Jul 13th, 2012 2:57 PM UTC
By ONE Deutschland
Share
Die Top Nachrichten des Tages:
1. Notlage in Flüchtlingslager in Dadaab spitzt sich weiter zu
Viele Zeitungen wie der Tagesspiegel, die tageszeitung und der Evangelische Pressedienst (epd) berichten heute über die Lage im größten Flüchtlingslager der Welt im kenianischen Dadaab. Sieben internationale Hilfeorganisationen hätten am Donnerstag in einem Appell darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Lebensbedingungen im Camp immer weiter verschlechtern würden. In den nächsten zwei bis drei Monaten fehlten umgerechnet rund 20 Millionen Euro, um die Versorgung der mehr als 465 000 Flüchtlinge zu gewährleisten (Tagesspiegel). Schon jetzt seien nur zwei Ambulanzen für die ärztliche Versorgung von 78 000 Menschen zuständig. Ab September würden auch die Versorgung mit Trinkwasser und die Bereitstellung von sanitären Anlagen schwierig, wodurch die Gefahr einer Cholera-Epidemie bestünde (epo). Zusätzlich dazu würde sich auch die Sicherheitslage im Camp immer weiter verschlechtern. Die Zahl sexueller Angriffe nehme zu und das Camp sei zu einem regelrechten „Rekrutierungsfeld“ für Verbrecherbanden und extremistische Gruppierungen geworden (Tagesspiegel). Die Zahl der Flüchtlinge in Dadaab, das vor allem von Kriegsflüchtlingen aus Somalia bewohnt wird, stieg im vergangen Jahr um ein Drittel an.
2. Niger findet keinen Ausweg aus der Hungerkrise
Der Bund berichtet heute in einem langen Artikel über die hoffnungslose Lage des Nigers. In dem Wüstenland lebten 90 Prozent der Menschen von Landwirtschaft und die Ernte falle ohnehin schon karg aus. Dem Niger drohe nun eine weitere Dürre. In dem Sahara- und Sahelstaat, in dem sich die Wüste ungebremst ausbreite, sei die Entwicklung ohnehin schwer. Das Binnenland verfüge zwar über Uran und Erdölvorkommen, doch es fehle die für einen kostengünstigen Export nötige Infrastruktur, weshalb das Land von den Rohstoffen kaum profitiere. Das Hauptproblem der Entwicklung sei jedoch die Bevölkerungsexplosion. Niger halte mit einer Geburtenrate von 7,5 Kindern pro Frau den Weltrekord. Pro Jahr kommen eine halbe Millionen Menschen dazu. Im sehr traditionellen muslimischen Land sei die Familienplanung schwer und 85 Prozent der Nigrerinnen seien Analphabetinnen. Seit November 2011 treffe in der Sahelzone Sonderhilfe für die Nahrungskrise ein. Obwohl die frühe Intervention die Lage der Region stabilisiert habe, sei die Krise jedoch noch lange nicht gelöst. Von den 17 Millionen Einwohnern Nigers seien dieses Jahr früher oder später mehr als vier Millionen auf die Hilfe des UNO-Welternährungsprogramms angewiesen.
3. Erschwerte Entwicklungszusammenarbeit in Eritrea
Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) macht in einem Artikel auf die erschwerten Bedingungen für Entwicklungszusammenarbeit in Eritrea aufmerksam. Immer mehr schweizerische Entwicklungshilfeorganisationen würden ihre Projektarbeit verringern und sich nach und nach ganz aus der Entwicklungszusammenarbeit im Land zurückziehen. Dies liege vor allem an der Entscheidung der eritreischen Regierung, eine Politik der „self reliance (Entwicklung aus eigener Kraft)“ umzusetzen. Anfang Januar 2011 habe der Finanzminister erklärt, mit UNO-Agenturen werde in Zukunft nicht mehr kooperiert. Zusätzlich dazu seien Einreise- und Reisebestimmungen für Mitarbeiter von Nicht-Regierungsorganisationen vor Ort stark eingeschränkt worden. Dadurch sei es den Mitarbeitern unmöglich, ihre Projekte auf dem Land zu besuchen und den Einsatz der Gelder zu kontrollieren. Von den Ereignissen scheinbar unbeirrt, laufe die Arbeit des Schweizerischen Unterstützungskomitees für Eritrea (Suke) weiter, so die NZZ. Grundsätzlich stehe der Präsident von Suke im Einklang mit den Entscheidungen der eritreischen Regierung und sehe große Fortschritte – vor allem bei der Erhöhung der Lebenserwartung im Land.
TAGS: Allgemeines, Entwicklungszusammenarbeit, Eritreia, Ernährung, Kenia, Niger, Was wir lesen
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
