Jahresbericht der KfW und DEG über die Entwicklungszusammenarbeit mit Entwicklungsländern


„Entwicklung in fragilen Staaten: Krisen bewältigen, Perspektiven  schaffen“ ist der Titel des Jahresberichtes der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), dessen Vorstellung ich gestern beiwohnen konnte. Nach einer kurzen Einführung von Leon Macioszek, Leiter des Berliner KfW Büros, warum die KfW sich in diesem Jahresbericht auf fragile Staaten fokussiert habe, berichteten Carla Berke, Teamleiterin KC Frieden und Sicherheit, Stephan Opitz, Leiter Länderbereich Grundsätze/Lateinamerika und Christiane Rudolph, Abteilungsleiterin für Strategie und Kommunikation (DEG) über ihre Erfahrungen und Erfolge in den Ländern.

Laut Definition der OECD kann man 45 Länder als fragilen Staat bezeichnen. 1.5 Milliarden Menschen leben in diesen Regionen. Dies erfordere eine andere Herangehensweise für die Entwicklungszusammenarbeit als in der „klassischen“ Entwicklungspolitik sowie in Schwellenländern, erklärten die Vortragenden. Oftmals gäbe es in diesen Ländern kaum oder gar keine staatlichen Infrastrukturen oder teilweise seien diese auch der Grund für die Krise, so dass man einerseits schnell handeln müsse aber gleichzeitig auch langfristig planen. Um das zu erreichen, arbeite die KfW eng mit lokalen NGOs zusammen, die in Krisenregionen oft das Vertrauen der Bevölkerung haben. Zugleich aber müsse man unterdessen auch langfristige Strukturen, wie zum Beispiel Wasseraufbereitungsanlagen, wieder aufbauen.

In Zahlen bedeute das, dass 600 Millionen Euro von KfW und DEG im letzten Jahr nach Subsahara Afrika gingen wovon die Mehrheit in soziale Infrastrukturen wie Wasser und Bildung investiert wurde. Unter anderem hätten davon 20 Millionen Menschen Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen erhalten und 24 Millionen Menschen von HIV Präventionen profitiert.

Abschließend wiesen die Veranstalter darauf hin, dass gerade beim Wiederaufbau von staatlichen Institutionen und langfristigen Strukturen in fragilen Staaten Erfolge oftmals erst nach Jahren Früchte zeigen. Trotz allem würden KfW und DEG an ihren Entwicklungszielen festhalten. Sie wollen auch im nächsten Jahr versuchen, sie wieder zu erfüllen oder sie, gemäß des Trends der letzten Jahre, zu übertreffen.

– Harriet Gorka