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Melinda Gates über Familienplanung. Die Zeitungsschau


Apr 10th, 2012 6:05 PM UTC
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Die Themen des Tages:

  1. Melinda Gates über Familienplanung
  2. Norden Malis spaltet sich ab
  3. Lobbyist im Entwicklungsministerium
  4. Neue Präsidentin in Malawi
  5. Neue Anschläge in Nigeria
  6. N’Dour wird Teil der neuen Regierung im Senegal

1. Melinda Gates über Familienplanung

Die Milliardärin Melinda Gates spricht mit der Welt über die einseitige Darstellung Afrikas und die Notwendigkeit der Entwicklungszusammenarbeit. Als Mitbegründerin der Bill&Melinda Gates Stiftung widme sie sich verstärkt der hohen Mütter- und Kindersterblichkeit und setze sich dafür ein, dass Frauen selbst darüber entscheiden können, ob sie schwanger werden wollen oder nicht. In einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte sie über ihr philantropisches Engagement: „Wem viel gegeben wird im Leben, von dem wird auch viel erwartet.“ Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, haben Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) und Melinda Gates bei einer Pressekonferenz verkündet, dass die Bundesregierung gemeinsam mit der Bill&Melinda Gates Stiftung 20 Millionen Euro in Familienplanung und Müttergesundheit in Westafrika investieren wird. Laut Niebel sei Familienplanung ein entscheidender Hebel, um Mütter- und Kindersterblichkeit in Entwicklungsländer zu senken.

2. Norden Malis spaltet sich ab

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Tuareg-Rebellen nach monatelangen Kämpfen die Unabhängigkeit des nördlichen Teil Malis ausgerufen haben. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich, die Europäische Union (EU) und die Afrikanische Union (AU) erkannten jedoch die Unabhängigkeit des Staates „Azawad“ nicht an. Bei ihrem dritten Versuch der Machtergreifung nutzten die Tuareg das Chaos aus, das in der Hauptstadt Malis seit dem Militärputsch Ende März herrscht. Ziel der rebellierenden Soldaten in Bamako war es ursprünglich gewesen, stärker gegen die Tuareg vorzugehen. Nach Angaben der UN sind in den Tuareg-besetzten Gebieten mehr als 200.000 Menschen auf der Flucht. Wie der Tagesspiegel berichtet, hat das Militär in Bamako eingewilligt, die Macht an eine Zivilregierung abzugeben. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass der aus seinem Amt vertriebene Präsident Amadou Toumani Touré seinen Rücktritt erklärt habe. Der Parlamentspräsident Dioncounda Traoré werde die Übergangsregierung übernehmen und Neuwahlen organisieren. Laut Spiegel befürchten Experten, dass Mali sich zu einem „failed state“ entwickeln könne.

3. Lobbyist im Entwicklungsministerium

Wie SpiegelOnline berichtet, beschäftigen mehrere Bundesministerien, die unter der Leitung der FDP sind, Lobbyisten, so der Lobbyismusbericht des Innenministeriums. Eines dieser Ministerien sei das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das einen Mitarbeiter des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) beschäftigen soll. Der Einsatz externer Mitarbeiter in Ministerien sei zwar legal, unterliege jedoch scharfen Regeln. So dürften Externe keine „Funktion im Leitungsbereich“ innehaben. Im BMZ sei jedoch ein Experte des BDI zwei Jahre lang für die „Unterstützung der zuständigen Referenten bei der Erarbeitung/Koordinierung von BMZ-Positionen“ im G8/G20-Referat verantwortlich gewesen.

4. Neue Präsidentin in Malawi

Die tageszeitung berichtet, dass Joyce Hilda Banda die neue Präsidentin Malawis ist und damit die zweite Frau an der Spitze eines afrikanischen Staates. Der vorherige Präsident Bingu wa Mutharika war im Alter von 78 Jahren einem Herzinfakt erlegen. Trotz einiger Befürchtungen, dass es zu politischen Spannungen komme könne, sei der Machtwechsel friedlich verlaufen. 2010 hatte Mutharika Banda aus der Regierungspartei Democratic Progressive Party gedrängt, woraufhin diese ihre eigenen Partei, die People’s Party, gegründet hatte.

5. Neue Anschläge in Nigeria

Wie Süddeutsche Zeitung berichtet, sind am Wochenende 36 Menschen durch eine Autobombe in der zentralnigerianischen Stadt Kaduna ums Leben gekommen. Obwohl sich noch niemand zu dem Anschlag bekannt habe, werde vermutet, dass die radikal-islamistische Terrorgruppe Boko Haram dafür verantworlich ist. Grund dafür sei die Wahl des Zeitpunktes und des Ortes; der Anschlag fand zu Ostern in der Nähe einer Kirche statt. In der Stadt Jos soll es auch zu einer Explosion gekommen sein, bei der jedoch niemand ums Leben kam. Außerdem seien 22 Menschen bei dem Einsturz einer Kirche gestorben. Allerdings soll es sich hierbei um einen Unfall, und nicht um einen Anschlag gehandelt haben.

6. N’Dour wird Teil der neuen Regierung im Senegal

Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung wird der international bekannte Musiker Youssou N’Dour Kultur- und Tourismusminister, nachdem er zuvor nicht zur senegalesischen Präsidentenwahl zugelassen wurde. Berufen wurde er vom neuen Präsidenten des Senegal, Macky Sall.

TAGS: Afrika, Afrikanische Union, Bill und Melinda Gates Stiftung, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), Deutschland, Dirk Niebel, Entwicklungszusammenarbeit, EU, FDP, Frankreich, Frauen, Gesundheit, Gesundheit von Kindern, Gesundheit von Müttern und Kindern, Malawi, Mali, Nigeria, Politik Aktuell, Senegal, Was wir lesen

 

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