Apr 28th, 2011 2:37 PM UTC
By ONE Deutschland
Share
Die Themen des Tages:
Adelheid Müller-Lissner berichtet im Tagesspiegel, dass viele Kinderkrankheiten in Afrika mit Impfstoffen verhindert werden könnten, die längst auf dem Markt sind. Einer Unicef-Studie zufolge sterben in der Demokratischen Republik Kongo Jahr für Jahr mindestens 130.000 Kinder an einer Lungenentzündung. Haupterreger sind Pneumokokken – und gegen diese Bakterien gibt es einen Impfstoff. Dank der Global Alliance for Vaccines and Immunization (Gavi) gehören Impfungen in einigen Provinzen Kongos seit wenigen Wochen zum Routineprogramm. In Nicaragua, Guyana, Jemen, Kenia, Sierra Leone und Mali stellt Gavi den Impfstoff bereits zur Verfügung. Bis zum Jahr 2015 soll er in mehr als 40 Ländern zur Verfügung stehen. Auch lebensgefährliche Durchfallerkrankungen sollen durch eine Impfung gegen das Rotavirus verhindert werden.
Die Forschergruppe um den Immunologen Stefan Kaufmann arbeitet seit Jahren mit Kliniken in Äthiopien, Malawi, Südafrika, Gambia, Uganda und Namibia zusammen. Ziel ist die Entwicklung eines verbesserten Impfstoffs gegen die Tuberkulose. Gerade konnten sie ihr Biomarker-Projekt, für das sie 15 Millionen Dollar von der Bill und Melinda Gates Stiftung bekommen haben, bis Ende 2012 verlängern. „Hier war jemand so mutig, ein Projekt der angewandten Grundlagenforschung zu fördern, von dem keiner wusste, was dabei herauskommen würde“, lobt Golinski.
2. UN-Ziel für 2015: Keine Toten mehr durch Malaria
Bereits gestern berichtete der Tagesspiegel, die Fortschritte im Kampf gegen Malaria stimmten die Vereinten Nationen optimistisch, dass die Zahl der Malaria-Toten bis 2015 auf „fast null“ sinken wird. Derzeit sterben noch 750 000 Menschen im Jahr an der durch Moskitos übertragenen Krankheit, sagte der UN-Sonderbeauftragte für Malaria, Ray Chambers, am Montag in New York. Die meisten Opfer seien Kinder unter fünf Jahren und lebten in Afrika südlich der Sahara. Nach Angaben der Organisation haben 43 Länder weltweit, darunter auch elf Länder in Afrika, die Zahl der Toten durch Malaria im letzten Jahrzehnt halbieren können.
3. Gewalt vor Gouverneurswahlen in Nigeria
Ebenfalls gestern berichtete der Tagesspiegel, dass auch die Gouverneurswahlen in Nigeria von Gewalt überschattet worden sind. In der Stadt Maiduguri im Nordosten des Landes explodierten kurz nach Eröffnung der Wahllokale am Dienstag drei Bomben an unterschiedlichen Orten, wie die Polizei des Bundesstaates Borno mitteilte.
4. Afrikanische Union fordert Ende der Angriffe auf libysche Führung
Die afp berichtet, dass die Afrikanische Union (AU) ein Ende der Angriffe auf libysche Regierungsvertreter und die zivile Infrastruktur des Landes gefordert hat. Alle Beteiligten sollten weitere Militäreinsätze gegen Mitglieder der libyschen Führung und die „sozio-ökonomische Infrastruktur“ Libyens unterlassen, forderte der AU-Friedens- und Sicherheitsrat am Mittwoch in einer Erklärung. Diese würden die Lage verschlechtern und einen internationalen Konsens über das weitere Vorgehen in Libyen gefährden. Am Dienstag hatten sich Minister der Mitgliedsstaaten in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba getroffen, um über Libyen und andere Konflikte in Afrika zu beraten.
5. Afrikas Diktatoren bleiben gelassen – und im Amt
Wolfgang Drechsler berichtete gestern im Tagespiegel warum die Revolutionen im Norden Afrikas nicht auf den Süden des Kontinents übergreifen. Ein Grund für den scheinbaren Gleichmut der Afrikaner gegenüber ihren Führern liegt laut Drechsler darin, dass die Menschen dort Schlimmeres als einen nicht am Gemeinwohl interessierten Staatschef, nämlich etwa Hungersnöte oder Kriege, kennen. Zudem hätten Zivilgesellschaften südlich der Sahara keine Protesttradition. Hier würde, anders als in Ägypten, eine Revolution zudem durch die ethnische Zersplitterung vieler Länder erschwert. Das Gefühl, dass man einer gemeinsamen Nation angehört, komme oft gar nicht erst auf, meint Greg Mills von der Brenthurst Foundation. Der für den Autor wichtigste Grund für die relative Ruhe in Afrika liegt aber in der fehlenden Mittelklasse, weshalb es praktisch überall an der kritischen Masse für einen breiten Aufstand mangele.
6. Schulen bauen, Wissen schaffen, Gesellschaft verändern
Franziska Augstein berichtete gestern in der Süddeutschen Zeitung über den Umbau der deutschen staatlichen Entwicklungsorganisationen (sog. „Vorfeldorganisationen“). Ende 2010 hatte Entwicklungsminister Dirk Niebel die Gesellschaft für Technische Zusammenabreit (GTZ) mit dem DED und Inwent, also dem Deutschen Entwicklungsdienst und der Organisation für die Fortbildung auswärtiger Fachkräfte, zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fusioniert. Dies sah der Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung vor. Das Argument für die Fusion sei, dass die Vielzahl von deutschen Organisationen im Ausland zu Verwirrung führte. Ob bürokratischer Aufwand auf die Dauer tatsächlich eingespart werde, lasse sich aber nur schwer voraussagen, so Augustin. Die Fusion erlaube zudem den Schritt von der Entwicklungszusammenarbeit zur internationalen Zusammenarbeit. Während die GTZ nicht in Industriestaaten tätig sein durfte, Inwent aber wohl, darf sich die GIZ nun überall engagieren. Manch einer befürchte, dass man im Ministerium nun beginnt, sich in die Projekte der GIZ einzumischen. Fachleute halten es zwar für angemessen, dass das Ministerium seine Organisatino steuern will. Andere Stimmen melden jedoch auch, dass derzeit eine „Übersteuerung“ stattfinde, zu viel Einmischung in Einzelheiten.
7. Entwicklungshelfer planen erste Afrika-Messe in Norddeutschland
Der epd berichtet, dass Entwicklungshelfer der bundeseigenen Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bremen die nach eigenen Angaben erste Afrika-Messe in Norddeutschland planen. „Wir wollen unsere afrikanischen Mitbürger sichtbar machen und Interesse für sie und für Afrika jenseits von gängigen Klischees wecken“, sagte Katrin Gerhard vom regionalen GIZ-Zentrum. Afrika ist auch in Bremen soll am 16. September in Kooperation mit der örtlichen Verbrauchermesse HanseLife laufen.
TAGS: Afrikanische Union, Äthiopien, Bill und Melinda Gates Stiftung, CDU/CSU, Deutschland, Dirk Niebel, DR Kongo, Entwicklungszusammenarbeit, FDP, Gambia, GAVI Alliance, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), Gesundheit, Impfungen, InWEnt, Kenia, Malaria, Malawi, Mali, Namibia, Nigeria, Politik Aktuell, Regierungsführung, Sierra Leone, Südafrika, Tuberkulose, Uganda, UNO, Was wir lesen
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
