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Was wird aus Äthiopien? Die Top-Themen des Tages


Aug 22nd, 2012 4:04 PM UTC
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Die Top-Themen des Tages:

  1. Was wird aus Äthiopien?
  2. Bundesregierung verspricht weitere 5,7 Millionen Euro für die Sahelzone
  3. Das Geschäft mit dem Ackerland

1. Was wird aus Äthiopien?

Einige Zeitungen, wie der Tagesspiegel und die taz, kommentieren den gestern bekannt gewordenen Tod des äthiopischen Regierungschef Meles Zenawi. Laut Dagmar Dehmer und Wolfgang Drechsler vom Tagesspiegel, galt Meles für den Westen als ein Garant von Stabilität, der einen langen und insgesamt erfolgreichen Kampf gegen die Armut in seinem Land führte. Er sei der Liebling der Geberländer gewesen, welche jährlich fast vier Milliarden Dollar in Äthiopien gepumpt hätten. Meles sei aber auch autoritär gegen politische Gegner vorgegangen und habe bei Hilfsprojekten und Organisationen, die er nicht mochte, interveniert, sie teils sogar verboten. Meles sei einem autokratischen Entwicklungsmodell nach dem Vorbild Singapurs gefolgt und sei davon ausgegangen, dass den Geberländern wirtschaftliche Effizienz wichtiger war als ein vorbildlich demokratisches Gebaren, so der Tagesspiegel. Allgemein galt Äthiopien als Verbündeter des Westens und regionale Polizei am Horn von Afrika. Dominic Johnson von der taz sieht eine unsichere Zeit auf das Land und seine Unterstützer zukommen. Mit Meles Zenawi sterbe erstmals ein Staatslenker aus der zweiten Generation afrikanischer Herrscher, die wie Museveni in Uganda oder Kagame in Ruanda nicht auf eigene Bereicherung sondern auf – wenn auch autoritär strukturierten – wirtschaftlichen Aufbau setzten. Es sei aber offen, ob das gegenwärtige System ohne seinen Gründervater überleben könne. Auch für Äthiopiens internationale Partner sei Meles Tod ein kritischer Wendepunkt, da ihr Vertrauen von der Integrität der Person an der Staatspitze zusammengehalten wurde, so Johnson.

2. Bundesregierung verspricht weitere 5,7 Millionen Euro für die Sahelzone

Laut dem Evangelischen Pressedient (epd) habe die Bundesregierung weitere 5,7 Millionen Euro im Kampf gegen die Folgen der Dürre in der Sahelzone zugesagt, berichtete gestern domradio. Fünf Millionen Euro erhalte das UN-Welternährungsprogramm (WFP), die restlichen 700.000 Euro gingen an die Caritas, die Deutsche Welthungerhilfe und Help. Laut Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) solle dadurch die Widerstandskraft der Bevölkerung gegen die drohende Hungerkrise gestärkt werden. Länder, die besonders unter der Dürre leiden, wie Burkina Faso, Niger, Mali und Senegal, würden durch konkrete Hilfsmaßnahmen unterstützt. Niebel betonte, dass es wichtig sei, neben humanitärer Hilfe mit längerfristigen Projekten die Menschen zu unterstützen.

3. Das Geschäft mit dem Ackerland

Im aktuellen Spiegel schreibt Markus Grill über den wegen zweier Pleiten in Verruf geratenen Unternehmer Lars Windhorst. Dieser habe den Aufstieg wieder geschafft und seine Investmentfirma Sapinda kaufe heute über Tochterfirmen unter anderem Ackerflächen in Sambia und Kohlegruben in Südafrika. Für Windhorst sei Afrika derzeit der interessanteste Kontinent, weil es dort riesige Flächen an brachliegenden, fruchtbaren Ackerland gäbe. Auch Hedgefondsmanager hätten ihm bestätigt: ‚Ackerland in Afrika ist das Ding der Zukunft‘. Eine der Firmen an der Winhorst die Mehrheit der Anteile trägt sei Amatheon Agri. Diese habe bereits mehrere tausend Hektar Land in Sambia gekauft. Windhorst habe angekündigt: „Wir werden in den nächsten fünf Jahren rund 50 Millionen Dollar dort investieren.“ Vorwürfe nach denen Amatheon Agri Landgrabbing betreiben würde, weise der Chef, Carl Heinrich Bruhm, entschieden zurück. Man würde mit jedem einzelnen Grundbesitzer verhandeln und zu fairen Preisen kaufen. Bislang sei dort überhaupt kein Ackerbau betrieben worden und man wolle schließlich Lebensmittel für den afrikanischen Markt produzieren.

TAGS: Afrika, Äthiopien, Burkina Faso, Deutschland, Dirk Niebel, FDP, Landwirtschaft, Mali, Niger, Regierungsführung, Senegal, Was wir lesen, Welternährungsprogramm (WFP)

 

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