC nun auch die Bundesregierung unter Druck, ihre Blockade aufzugeben.
2. Die Entwicklungsökonomin Esther Duflo
Das Handelsblatt berichtet über die heutige Veröffentlichung der deutschen Fassung des Buches ‚Poor Economics‘ der Entwicklungsökonomin Esther Duflo. Duflo sei Professorin für Entwicklungsökonomie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und eine der international einflussreichsten Ökonominnen der Welt. Zusammen mit ihrem MIT-Kollegen Abhijit Banerjee habe sie durch ihre wissenschaftliche Methode die Armutsforschung revolutioniert. Ähnlich wie in der Medizin würde Duflo Experimente mit Kontrollgruppen durchführen, in denen sie die Effekte von Wirtschaftspolitik mit sogenannten ‚randomized trials‘ teste. Insgesamt 345 randomisierte Studien hätten die Forscher des MIT-Forschungszentrums bislang erstellt und dabei beispielsweise herausgefunden, dass in Afrika Wurmkuren das beste Mittel seien, um den Schulbesuch zu fördern. Einige Forscher würden Duflos Ansatz kritisieren, weil sie Menschen zu Versuchskaninchen mache und kulturelle Unterschiede nicht ausreichend berücksichtige. Jedoch sei es unumstritten, dass Duflo die Qualität von Hilfsprojekten verbessere, so das Handelsblatt.
3. Aigners Haltung zur Nahrungsmittelkrise
Einige Zeitungen, wie Focus online, berichteten am Wochenende, das Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) bestreite, dass die gestiegenen Getreidepreise eine starke Auswirkung auf Nahrungsmittelpreise hätten. „Getreide selbst macht im Schnitt nur rund vier Prozent des Brotpreises aus“, so Aigner. Die steigenden Kosten für Öl, Gas und Löhne würden stärker ins Gewicht fallen als Rohstoffpreise. Aigner rechne mit einer weiter angespannten Lage auf den internationalen Agrarmärkten. Die Nachfrage bleibe hoch während die Lagerbestände niedrig seien. Die Auswirkungen für fast eine Milliarde hungernde Menschen in Entwicklungsländern bilde den Schwerpunkt ihrer Gespräche in Brasilien und Argentinien in der kommenden Woche. „Es gibt nach wie vor ausreichend Nahrung für alle Menschen“, so die Ministerin. Für sie sei Hunger ein Armuts- und Verteilungsproblem. Es sei wichtig, Agrarrohstoffe stärker dort anzubauen, wo sie benötigt würden. Die Bundesregierung würde Investitionen für mehr Produktivität der Landwirtschaft in Entwicklungsländern unterstützen. Zudem sei mehr Transparenz auf den Terminbörsen für Agrarrohstoffe nötig.
TAGS: Afrika, CDU/CSU, Deutschland, Entwicklungszusammenarbeit, Handel, Intelligente Hilfe, Landwirtschaft, Regierungsführung, Rohstoffe, USA, Was wir lesen, Wirksamkeit
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