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ONE Africa Award 2011: Anspruch auf medizinische Versorgung in Ghana


15.11.2011 10:54Uhr
von ONE Deutschland

Es ist Zeit, unseren zweiten Finalisten für den „2011 ONE Africa Award“ bekannt zu geben.

Nach Togo begaben wir uns für ein Treffen mit der Alliance for Reproductive Health Rights (ARHR) nach Accra, Ghana. Die 2004 von einer Gruppe von Nichtregierungsorganisationen ins Leben gerufene Allianz übernahm eine nicht länger aktive Initiative von Save the Children und setzt sich heute für den Anspruch auf medizinische Fürsorge im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit ein. Vicky Okine, Geschäftsführerin der ARHR und ehemalige Leiterin des Save the Children-Programms, erkannte wie wichtig es war, das bestehende Programm fortzuführen. Dieses gründet sich auf das Potenzial der Gesundheitsorganisationen in den lokalen Gemeinden, ihre Gemeinschaften zu stärken und den Anspruch auf leicht zugängliche medizinische Versorgung im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu fördern. Hierzu koordiniert die Allianz die Gemeindeorganisationen, stellt ihnen die Charta der Patientenrechte bereit und führt Schulungen im Bereich der reproduktiven Gesundheit durch. Zudem werden lokale Organisationen durch die Allianz darin unterstützt, zusammenzukommen und ihre Erfahrungen in der Gemeinde auszutauschen, voneinander zu lernen und sich zusammenzuschließen.

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Das Team der Alliance for Reproductive Health Rights

Mit ihrem rechtsbasierten Ansatz als Grundlage ihrer Aktivitäten bestärkt die ARHR lokale Gemeinden in ihrem Anspruch, medizinische Versorgung von ihren Regierungen zu fordern. Obwohl Ghana Richtlinien für die medizinische Betreuung von Schwangeren und Müttern eingeführt hat, werden diese in dörflichen Gegenden prinzipiell nicht berücksichtigt. Aufgrund der mangelnden Information der Bevölkerung erhalten viele Menschen von den Gesundheitsbehörden lediglich eine unzureichende medizinische Versorgung. Mithilfe der Allianz sind die lokalen Organisationen nun jedoch in der Lage, gemeinsam Lobbyarbeit für eine bessere Versorgung zu betreiben und den Menschen lokal Schulungen anzubieten, damit diese ihre Rechte kennen, die unzureichende medizinische Versorgung öffentlich machen und gemeinsam mit anderen eine bessere Versorgung einfordern können.

Dank einer vor Kurzem durchgeführten Initiative gelang es Patienten beispielsweise, Treffen mit den Gesundheitsbehörden der einzelnen Bezirke zu organisieren, um ihren Anspruch auf eine bessere medizinische Versorgung durchzusetzen.

Das ARHR-Konzept ist einzigartig, denn der rechtsbasierte Ansatz der Allianz überträgt das Prinzip von Nachfrage und Angebot auf den Bereich der Sozialdienste. Die Allianz versorgt die Menschen mit den Informationen, die sie benötigen, um diese Sozialleistungen einzufordern, und beeinflusst zudem die öffentliche Gesundheitspolitik. Des Weiteren veröffentlicht die ARHR Materialien zur Aufklärung der Bevölkerung über die Regierungspolitik und leitet auf lokaler Ebene gesammelte Informationen wiederum an das Gesundheitsministerium weiter, um so Änderungen der bestehenden Gesetze herbeizuführen.

Da die ARHR für ihre Lobbyarbeit die Medien, einschließlich Radio und Fernsehen, nutzt, sind die Betroffenen mittlerweile besser darüber informiert, welche Fortschritte Ghana bezüglich der Millennium-Entwicklungsziele erreicht hat. Anfangs des Jahres produzierte die ARHR einen Dokumentarbericht mit dem Titel „The Lights Have Gone Out Again“ („Die Lichter sind wieder ausgegangen“), welcher im ghanaischen Fernsehen ausgestrahlt wurde und so auf die Versorgungslage im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit aufmerksam machte.

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ARHR-Mitarbeiter

Mit ihren zahlreichen Initiativen konnte die ARHR die Vorgehensweise der Regierung erfolgreich beeinflussen. Erste Verbesserungen im Gesundheitswesen in Form einer erweiterten medizinischen Versorgung sind bereits erkennbar. Medizinische Einrichtungen können Gemeindemitglieder nicht länger abweisen und ihnen die Gesundheitsfürsorge verweigern, denn diese sind heute mit Informationen der Allianz gewappnet und bestehen auf ihrem Recht auf medizinische Versorgung.

Weiterhin alles Gute für die Alliance for Reproductive Health Rights!

– Edith Jibunoh –

Schlagworte: Afrika, Gesundheit, Ghana, ONE, ONE Africa Award

 



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