May 7th, 2012 6:19 PM UTC
By ONE Deutschland
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Die Themen des Tages:
1. Etwa eine Milliarde Menschen hungern und die Spekulation mit Agrarrohstoffen geht weiter
Ein rasanter Preisanstieg bei Sojabohnen und Mais haben laut dpa die Debatte um Spekulationen mit Agrarrohstoffen neu entfacht. Der Preis von Sojabohnen und Mais sei so hoch wie lange nicht mehr und auch wenn bei Lebensmitteln derzeit kein Preisanstieg zu erkennen sei, wären die beiden Agrarrohstoffe weltweite Grundnahrungsmittel, so dass eine Preisexplosion dramatische Konsequenzen für Entwicklungsländer hätte, die ein Großteil ihrer Nahrungsmittel importieren. Es gebe drei Hauptursachen für steigende Preise: Bevölkerungszuwachs, Klimakatastrophen und die daraus resultierenden Ernteausfälle und Finanzspekulationen. Agrarrohstoffe und damit Lebensmittel seien längst Renditeobjekte. Nach Angaben von Foodwatch habe sich das Kapital an den Terminmärkten, seit diese Börse für Investoren 2000 geöffnet wurde, von 15 auf 600 Milliarden Dollar erhöht. Der Finanzsektor sei durch die momentane Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) vor Liquidität überflutet und lade somit zum „Zocken“ ein.
2. Die UN verabschiedet Leitlinien gegen Landgrabbing am Freitag
Unter Schirmherrschaft der UN-Lebensmittelorganisation FAO haben laut Tagespiegel 96 Staaten, Unternehmen aus der Wirtschaft, Bauern, Menschenrechtsorganisationen sowie die Weltbank über Leitlinien zum Schutz von Bauern und Natur verhandelt, die nun am Freitag verabschiedet werden sollen. Sie sollen nicht nur Eigentumsrechte an Grund und Boden schützen, die formell niedergeschrieben seien, sondern auch Gewohnheitsrechte miteinbeziehen, da 90 Prozent des Landbesitzes in Afrika auf informellem Recht beruhe, so Benjamin Luig von der Hilfsorganisation Misereor. So sollen unfaire Pacht- oder Kaufgeschäfte über landwirtschaftliche Nutzflächen verhindert werden. Nach Angaben der Datenbank „Land Matrix“ (ONE berichtete), die unter anderem von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) geführt werde, konzentrieren sich 70 Prozent der Geschäfte auf elf Länder; acht davon: Sudan, Äthiopien, Mosambik, Tansania, Madagaskar, Sambia und die Demokratischen Republik Kongo sind afrikanische Staaten. Das deutsche Landwirtschaftsministerium hat die Leitlinien mit 2,1 Millionen Euro gefördert und darauf bestanden, die Beteiligungsrechte von Frauen und Mädchen zu stärken. Bundesagrarministerin Ilse Aigner kündigte an, dass die freiwilligen Leitlinien in der Zukunft eine Bedingung für die bilaterale Zusammenarbeit mit Partnerländern seien und auch von internationalen Geberinstitutionen berücksichtigt werden müssten. Wichtig sei, dass die Regeln auf UN-Ebene verabschiedet und so von der Staatengemeinschaft legitimiert werden.
3. Sudanesischer Präsident unerwünscht beim AU-Gipfel
Wie die Financial Times Deutschland berichtet, hat sich Malawis neue Präsidentin Joyce Banda dagegen ausgesprochen, dass ihr sudanesischer Kollege Omar al-Baschir zum Treffen der Afrkanischen Union (AU) im Juli in Lilongwe eingeladen wird. Sie begründete dies mit negativen Auswirkungen auf die malawische Wirtschaft. Vergangenes Jahr kürzten die USA und die EU Entwicklungsgelder, nachdem Malawi den vom Internationalen Strafgerichtshof gesuchten Präsidenten empfangen hatte.
4. Hoffnungen auf Wohlstand in Mosambik
Die tageszeitung berichtet über die jüngsten Rohstofffunde in Mosambik und über die Versuche der dortigen Regierung, von den Vorkommen zu profitieren. Mehrere internationale Konzerne, wie das US-amerikanische Unternehmen Andarko Petroleum, hätten vor, in der Zukunft, Öl, Gas, Steinkohle und andere Rohstoffe in Mosambik zu fördern. Damit das Land nicht leer ausgeht, habe die Regierung eine Kapitalertragssteuer von 12,8 Prozent eingeführt. Bis große Summen in den nationalen Haushalt fließen werden, werde es allerdings noch eine Weile dauern. „Solange das Öl noch unter der Erde liegt, bleiben wir arm“, so die Bergbauministerin Esperanca Bias.
5. WWF warnt vor Vernichtung von Regenwald für Palmenöl in Kamerun
Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, sollen in Kamerun fast 80.000 Hektar Regenwald gerodet werden, um neue Plantagen für die Palmenölproduktion anzulegen. Der World Wide Fund For Nature (WWF) kritisiere, dass die US-amerikanische Firmengruppe Herakles Capital über ihre Tochterfirma Sustainable Oil Cameroon den Kahlschlag unter dem Deckmantel des Roundtable for Sustainable Palmoil (RSPO) vorantreiben möchte. Das Vorgehen des Unternehmens sei inakzeptabel, da die lokalen Gemeinden weder ausreichend informiert noch ihre Zustimmung für das Projekt eingeholt wurde. Die ansässige Bevölkerung sei existenziell auf die Ressourcen aus diesen Wäldern angewiesen und habe sich mit 20 offiziellen Beschwerdebriefen aus Dörfern, Abgeordneten und Bürgermeistern, die dem WWF vorlägen, gegen die Errichtung der Plantage ausgesprochen.
TAGS: Afrika, Afrikanische Union, Deutschland, Entwicklungszusammenarbeit, Ernährung, FAO, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Kamerun, Landwirtschaft, Malawi, Mosambik, Politik Aktuell, Rohstoffe, Sudan, UNO, Was wir lesen
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08.05.2012 at 17:24
Protest gegen Nahrungsmittel-Spekulationen
Spekulanten profitieren vom Handel mit Nahrungsmitteln, während die Zahl der Hungernden weltweit steigt! Die Initiative handle-fair.de protestiert dagegen!