Nov 16th, 2011 5:21 PM UTC
By ONE Deutschland
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Die Themen des Tages:
1. Cholera-Ausbruch in kenianischem Flüchtlingslager Dadaab
Wie unter anderen die Bild-Zeitung berichtet, hat sich die hygienische Situation im größten Flüchtlingslager der Welt im kenianischen Dadaab aufgrund anhaltender heftiger Regenfälle dermaßen verschlechtert, dass die Cholera ausgebrochen ist. Dies bestätigte Andrej Mahecic, Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCRA, am Dienstag in Genf. 60 Cholera-Fälle seien gemeldet worden, wovon bereits zehn durch Laboruntersuchungen hätten bestätigt werden können. Auch sei schon ein Todesfall eines Flüchtlings zu registrieren. „Die Krankheit, hervorgerufen durch verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene, sei vermutlich durch Neuankömmlinge eingeschleppt worden“, heißt es in einem Artikel des Hamburger Abendblatts online weiter. Experten warnten vor einer Ausbreitung der Cholera.
2. EU: Einmarsch kenianischer Soldaten gefährdet Hilfe für Hungernde und Vertriebene
Wie dpa berichtet, stelle der Einmarsch kenianischer Soldaten nach Somalia (ONE berichtete) nach Ansicht der Europäischen Union eine Gefährdung für die Hilfe von zehntausenden Hungernden und Vertrieben in der Region dar. Wie der zuständige Abteilungsteiler der EU-Behörde für Katastrophenhilfe, Cees Wittenbrood, am Dienstag in Brüssel bekanntgab, habe die Militäraktion die Unsicherheit erhöht. „Man kann die Gründe dafür verstehen, dass die Kenianer versuchen, die Ordnung wieder herzustellen. Aber für die betroffenen Menschen sind die Folgen sehr schlimm“, so Wittenbrood. So hätten die Hilfsorganisationen Probleme damit, „Zugang zu den Hilfsbedürftigen zu bekommen“. Auch stoppte Kenia die Aufnahme weiterer somalischer Flüchtlinge in das kenianische Flüchtlingslager Dadaab.
3. Bundesbürger gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln
Die große Mehrheit der Deutschen findet die Spekulation mit Nahrungsmitteln „nicht akzeptabel“, berichten unter anderen Der Tagesspiegel und die Bild-Zeitung, und berufen sich damit auf die Ergebnisse einer Forsa-Studie im Auftrag der Verbraucherorganisation Foodwatch. Demnach stimmten 84 Prozent der befragten Bundesbürger gegen den spekulativen Handel mit Agrarrohstoffen. Des Weiteren kommt es bei zwei Dritteln der Befragten sogar zu der Forderung, dass Finanzinstitute, wie beispielsweise die Deutsche Bank, komplett aus dem Geschäft der Nahrungsmittelspekulation aussteigen sollten.
Die Umfrage basiert auf dem Mitte Oktober von Foodwatch vorgestellten Bericht „Die Hungermacher“, welcher die Verteuerung der Nahrungsmittel zu einem Großteil auf Spekulanten zurückführte (ONE berichtete). Dabei geriet vor allem Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann ins Visier der Autoren und Kritiker, da diese ihm eine Mitschuld am weltweiten Hungerproblem attestierten. Nach Spiegel-Online-Informationen habe Ackermann deshalb eine Arbeitsgruppe damit beauftragt, die Vorwürfe gegen seine Bank zu prüfen. „Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen“, so der Deutsche-Bank-Chef.
4. Deutscher Entwicklungshilfe mangelt es an Transparenz
Laut einer am Dienstag veröffentlichten Rangliste der Organisation Publish What You Fund mangele es der staatlichen deutschen Entwicklungshilfe an Transparenz, berichtet die Financial Times Deutschland. So würden die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie die KfW-Entwicklungsbank nur unzureichende Informationen über geförderte Projekte offen legen, weshalb sich die Steckenpferde der Bundesregierung für technische, als auch finanzielle Zusammenarbeit nur „im schlechten Mittelfeld“ der Rangliste wiederfänden. Ganz vorne hingegen seien die Weltbank und der Global Fund to Fight Aids. Doch auch die USA, Japan und Frankreich als weitere große Geber müssten sich mit schlechten Platzierungen zufrieden geben. „Der Mangel an Transparenz führt zu Verschwendung, Dopplungen und Ineffizienz“, so die Geschäftsführerin der Organisation Publish What You Fund.
5. IPCC mit „Sonderbericht Extremwetter“
Wie sich der Kieler Klimaforscher Mojib Latif im dpa-Expertengespräch äußerte, wolle der Weltklimarat IPCC am 18. November in der ugandischen Hauptstadt Kampala einen „Sonderbericht Extremwetter“ vorstellen, in welchem die aufgrund des Klimawandels hervorgerufene Verschiebung von wichtigen Wettermustern erläutert werden solle. Bei einer zugrunde gelegten Erwärmung der Durchschnittstemperatur um vier bis fünf Grad bis 2100, „werde es in Afrika häufiger verheerende Dürren geben, in Süd- und Südostasien mehr zerstörerische Regenstürme“, so Latif. Zwar gehe der am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel beschäftige Wissenschaftler nicht davon aus, dass der Bericht zu großen Überraschungen führe, doch seien „einzelne Bereiche detaillierter dargestellt“. Die CO2-Bilanz für 2010 halte er indes für mehr als erschreckend (ONE berichtete), da aufgrund des starken Zuwachses an Emissionen im letzten Jahr doch „genau das Gegenteil von dem“ passiere, „was hätte passieren müssen.“
6. Wachstumsregion Afrika lockt Anleger
Wie das Handelsblatt berichtet, werde das Urteil der Investoren, dass im Hinblick auf Kapitalanlagen in Afrika die Risiken häufig die Chancen überwiegen, „schon bald einer Revision bedürfen.“ Zwar sähen sich potenzielle Investoren in vielen Ländern Afrikas noch einer unzureichenden Finanzmarktinfrastruktur gegenüber, doch würden nach China nun auch zunehmend europäische und amerikanische Finanzhäuser in Afrika „den letzten unentdeckten Kontinent“ sehen. Sharat Dua, Portfolio-Manager des Magna Afrika Investmentfonds, ist sich zwar über die noch vorhandenen politischen Risiken bewusst, „doch bewegt sich Afrika zweifellos in die richtige Richtung.“ So würde sich laut der Allianz-Gruppe insbesondere aufgrund der demographischen Entwicklung des Kontinents eine „historische Chance bieten, die Armut zu besiegen“. Afrika werde zunehmend „Ziel für Kapitalanlagen“, was nicht nur an steigenden ausländischen Direktinvestitionen festzustellen wäre, sondern ebenso an der Zunahme verschiedener Anlageprodukte, wie beispielsweise Investmentfonds und Zertifikate.
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