Nov 3rd, 2011 2:38 PM UTC
By ONE Deutschland
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Die Themen des Tages:
1. Bill Gates stellt in Cannes neues Konzept zur Entwicklungsfinanzierung vor
In einem Interview mit Die Welt spricht Bill Gates über sein Vorhaben, auf dem anstehenden G20-Gipfel den Regierungschefs Vorschläge zur zukünftigen Entwicklungsfinanzierung zu präsentieren. Dabei sei es eine echte Gefahr, dass aufgrund der gegenwärtigen Schuldenkrise der Euro-Staaten die Entwicklungshilfe für die ärmsten Länder der Welt aus dem Fokus gerate. Gates bezeichnet dies als äußerst unklug, verfügten die Länder des Südens doch über ein „riesiges Angebot an Lebensmitteln, Rohstoffen und Arbeitskräften“. Zudem dürfe man die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen der Industrienationen nicht außer Acht lassen, weshalb er die ärmsten Länder der Welt schon bald als „wichtigen Teil der Weltwirtschaft“ sehe. Um zusätzliche finanzielle Mittel zur Erreichung des 0,7 Prozent-Ziels zu generieren, schlägt Gates in seinem Bericht für die G20 wahlweise die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, die Erhöhung der Tabaksteuern oder Steuern auf Kerosin und Schiffstreibstoff vor.
Auch Papst Benedikt XVI. äußerte sich aus Anlass des G20-Gipfels. Laut AFP habe er die Staats- und Regierungschefs der G20 vor ihrem Treffen in Cannes zur weltweiten Überwindung von Entwicklungshindernissen aufgefordert. Das Treffen müsse helfen, eine „uneingeschränkte und wirklich menschliche Entwicklung“ zu ermöglichen, weshalb er eine weltweite Reform des Wirtschaftssystems fordere.
Auch Hilfs- und Entwicklungsorganisationen traten im Vorfeld des G20-Gipfels mit Forderungen an die Staats- und Regierungschefs heran. So warnte Oxfam vor einem drastischen Rückgang der staatlichen Entwicklungshilfe im kommenden Jahr. Die Organisation begründete dies mit dem Rückgang der Hilfsmittel bis Ende 2012 um umgerechnet 6,9 Milliarden Euro, die auf Kürzungen in Italien, Spanien, den USA und den Niederlanden zurückgehen. Derweil forderte das katholische Hilfswerk Misereor „ein Ende der Zaghaftigkeit“ bei der Armutsbekämpfung und verwies vor dem Hintergrund einer Milliarde hungernder Menschen weltweit auf die notwendige Stabilisierung der Nahrungsmittelpreise.
2. Uno legt weltweite Rangliste der Lebensqualität vor
Wie unter anderen das Handelsblatt und die Berliner Zeitung berichten, stellte das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) am Mittwoch in Genf seinen Index der menschlichen Entwicklung (HDI) vor. Dabei belege Norwegen wie im Vorjahr den ersten Platz in der Ranglister der Länder mit der weltweit höchsten Lebensqualität. Der Index, welcher insgesamt 187 Länder und Territorien bewertete, solle ein zusammengesetztes „Maß für das menschliche Wohlergehen“ sein. Er kombiniere dabei Werte wie die Lebenserwartung, Alphabetisierungsrate, Einschulungsquote und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf. Am unteren Ende der Tabelle lägen zehn Länder in Afrika südlich der Sahara, wie etwa Burundi, Niger und die Demokratische Republik Kongo. Die Menschen in diesen Staaten litten unter großer Armut und schlechten Bildungschancen, so die UNDP-Experten. Viele dieser Länder litten noch heute unter den Folgen zerstörerischer Konflikte.
Auch Die Tageszeitung berichtet über den UNDP-Bericht und legt dabei den Fokus auf die Zunahme der Umweltverschmutzung und Erderwärmung. Beides bedrohe die bereits erreichten Fortschritte bei den Lebensbedingungen von Menschen in Armut. Der Jahresbericht der UNDP zeige den „unauflösliche Zusammenhang“ zwischen Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Klimawandel.
3. Ex-Minister sagen Teilnahme an 50-Jahr-Feier des BMZ ab
Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, haben die drei früheren Entwicklungsminister Egon Bahr, Erhard Eppler und Heidemarie Wieczorek-Zeul (alle SPD) ihre Teilnahme an der 50-Jahr-Feier des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) abgesagt. Die SPD begründete dies mit der Amtsführung des jetzigen Ressortchefs Dirk Niebel (FDP). „Dieser habe es zweimal abgelehnt, dass auch Eppler bei der Feier am 14. November ein Grußwort halten dürfe. Ihm fehle deshalb die Souveränität, diesem ausdrücklichen Wunsch von Mitarbeitern des Hauses nachzukommen. Zudem könnten wiederholte Äußerungen Niebels nur als massive Kritik an der früheren Arbeit des BMZ verstanden werden.“
TAGS: Afrika, Bill Gates, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), Burundi, Dirk Niebel, DR Kongo, Entwicklungszusammenarbeit, Ernährung, FDP, G20, Handel, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Infrastruktur, Innovative Finanzierungsmechanismen, Intelligente Hilfe, Klimawandel, Niger, Norwegen, ONE, Oxfam, Papst Benedikt XVI., Politik Aktuell, Rohstoffe, SPD, UNO, Was wir lesen, Wirksamkeit
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