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Zeitungsschau 30. August 2011


Aug 30th, 2011 1:06 PM UTC
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Die Themen des Tages:

  1. Horn von Afrika: Verantwortung der afrikanischen Eliten für Hungerkrise
  2. 31. Oktober 2011: Geburt von Mensch Nummer 7 000 000 000
  3. Peter Pawelka: Demokratie oder Öl
  4. Spekulations-Kapitalismus: Pedro Páez im taz-Interview


1. Horn von Afrika: Verantwortung der afrikanischen Eliten für Hungerkrise

Laut epd tragen die afrikanischen Eliten dem Entwicklungsexperten Joachim von Braun zufolge Mitschuld an der Hungerkatastrophe in Ostafrika. „Gott sei Dank ist diese schreckliche Hungersnot vielen afrikanischen Wirtschafts- und Staatsführern peinlich“, habe der Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung an der Universität Bonn am Montag im Deutschlandradio Kultur gesagt. Es handle sich insgesamt um ein breites Versagen, das ebenso auf die weltweiten Klimaprobleme zurückzuführen sei. Auch die internationale Staatengemeinschaft hätte unzureichend gehandelt, während die Afrikanische Union „manch Positives“ für die Sicherheit am Horn von Afrika geleistet hätte. Die internationale Entwicklungshilfe in Ostafrika hingegen lobte von Braun, sie sorge für nachhaltige Erfolge.  Die Frankfurter Rundschau zitiert Walter Lindner, den Afrika-Beauftragten des Auswärtigen Amtes, mit den Worten: „Die Situation [am Horn von Afrika] verschärft sich immer weiter“. Grund sei der nicht abbrechende Flüchtlingsstrom von Somalis, der dafür sorge, dass die Felder in Somalia selbst bei einsetzendem Regen nicht bestellt werden. Die Menschen würden nicht in die Bürgerkriegsgebiete zurückwollen, wo die Sicherheitslage verheerend sei.

2. 31. Oktober 2011: Geburt von Mensch Nummer 7 000 000 000

Dpa und Hamburger Abendblatt berichten über Befürchtungen eines Kampfes um knapper werdende Ressourcen bei einer wachsenden Menschheit. Der „offizielle“ Schritt von sechs auf sieben Milliarden Menschen ist auf den 31. Oktober datiert. Doch bereits dieser Tage könnte Mensch Nummer sieben Milliarden geboren werden. Der künftige globale Ausblick sei aber durch eine Vielzahl von Unsicherheiten schwierig, erklärt David Bloom von der Harvard School of Public Health. So reichen UN-Prognosen für 2050 von acht bis 10,5 Milliarden Menschen. Das Wachstum falle regional sehr unterschiedlich aus. Grund hierfür sei der teilweise beschränkte Zugang zu Aufklärung und Mittel der Familienplanung. Staaten wie China und Indien werden an Größe und damit an Macht gewinnen, Kriege zwischen Nachbarstaaten um Ressourcen wie Wasser seien möglich. „Eine Milliarde Menschen hungern“, sagt Ute Stallmeister, Sprecherin der Stiftung Weltbevölkerung. Pro Jahr kämen 82 Millionen Menschen dazu. Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan Deutschland e.V. betont, dass man sich ständig bewusst machen müsse, dass es in zahlreichen Ländern jeden Tag um Leben und Tod ginge.

3. Peter Pawelka: Demokratie oder Öl

Im Tagesspiegel schreibt Kaveh Kooroshy über eine These von Peter Pawelka, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Tübingen, die besagt, dass Länder, die Öl exportieren, nicht demokratisch sein können. Der Experte begründe seine These mit dem Argument der Korruption: „Das Geld aus dem Erdölexport geht direkt an die Machthaber in dem politischen System, und diese können es zu politischen Zwecken nutzen.“ So besänftige die Regierung die Bevölkerung mit sozialen Wohlfahrten, Forderungen nach Demokratie werden im Keim erstickt, so Pawelka im Bezug auf die saudische Monarchie. Eine Demokratie bedürfe neben einer unabhängigen Wirtschaft vor allem fairer Wahlen, die Menschenrechte und politische Freiheit garantieren. Ginge es der Wirtschaft jedoch schlecht, sei es für politische Fraktionen ein Leichtes, Menschen fernab von Wahlen zu mobilisieren.

4. Spekulations-Kapitalismus: Pedro Páez im taz-Interview

Pedro Páez, ehemaliger Wirtschaftsminister Ecuadors spricht in einem Interview mit der taz über eine durch die Finanzkrise begünstigte Ausbeutung der Armen – einen aus seiner Sicht nicht aufrechtzuerhaltenden „Spekulations-Kapitalismus“. Ohne abgestimmtes Handeln werde das „oligarchische Netzwerk von Spekulanten“ in mehr Kriege und mehr Spekulationen ausarten. Es sei bereits eine Situation geschaffen worden, in der die grundlegenden Mechanismen der Wirtschaft verzerrt sind. Es sei eine Erosion des Wohlfahrtsstaates festzustellen – ausgelöst durch Anpassungs- und Sparmaßnahmen, die Steuerdefizite nach sich ziehen. Laut Páez bräuchte es mehr Räume für (mittlere und Klein-)Unternehmen und eine „soziale Energie“.

 

TAGS: Afrika, Afrikanische Union, Äthiopien, Bildung, China, Deutschland, Entwicklungszusammenarbeit, Ernährung, Gesundheit, Handel, Indien, Infrastruktur, Interviews, Kenia, Klimawandel, Migration, ONE, Partner, Politik Aktuell, Regierungsführung, Rohstoffe, Somalia, UNO, Was wir lesen, Wasser

 

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