Die Ausrottung von Polio bis Ende 2013 ist möglich

Gestern Morgen konnte ich bei eine Informationsrunde von UNICEF mehr über die große Chance „Ausrottung von Polio weltweit“ erfahren. Pieter Bult, Senior Advisor on Government Relations, Public Sector Alliances and Resource Mobilization Office, berichtete über den aktuellen Stand der weltweiten Poliobekämpfung.

Zurzeit gebe es insgesamt 53 Poliofälle in Nigeria, Afghanistan und Pakistan, jedoch gebe es weitere Länder, in denen ein hohes Risiko für ein Wiederaufflammen der Krankheit besteht. Vor allem angrenzende Länder sowie Staaten in denen aufgrund von Konflikten oder anderen Katastrophen das Gesundheitssystem stark in Mitleidenschaft gezogen wurde oder nicht mehr existiert, seien gefährdet. Nach Angaben von UNICEF wäre es möglich Polio bis Ende 2013 auszurotten. Aber um das Ziel zu erreichen fehlten der Organisation eine Milliarde US Dollar. UNICEF und andere Entwicklungsorganisationen hätten deshalb den „Notstand“ ausgerufen, um einerseits die Ausrottung von Polio wieder an die Spitze der Agenda zu setzten und andererseits auch Geldgeber erneut zu motivieren, sich für die Krankheit einzusetzen.

Die beiden größten Probleme seien zum einen, die Kinder in den entlegenen Teilen der jeweiligen Länder zu erreichen und gleichzeitig überprüfen zu können, welche Kinder schon geimpft wurden und welche nicht. Außerdem gebe es eine Anzahl an religiösen Gruppen, die die Impfung ihrer Kinder nicht gutheißen oder sie aufgrund von politischen Überzeugungen nicht impfen lassen möchten (die Ausrottung von Polio wird primär von westlichen Regierungen und Organisationen vorangetrieben).

Die Anzahl der Neuerkrankungen wäre von 145 Fälle in 12 Länder in 2011 zurück auf jetzt 53 Fälle in drei Ländern in 2012 zurückgegangen, man sei also auf dem besten Weg, wenn auch noch nicht am Ziel. Mit der Ausrottung von Polio wäre ein Meilenstein in der Geschichte der Weltgesundheit erreicht.

– Harriet Gorka