Ex-BP-Chef fordert mehr Transparenz bei Rohstoff-Förderung. Die Zeitungsschau

Die Themen des Tages:

  1. Ex-BP-Chef fordert mehr Transparenz bei Rohstoff-Förderung
  2. KfW-Bank wirbt für mehr Investitionen in Afrika
  3. Malis Staatschef bei Protesten verletzt
  4. Viele gefälschte Malaria-Medikamente auf dem Markt

1. Ex-BP-Chef fordert mehr Transparenz bei Rohstoff-Förderung

John Browne, ehemaliger Vorstandvorsitzender der British Petroleum (BP) macht in der heutigen Außenansicht der Süddeutschen Zeitung auf die Wichtigkeit der EITI-Initiative und neuer Gesetzgebungen in diesem Bereich aufmerksam. Laut Browne zahlten Energiekonzerne den Regierungen armer Länder viel Geld, um den Zugang zu den dort vorkommenden natürlichen Ressourcen zu erlangen. Meistens seien diese Finanzströme intransparent. Die Bürger betroffener Länder erführen nicht, wie viel Geld ihre Regierungen von den Energiekonzernen verlangten und könnten nicht nachvollziehen, wohin das Geld fließe. Diese Verfahren öffneten der Korruption Tür und Tor und führten dazu, dass diese Gelder häufig nur der führenden Elite statt der Mehrheit der Bevölkerung zu Gute käme. In den vergangenen Wochen fanden in EU-Parlament und -Ministerrat Verhandlungen über ein Gesetz für mehr Transparenz im Öl-, Gas-, Bergwerks- und Holzgeschäft statt. Eine solche Gesetzesinitiative könne aber nur funktionieren, wenn die Unternehmen verpflichtet seien, ihre Finanzströme detailliert offenzulegen, mahnt Browne. Bisher werde eine entsprechende Regelung von der deutschen Bundesregierung blockiert.

2. KfW-Bank wirbt für mehr Investitionen in Afrika

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Nürnberger Nachrichten schreiben über die gestrige Ankündigung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), verstärkt die Unterstützung für sogenannte „fragile Staaten“ in Afrika und Asien aufzunehmen. Während größere Länder wie beispielsweise China und Indien Unterstützung fast ausschließlich über Kredite bekämen, werde den „fragilen Staaten“ mit Zuschüssen geholfen. Dafür könnten bis zu 94 Millionen Euro aufgewendet werden, teilte Norbert Kloppenburg, Vorstandsmitglied der KfW, mit. Darüber hinaus rief Bruno Wenn, Chef der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG) und Tochtergesellschaft der KfW, Unternehmen dazu auf, verstärkt in Afrika zu investieren. Kloppenburg ergänzte, dass gewerbliche Investitionen in solchen Ländern den Menschen eine Perspektive gäben und verhindere, dass sie nach Europa abwanderten.

3. Malis Staatschef bei Protesten verletzt

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, waren aufgebrachte Demonstranten am Montag in Bamako in den Präsidentenpalast eingedrungen und hatten Malis Staatspräsident, Dioncounda Traoré, am Kopf verletzt. Nachdem die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas am Sonntag mit den derzeitigen Staats- und Regierungschefs vereinbart hatte, dass der derzeitig Übergangspräsident Traoré weiterhin im Amt bleiben solle, hatten sich vor dem Palast mehrere tausend Menschen zu Protesten versammelt.

4. Viele gefälschte Malaria-Medikamente auf dem Markt

Die Ärzte Zeitung und die Augsburger Allgemeine berichten über den neuen Bericht zu Malaria-Medikamenten des US-Amerikanischen Gesundheitsinstituts (NIH). Aus diesem geht hervor, dass zwischen zwanzig und vierzig Prozent der getesteten Malariapräparate, die in 28 Ländern angeboten werden, eine mangelhafte Qualität aufwiesen oder gefälscht waren. Allerdings gäbe es keine verlässlichen Daten über die tatsächliche Zahl von gefälschten Malaria-Mitteln auf dem weltweiten Markt. Sicher sei aber, dass die Einnahme von falsch dosierten Medikamenten zu einer Resistenz gegen die Krankheitserreger führen könne. Auch wenn die Sterberate von Menschen, die an Malaria erkrankten, seit 2000 weltweit um mehr als ein Viertel sank, warnt die Autorin der Studie, dass weltweit 3,3 Milliarden Menschen von einer Ansteckung von Malaria bedroht seien, die in 106 Ländern vorkomme.