Jul 12th, 2012 3:57 PM UTC
By ONE Deutschland
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Die Top Nachrichten des Tages:
1. Melinda Gates: „Ich bin katholisch, aber ich glaube an Verhütung“
Viele Zeitungen, wie die Süddeutsche oder der Spiegel, berichten heute über das Programm der Gates-Stiftung welches 120 Millionen Frauen weltweit Zugang zu Verhütungsmitteln verschaffen soll. Melinda Gates, die sich selber als tiefgläubige Katholikin bezeichnet, wurde für diese Kampagne von katholischen Hardlinern kritisiert. Sie habe tausende E-Mails und Blog-Einträge von katholischen Frauen erhalten und sei darauf hingewiesen worden, dass die Position des Vatikans eindeutig gegen ihr Vorhaben sei. Gates erwidert, die Diskrepanz zwischen dem was die Bischöfe sagten und die Gläubigen dachten sei groß (Spiegel). „In meinem Land sagen 82 Prozent der Katholiken, Empfängnisverhütung sei moralisch akzeptabel. Lassen wir also die Frauen in Afrika selbst entscheiden“, so Gates. Auf dem gestrigen Familienplanungsgipfel in London habe Melinda Gates insgesamt 560 Millionen Dollar für die Kampagne in Aussicht gestellt. Insgesamt sollen von der britischen und einigen afrikanischen Regierungen 4,3 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt werden. Das deutsche Entwicklungsministerium habe angekündigt, die Mittel für selbstbestimmte Familienplanung und Müttergesundheit von 2012 bis 2015 auf 400 Millionen Euro zu verdoppeln (Deutsche Welle).
2. Verhütung alleine kann das Problem nicht lösen
Ein Meinungsartikel in der Märkische Oderzeitung erinnert daran, dass man mit kostenloser Verhütung zwar die Symptome, jedoch nicht die Ursachen der rasant steigenden Bevölkerungszahl in Entwicklungsländern behandeln könne. Oft seien die Motive für den Kinderwunsch in armen Ländern andere als in Europa. Zum Beispiel sei es in einem Land ohne Rentenvorsorge eine Lebensnotwenigkeit genügend Kinder für die Altersvorsorge zu bekommen. Daher seien Bildung und Aufklärung längerfristig die Grundbedingungen um eine Überbevölkerung der Welt zu verhindern. In Europa seien auch erst mit wachsendem Wohlstand und zunehmender Bildung die Geburtsraten gesunken. Und dieser Prozess habe sich über ein Jahrhundert hingezogen. Derselben Meinung sei auch Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. „Geld allein reicht nicht aus: Das beste Verhütungsmittel ist Bildung“, so Klingholz in der Deutsche Welle.
3. EU plant im 2013 Budget weniger Geld für Entwicklungspolitik ein
Die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet heute, dass die EU vorhabe ihre Ausgaben für die Außen- und Entwicklungspolitik zu kürzen. Der EU-Rat habe vorgeschlagen, im Haushalt 2013 die Zahlungen um knapp zehn Prozent oder gut 600 Millionen Euro zu kürzen, schriebt die FTD. Hingegen wolle die EU die Mittel aus den Kohäsionsfonds, welche der Anpassung der Lebensverhältnisse in den neuen Mitgliedsstaaten dienen, um rund 8 Prozent zu erhöhen. Insgesamt wolle die EU aber ihre Ausgaben um 2,79 Prozent auf 132,7 Milliarden erhöhen. Damit würden die EU-Ausgaben zum ersten Mal seit Jahren wieder stärker ansteigen als die Inflation. Grund dafür sei, dass 2013 die siebenjährige Finanzperiode auslaufe. Es stünden bis dahin noch viele verpflichtende Strukturprojekte in den ärmeren EU-Mitgliedstaaten an, für welche die EU-Kommission möglicherweise sogar einen Nachtragshaushalt beantragen müsse.
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TAGS: Afrika, Bildung, Bill und Melinda Gates Stiftung, Deutschland, DR Kongo, Education for All, EU, Frauen, Gesundheit von Müttern und Kindern, Großbritannien, Haushaltsverhandlungen, Ruanda, Was wir lesen
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