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Aufgeheizte Diskussion über Biosprit. Die Top-Themen des Tages


Aug 20th, 2012 5:32 PM UTC
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Die Top Nachrichten des Tages:

  1. Aufgeheizte Diskussion über Biosprit
  2. Der Widerspruch der Europäischen Entwicklungspolitik
  3. Niebel: „Wir müssen das Bild Afrikas in Deutschland ändern“

1. Aufgeheizte Diskussion über Biosprit

Die Diskussion über den in Verruf geratenen Biosprit hat sich übers Wochenende weiter aufgeheizt. Laut Welt fordern nun auch die Grünen, Greenpeace und Verbraucherorganisationen ein Umdenken der Bioenergie-Strategie in Deutschland. Der Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter sagte mit Blick auf die Einstellung von E10: „Angesichts der weltweiten Getreideknappheit macht so ein Schritt Sinn.“ Hofstetter vermerkte, dass Deutschland jährlich aus etwa 1,5 Millionen Tonnen Getreide Ethanol herstelle und zusätzlich rund die Hälfte des eingesetzten Ethanols aus dem Ausland importiere. Weltweit würden 150 Millionen Tonnen Getreide jährlich zu Ethanol verarbeitet. „Insofern entlastet tatsächlich ein E10-Verbot den Getreidemarkt“, so Hofstetter (Spiegel). In der FAZ sei Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) nicht weiter auf die E10 Forderungen eingegangen betonte aber die Bedeutung von Bioenergie für Strom- und Wärmegewinnung. Die Verbraucherschutzzentrale Bundesverband sieht E10 als gescheitert (Welt). Auch der Lebensmittelkonzern Nestlé forderte ein Verbot der Beimischung von Nahrungsmitteln bei der Treibstoffproduktion. Der Chef des Biosprit-Herstellers Südzucker, Wolfgang Heer, hingegen kommentierte: „Ich kann nicht erkennen, dass vermehrte Ethanol-Produktion zu einem geringen Angebot an Nahrungsmitteln führt“ (Spiegel).

2. Der Widerspruch der Europäischen Entwicklungspolitik

Die Dernières Nouvelles d’Alsace (DNA) veröffentlichte am Samstag einen Artikel über einen Widerspruch der Europäischen Entwicklungspolitik. Aus Sicht der Menschen der Entwicklungsländer ergebe sich folgendes Bild: „Was Ihr uns mit einer Hand gebt von Euren Steuergeldern, das macht Ihr auf der anderen Seite wieder kaputt durch Eure Billigexporte.“ Obwohl die EU weltweit der großzügigste Geber sei, würde sie durch das gegenwärtige Handelssystem die Selbstheilungskraft Afrikas blockieren. Der Europäische Entwicklungsfonds von 2008 bis 2013 für Länder in Afrika, dem karibischen und den pazifischen Raum betrage 22 Milliarden Euro. Die Doha Runde, welche bereits seit über zehn Jahren laufe, solle eine große Reform des Welthandels bringen. Die Europäische Kommission, welche die Verhandlungen bei den Doha Runden führe, behaupte, alle könnten als Gewinner aus den Verhandlungen hervorgehen. Doha könne die weltweiten Ausfuhren steigen lassen. Somit könnten Entwicklungsländer mehr exportieren, müssten aber ihre eigenen Zölle beträchtlich herunterschrauben. Aus den Reihen der Afrikanischen Union beklage man sich, dass ihre Stimmen nicht erhört würden. Hier fordere man einen radikalen Abbau der Agrarsubventionen in den reichen Ländern und den freien Zugang für ihre Produkte, so DNA.

3. Niebel: „Wir müssen das Bild Afrikas in Deutschland ändern“

In einem Interview mit der Deutschen Presse Agentur (dpa) im Anschluss an seinen dritten Kenia Besuches in diesem Jahr sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP): „Wir müssen das Bild Afrikas in Deutschland ändern – denn es gibt auf dem Kontinent 54 Länder, die alle unterschiedlich stark entwickelt sind“ (europe online magazine). Afrika stelle einen weitaus größeren Markt dar als sich die meisten Deutschen vorstellen und würde viele Chancen bieten. Die einzige Möglichkeit, Armut zu bekämpfen sei seiner Meinung nach die Schaffung von Arbeitsplätzen. Somit wären die Regierungen der Länder im Stande, Steuereinkünfte zu verbuchen. Deshalb wolle Niebel den Ruf des Kontinents verbessern um ein besseres Investitionsklima zu verbreiten.

+++ Tote bei Streiks in Südafrika +++

TAGS: Afrika, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), CDU/CSU, Deutschland, Dirk Niebel, Ernährung, FDP, Finanzierung von Entwicklung - Doha, Handel, Intelligente Hilfe, Landwirtschaft, Was wir lesen, Wirksamkeit

 

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