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Erinnerungen an Ghana – und Meningitis


May 23rd, 2011 3:57 PM UTC
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In unserer Blog-Serie zu Impfungen könnt ihr diesmal an Hand der  Erfahrungen  der Ärztin Mercy Ahun in Ghana lesen, wie wichtig die Impfung gegen Meningitis A in Afrika ist (den original Text könnt ihr hier lesen).  Damit die Arbeit von GAVI ausgeweitet werden kann, unterzeichnet jetzt unsere Petition.

Wenn man wie ich in einem Dorf an der ghanaischen Küste aufwächst, verbindet man die trockenen und staubigen Passatwinde, die aus der Sahara herüberwehen, mit Advent, Weihnachten und Fröhlichkeit. Seit ich wegen meiner Arbeit ins Inland gezogen bin, sind diese Winde auch mit Meningitis A verbunden. Meningitis ist die häufigste Form von Hirnhautentzündung hier in Ghana, die alle acht bis zwölf Jahre für schwere Epidemien sorgt.

Meningitis A betrifft Kinder und Jugendliche; die Krankheit tritt plötzlich auf und verursacht heftige Kopfschmerzen, Fieber und einen steifen Nacken. Patienten können innerhalb von 48 Stunden sterben. Ich kann mich noch gut an die Krankenstationen erinnern, in denen ich gearbeitet habe. Patienten mit Hirnhautentzündung lagen meistens auf dem Boden, weil sie sonst während der Krampfanfälle aus dem Bett gefallen wären. Als Medizinstudentin musste ich die verkrampften Kranken oft in die sogenannte Fötus-Position bringen, um die Lumbalpunktion durchzuführen. Hierzu wird Flüssigkeit aus dem Rückenmark entnommen, anhand derer die mutmaßliche Diagnose bestätigt werden kann. Jahr für Jahr verabreichten wir den Patienten alle vier Stunden intravenöse Antibiotika und beteten, dass sie die Krankheit ohne größere Komplikationen überleben würden.

1989 wurde ich Amtsärztin und damit verantwortlich für die präventiven Gesundheitsmaßnahmen einer Stadt mit mehr als einer Million Einwohnern. In dieser Zeit ist mir ein Erlebnis bis heute in Erinnerung geblieben: Angesichts einer drohenden Epidemie waren viele Leute so verängstigt, dass sie fast die Tür zum Kühllager aufgebrochen hätten, in dem wir die Impfstoffe lagerten. So dringend wollten sie an die Impfungen – die Angst in ihren Gesichtern war groß.

1997 brach dann die größte Meningitis-Epidemie aus, die wir jemals hatten. Dieses Mal waren nicht nur wie sonst die vier nördlichen Regionen betroffen, sondern das ganze Land. Insgesamt erkrankten etwa 20.000 Menschen. Und nur wenige Jahre später, im Jahr 2001, klagte ein sehr naher Verwandter von mir plötzlich über Kopfschmerzen – ein gesunder 20-Jähriger! Später brach er zusammen und bekam Antibiotika. Er starb innerhalb von 48 Stunden. Meine Familie war am Boden zerstört; und man munkelte über böse Geister, die ihre Hände im Spiel gehabt haben sollen. Auch heute, zehn Jahre später, ist meine Familie in Afrika noch dabei, diesen Verlust zu verarbeiten.

Es erfüllt mich mit Stolz, dass die GAVI Alliance weitere 100 Millionen US-Dollar zugesagt hat, um die Einführung des neuen Impfstoffes MenAfriVac zu unterstützen, um die Region von Meningitis-Epidemien zu befreien. Wenn unsere Geberkonferenz am 13. Juni erfolgreich ist, kann GAVI diese Impfung in allen gefährdeten afrikanischen Ländern einführen.

Dieses Jahr werde ich meine Kinder Weihnachten zurück nach Ghana bringen. Der Impfstoff MenAfriVac gibt uns die Möglichkeit, ohne Angst vor der ewigen Geißel zu feiern. Der neue Impfstoff gibt uns Hoffnung für die Zukunft.

Mercy Ahun, GAVI Alliance

TAGS: GAVI Alliance, Gesundheit, Ghana, Impfungen

 

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