May 21st, 2012 5:57 PM UTC
By ONE Deutschland
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Die Themen des Tages:
1. G8-Gipfel: „Neue Allianz“ für Ernährungssicherung. Die Zeitungsschau
In der Nachbesprechung des G8-Gipfels in den Zeitungen vom Wochenende wurde vor allem eines deutlich: Zentrales Thema des Gipfels war die EU-Finanzkrise und die Frage, mit welchen Mitteln die Finanzstabilität in Europa wieder hergestellt werden könne. Dennoch berichteten beispielweise ZEIT ONLINE, taz.de und die Berliner Morgenpost auch über den Beschluss der G8-Staaten, eine „Neue Allianz“ für Ernährungssicherheit auf den Weg zu bringen. Durch gezielte finanzielle Unterstützung sollen im Bereich der landwirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten zehn Jahren 50 Millionen Kleinbauern aus der Armut befreit werden. ONE kritisierte in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass es keine klare Zusage gäbe, ob die Finanzierung auf dem Niveau der Zusagen von L´Aquila blieben. Insgesamt seien die Maßnahmen nicht ehrgeizig genug und an entscheidenden Stellen unkonkret. Viele Medien wie beispielsweise BILD.de, die Lausitzer Rundschau und die Schweriner Volkszeitung berichteten über die Street-Tweeter-Aktion von ONE. Bei dieser wurden im Vorfeld des G8-Gipfels mit einem modernen Straßenmarkierungswagen Tweets von den ONE-Unterstützern auf die Straße geschrieben, um die Politiker unter Druck zu setzen und zu ermutigen, sich für Initiativen gegen Hunger und Armut in der Welt einzusetzen.
2. Syngenta investiert in Afrika
Wie die Süddeutsche Zeitung und der Tagesspiegel am Wochenende berichteten, plant der Chemie- und Saatguthersteller Syngenta in den nächsten 10 Jahren umgerechnet 380 Millionen Euro für sein Engagement in Afrika zu investieren. Für das Projekt sollen insgesamt 700 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, Vertriebsnetze, Logistik und Produktionsanlagen sollen mit lokalen Firmen aufgebaut werden. Syngenta verspreche eine 50 prozentige Produktivitätssteigerung und die Einbindung von fünf Millionen Kleinbauern in das Projekt. Auch andere Unternehmen wie beispielsweise BASF planten weitere Investitionen in Afrika. Hilfsorganisationen und Umweltunternehmen befürchteten allerdings, dass eine Industrialisierung der Landwirtschaft zu einer Verdrängung afrikanischer Kleinbauern und damit zu noch mehr Armut führen könnte.
3. Kinder: die größten Leidtragenden der Ernährungskrise
Laut dpa leiden vor allem Kinder unter der kritischen Ernährungssituation im Niger. Wissenschaftliche Studien besagen, dass die ersten 1000 Tage von der Empfängnis bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres für das weitere Leben eines Kindes ausschlaggebend seien. Mangelhafte Ernährung in dieser entscheidenden Phase könne zu irreversiblen gesundheitlichen Schäden führen. Aktuell sind 300.000 Kinder in Niger wegen Mangelernährung in Behandlung, weitere 500.000 leiden unter mäßiger Unterernährung. Grund für den zunehmenden Hunger seien häufiger auftretende Dürren und steigende Lebensmittelpreise. Damit die Situation sich nicht zu einer Hungersnot entwickele, müssten Geberländer ihre Versprechen halten und weiterhin in Ernährungssicherheit investieren.
4. Ausbeutung unserer Ressourcen gefährdet Klima
Zum vierzigjährigen Jubiläum des ersten Klimaberichts des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“ erinnert die Süddeutsche Zeitung daran, dass ein nachhaltiger Umgang mit unseren vorhandenen Ressourcen noch immer nicht an der Tagesordnung sei. Im Gegenteil: immer radikaler beuteten wir unsere Ressourcen auf Kosten zukünftiger Generationen aus. James Hansen, Direktor des Nasa Goddard Institute for Space Studies hatte vor ein paar Tagen gewarnt, dass es mit unserem Klima bald zu Ende sei, wenn nun auch noch die Ölsände im kanadischen Alberta ausgebeutet würden. Dies würde zu einer stark erhöhten CO2 Konzentration in der Atmosphäre führen, die einen Anstieg der Temperaturen und des Wasserspiegels mit sich bringen würde. Zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent der weltweiten Artenpopulationen würden als Folge dessen ausgerottet und auch die Menschheit wäre bedroht.
5. Weltbankbericht über „Grünes Wachstum“
Wie der Tagesspiegel berichtet, komme die Chefin der Weltbank, Marianne Fay, in ihrem Bericht über Wachstum zu dem Schluss, dass grünes Wachstum „notwendig, effizient und bezahlbar“ sei. Die aktuellen Wachstumsmuster seien weder nachhaltig noch effizient, da die Wirtschaft stets auf Kosten der Umwelt gewachsen sei und noch immer eine Milliarde Menschen in Armut lebten. Entwicklungsländer müssten wachsen, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, aber das Wachstum müsse nachhaltig sein. Das größte Problem seien die politische Ökonomie, umweltschädliches Verhalten und falsche Finanzierungsanreize, die sich am kurzfristigen Gewinn orientierten. Reformen müssten, so Fay, mit „sozialem Marketing und Information“ verbunden werden und die Finanzierungsprobleme könnten mit Kreditinstrumenten überwunden werden. Sonst drohe ein starker Verlust von Wirtschaftsleistung durch die weltweite Ausbeutung unserer Ressourcen.
TAGS: Afrika, Entwicklungszusammenarbeit, Ernährung, G8, Gesundheit, Gesundheit von Kindern, Klimawandel, Landwirtschaft, Niger, Politik Aktuell, USA, Was wir lesen, Weltbank
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