Jul 8th, 2011 6:06 PM UTC
By ONE Deutschland
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Die Themen des Tages:


1. Südsudan bereitet sich auf Unabhängigkeit vor
Der Südsudan erklärt sich morgen für unabhängig und wird damit der 54. souveräne Staat Afrika. Prognosen zur Zukunft des Staates sind nach einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung derzeit noch schwierig. Es handle sich um ein „kompliziertes, aber keineswegs stabiles Gebilde“, eine Vielvölkergemeinschaft die lediglich durch die gemeinsame Feindschaft gegen das islamische Khartum geeint werde. Die Loyalität des Volkes müsse sich die Regierung erst noch erarbeiten. Der Tagesspiegel wirft beispielhaft weitere Probleme auf: Zum einen das niedrige Bildungsniveau und zum anderen ungeklärte Fragen zum Profit am Rohstoffreichtum.
2. Deutschland will von wachsender Wirtschaft in Afrika profitieren
Mit dem im Juni verabschiedeten Afrika-Konzept will sich Deutschland am Wirtschaftsboom des Kontinents beteiligen. China kombinierte schon früh Entwicklungszusammenarbeit mit eigenem Wirtschaftsinteresse. Eine Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Nigeria sollte den Stein legen für eine Ablösung Chinas im Wettlauf um Rohstoffe, so die Financial Times. Im Haushalt 2011 findet sich der Schwerpunkt „besondere deutsche Interessen, einschließlich Schutz globaler öffentlicher Güter“ anstelle von „guter Regierungsführung“ und der Entwicklungsorientierung eines Landes. Das sei ein guter Wandel, erklärt Helmut Asche, Professor für Afrikanistik an der Universität Leipzig: „Dass auch Deutschland nicht mehr so tut, als hätten wir keine wirtschaftlichen Eigeninteressen in Afrika, ist völlig korrekt“.
3. Dirk Niebel setzt Globalen Fonds unter Druck
Die Welt berichtet von einem „Kampf“ Dirk Niebels gegen den Globalen Fonds, der zur Folge haben könnte, dass die deutschen Beiträge für 2012 nicht mehr zur Verfügung gestellt werden könnten. Zwar sollen die 100 Millionen Euro fließen, wenn der abschließende Bericht einer Prüfungskommission im September positiv ausfalle, im Haushaltsentwurf für Niebels Haus seien die Gelder jedoch nicht enthalten. Uwe Kekeritz, Bundestagsabgeordneter der Grünen, äußert sich in Die Welt empört: „Am meisten Todesopfer kann man herbeiführen, indem man kein Geld zur Bekämpfung lebensbedrohlicher Krankheiten wie Aids zahlt“. Die taz schreibt von einem „ideologischen Krieg“. Bundeskanzlerin Angela hatte noch im vergangenen Jahr Gelder für den Globalen Fonds versprochen und dürfte somit wenig begeistert sein von Niebels Kampf. Christoph Benn zeige sich verzweifelt, zumal die Korruptionsvorwürfe unbegründet seien. Nicht der Globale Fonds, sondern Organisationen vor Ort in Afrika hätten besagte 30 Millionen Euro veruntreut.
4. UN: „Jahrtausendziel“ kann erreicht werden
Das 2000 erklärte Ziel, den Anteil der in Armut lebenden Menschen von 46 auf 15 Prozent zu senken, sei in „greifbarer Nähe“, wie dem UN-Armutsbericht nach Angaben der dpa zu entnehmen sei. Grund für den Optimismus gebe das zurzeit starke Wachstum der Entwicklungsländer. Zu den Erfolgen zählen eine Senkung der Zahl der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren um ein Drittel verglichen zu 1990, 21 Prozent weniger Neuerkrankungen von HIV/Aids sowie Verbesserungen im Bereich Bildung. Eine große Baustelle sei hingegen immer noch die Sanitärversorgung.
5. „Bill and Melinda Gates Stiftung“ will Trinkwasser- und Sanitärversorgung verbessern
Die „Bill and Melinda Gates Stiftung“ stellt „innovative“ Lösungen zur Revolutionierung der Trinkwasser- und Sanitärversorgung vor, berichtet Welt Online, darunter Strom aus sich zersetzenden Fäkalien oder Trinkwasser aus aufbereitetem Urin. Entwicklungsminister Dirk Niebel habe zehn Millionen Euro für ein Projekt in Kenia zugesagt, durch das in den kommenden fünf Jahren 800 000 Menschen Zugang zu Sanitärversorgung und 200 000 Menschen Zugang zu Trinkwasser erhalten sollen. Man müsse das klassische Wasserklosett überwinden, erläutert Gates seine Pläne. Die UN stelle sich mit den Milleniumentwicklungszielen der ehrgeizigen Herausforderung, bis 2015 den Anteil der Menschen zu halbieren, denen keine Toilette zur Verfügung steht. „Sanitäreinrichtungen sind entscheidend, um die Armut auf der Welt zu reduzieren, entscheidend für nachhaltige Entwicklung und entscheidend, um jedes einzelne unserer Millenium-Ziele zu erreichen“, zitiert Welt Online Ban Ki Moon.
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