Mach mit

ONE auf der re:publica 2012


May 9th, 2012 7:40 PM UTC
By

alignnoneVergangene Woche fand zum sechsten Mal die re:publica statt – diesmal unter dem Motto „ACT!ON“. Die Losung sollte laut Veranstalter „die Schubkraft sozialer Medien für politische Bewegungen“ unterstreichen. Na, da musste ONE natürlich dabei sein! Drei spannende Tage mit unzähligen Eindrücken. Davon war einer besonders stark: Die Netzgemeinde ist politischer denn je – und versucht Online-Aktivismus und Offline-Aktivismus besser miteinander zu verbinden.

Die re:publica ist die größte Konferenz in Deutschland für Bloggerinnen und Blogger, für Fans des freien Internets, für Geeks und solche die es werden wollen – und für Leute, die mit Hilfe des Internets was in der Welt verändern wollen. Ich falle in letztere Kategorie. Ich könnte einen kleinen Roman über die re:publica schreibe, so vielfältig waren die Themen, die Redner und die Eindrücke. Eine Entwicklung fand ich jedoch besonders spannend, nämlich die Erkenntniss der Netzgemeinde, dass Aktivismus online und offline stattfinden muss, um langfristig was zu verändern.

Lass uns was Virales machen…

Wenn ich mich an meine erste re:publica und re:campaign vor drei Jahren erinnere (damals waren beide noch kombiniert), dann erinnere ich mich vor allem an die große Euphorie und Neugier, mit der Campaigner und Aktivisten den vielen neuen Möglichkeiten durch Soziale Medien gegenüber standen. Obama hatte gerade den Wahlkampf gewonnen, und zwar online, wie alle Feuilletonisten und politischen Kommentaroren betonten. Auf einmal wollten alle irgendwas „im Internet“ machen, am besten „etwas Virales“, weil es eben ging und 2.0 so modern war. Die Hoffnungen in das Internet als Instrument zur politischen Mobilsierung hätten kaum größer sein können.

Online + Offline = ACT!ON

Ein Jahr später kam man wieder zusammen. Viele Online-Kampagnen waren seither gemacht worden, teilweise sehr erfolgreich. Auch traditionelle Organisationen der Zivilgesellschaft setzten immer mehr auf Soziale Medien, um bestehende und neue Unterstützer zu  mobilisieren. Gleichzeit hatte sich aber auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass digital alleine eben nicht besser ist. Das neue Mantra lautete also: Online- und Offline-Aktivismus müssen miteinander verbunden werden, um etwas zu bewegen.

Viele haben das im vergangenen Jahr mehr oder weniger wirkungsvoll gemacht. Ein paar erfolgreiche Beispiele aus Deutschland: Die Piratenpartei hat mit ihren digitalen Themen auch „offline“ wirkungsvoll Wahlkampf gemacht und die politische Landschaft ordentlich aufgemischt. Die Aktivisten von Guttenplag haben durch ihre Arbeit Guttenberg um seinen Ministerposten und seinen Doktortitel gebracht. Und die im vergangenen Jahr gegründete Digitale Gesellschaft und andere Netz-Aktivisten haben den Protest gegen ACTA auf die Straße getragen – und damit auch die in die Tagesschau und die in Tageszeitungen der Republik.

Gleichzeitig konnte man auf der diesjährigen re:publica aber immer wieder hören, wie mühsam es ist, die Online-Aktivisten dauerhaft zu Offline-Aktivismus zu bewegen. Bei der dritten ACTA-Demo gingen nicht mehr ganz so viele Menschen auf die Straße, stellten viele ernüchtert fest. Aber nicht nur junge Organisationen wie die Digitale Gesellschaft, die im Netz ihren Ursprung haben, tun sich manchmal schwer mit der Offline-Mobilisierung. Auch „alte Hasen“ der Zivilgesellschaft wie etwa der WWF stellten auf der re:publica die Frage, wie man vermeintliche „Slacktivisten“ dazu bewegen kann, sich weitergehend zu engagieren. Wir erinnern uns auch an die Pro-Guttenberg-Demos, die auf Facebook groß angekündigt waren, zu denen aber letztlich nur eine Handvoll Guttenberg-Getreuer erschien.

Eine Twitterwall zum Anfassen

All diese Beispiele zeigen: Die Verknüpfung von online und offline ist leichter gesagt als getan.Dabei sind die Übergänge dazwischen eigentlich fließend. Ein politisch weniger relevantes, aber dennoch sehr schönes Beispiel dafür war die Twitterwall, die diesmal eine echte Wand mitten im zentralen Raum der re:publica war.

Auf buntem Papier wurden kontinuierlich die Tweets mit dem Hashtag #rp12 ausgedruckt und an diese Wand geklebt. Wenn die Wand voll war, wurden die Tweets vom Anfang wieder überklebt, und so ging das immer weiter. Immerzu standen Leute vor dieser Wand und suchten ihre eigenen Tweets und die ihrer Freunde, manche fotografierten sie ab und twitterten sie wieder, und dann landeten sie wieder auf der Wand.
Wieso? Weil der Twitterer sich freut, wenn seine Tweets reell erfahrbar sind. Politischen Aktivisten geht es da nicht anders. Die meisten von ihnen wollen nicht primär das Netz verändern, sondern die Welt. ACT!ON ist in jedem Fall der richtige Ansatz. Ich bin schon gespannt auf das Motto der nächsten re:publica.

– Alicia Blázquez –

TAGS: Alicia Blázquez, Favoriten, Mitmachen, Veranstaltungen, Videos

 

  1. Barsays: Oct 19th, 2012 2:36 PM EST

    19.10.2012 at 14:36

    Stefan sagt:Die Seite und die Rezepte we4ren nicht schlecht aber muss es denn sein dass fcberall die WERBEBLd6CKE steehn und somit die Texte unleserlich werden ??????Kurz gesagt Echt Sch .e

Leave a Comment

 

Name (required)

 

Email (will not be published) (required)

 

 

Der ONE Blog

Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.

Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.