Ihr habt bestimmt schon mitbekommen, dass wir mit unserer Kampagne rund um den UN-Entwicklungsgipfel gerade alles daran setzen, dass bis 2015 kein Kind mit HIV zur Welt kommt. Viele von euch wollten deshalb in den vergangenen Tagen genauer wissen, wie die Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf ihr Kind verhindert werden kann. Unsere Kollegin Erin Hohlfelder gibt euch heute eine kurze Einführung:
Eine HIV-positive Mutter kann das Virus jederzeit an ihr Baby weitergeben – während der Schwangerschaft, während der Geburt und beim Stillen. Deshalb muss die Übertragung des Virus in jeder dieser Phasen verhindert werden. Die Richtlinien, die die Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2010 hierzu herausgegeben hat, sehen vor, dass HIV-positive werdende Mütter so rasch wie möglich anti-retrovirale Medikamente erhalten und diese bis zum Abstillen durchgängig einnehmen.
Sobald das Baby geboren ist, sollte es Nevirapine, ein sehr günstiges Aids-Medikament, über einen Zeitraum von sechs Wochen hinweg erhalten. Das Baby sollte nach Möglichkeit außerdem nicht an der Brust gestillt, sondern mit dem Fläschchen gefüttert werden. Andererseits ist die Ernährung mit industriell gefertigter Säuglingsnahrung teuer, und in ärmlichen Verhältnissen ist die Sicherheit der Ersatznahrung oft schwer zu gewährleisten. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, dass Mütter ihre Babies nur über einen Zeitraum von sechs Monaten stillen, dabei jedoch weiterhin die anti-retroviralen Medikamente einnehmen. Eine aktuelle Studie, die die Harvard Universität in Botswana durchgeführt hat, hat gezeigt, dass auf diese Weise 99 % der HIV-Übertragungen verhindert werden können.
In den vergangenen Jahren hat die medizinische Forschung herausgefunden, wie das Übertragungsrisiko verringert werden kann; gleichzeitig wurde daran gearbeitet, die Resistenzbildung bei bestimmten Medikamenten zu verhindern, damit diese besser wirken können. Diese Forschungsergebnisse sind in die beschriebenen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation eingeflossen. Viele Politiker betonten darüber hinaus die Bedeutung wirksamer Verhütungsmethoden, damit HIV-positive Frauen eine ungewollte Schwangerschaft verhindern können.
Wer mehr Details über dieses spannende Thema wissen will, dem sei das Online-Angebot der Weltgesundheitsorganisation hierzu empfohlen.
— Erin Hohlfelder —
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