Mach mit

Zeitungsschau – 21.06.2010


Jun 21st, 2010 4:11 PM UTC
By

Die Themen heute:

  1. Deutscher zur Entwicklungshilfe –
  2. Der Rohstofffluch – und was man dagegen tun kann –
  3. Viel gehandelt –
  4. Neues in Ouagadougou


1. Deutscher zur Entwicklungshilfe

Wie der edp berichtet, warnt der Vorsitzende des OECD-Entwicklungssauschusses Eckhard Deutscher die Industriestaaten davor, ihre Versprechen in Sachen Entwicklungshilfe aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise nicht einzuhalten. Ein solcher Ansatz gefährde die „politische Glaubwürdigkeit“. Deutscher betonte während des Interviews mit dem epd, dass besonders in Entwicklungsländern die Anzahl der Armen wieder steige und, dass Entwicklungsländer „die Finanzkrise schließlich nicht verursacht haben“. Deutscher sieht insbesondere Dirk Niebels Bestrebungen, die Entwicklungshilfe „sichtbarer“ zu machen und in Zukunft nur ein Drittel über multilaterale Organisationen laufen zu lassen als „falsch“. Laut Deutscher sind „Sichtbarkeit und Konzentration auf bilaterale Hilfe“ nicht die richtigen Schwerpunkte, es solle stattdessen mehr Fokus auf tatsächlich erzielte Erfolge gelegt werden. Er fordert weniger Zersplitterung innerhalb der Entwicklungszusammenarbeit und mehr Kooperation mit Bereichen wie Landwirtschaft und Wirtschaft.

Wie der epd am heutigen Tag desweiteren berichtet, begrüßt der Dachverband VENRO die vorgesehenen Reformen im Entwicklungsbereich im Großen und Ganzen. Der Vorsitzende Ulrich Post kritisiert jedoch, dass der Schwerpunkt zu sehr auf dem „Erscheinungsbild der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in den Medien liege“, so der epd.

2. Der Rohstofffluch – und was man dagegen tun kann

Dagmar Dehmer widmet sich im heutigen Tagesspiegel dem Thema Rohstoffe und geht u.a. auch der Frage nach der Bedeutung politischer Instabilität im Bezug auf Ressourcen nach. Dehmer beschreibt in diesem Zusammenhang den Konflikt zwischen Ruanda und dem Ostkongo in den 90er Jahren, bei dem es auch um die Kontrolle der Koltan-Minen ging. Koltan spielt bei der Herstellung von Handys eine bedeutende Rolle und noch heute, so Dehmer, wird im Ostkongo „unter der Kontrolle von am Bürgerkrieg beteiligten Milizen Tantal gefördert“. Die Autorin geht auf den sogenannten „Rohstofffluch“ ein und widmet sich der Frage, warum ein Reichtum an Bodenschätzen nicht zwangsläufig zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes führt. Dehmer sieht die Gründe hierin in der „politisch instabilen Lage in diesen Ländern“ und dem großen Maß an Korruption, das dort oftmals herrscht und Investoren abschreckt. Es gibt jedoch Hoffnung. So setzt sich beispielsweise die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) auf „mehr Transparenz“ sowie Zertifizierungsmaßnahmen, um die unproblematische Herkunft von Ressourcen zu gewährleisten und z.B. zu verhindern, dass „Blut-Diamanten“ ihren Weg auf die Märkte finden. Auch die BGR und die GTZ sind laut Dehmer am Aufbau von Zertifizierungssystemen für Ressourcen wie Koltan beteiligt.

3. Viel gehandelt

Wie die dpa AFX berichtet, betreiben Afrika und die Schwellenländer viel Handel untereinander. Laut eines aktuellen Berichts der Vereinten Nationen (UNCTAD) seien Rohstoffe trotz der Wirtschaftskrise sehr gefragt. So war 2008 der Handel afrikanischer Länder mit einem Volumen von 38% „etwa gleichbedeutend wie deren Austausch mit der Europäischen Union“. UNCTAD zufolge wird die Bedeutung der Industriestaaten im weltweiten Handel weiter abnehmen.

Neues in Ouagadougou

Wie Joachim Müller-Jung in der FAZ.Net erläutert, hat es die Hauptstadt Burkina Fasos „inzwischen zu einer Prominenz“ gebracht. Nicht nur aufgrund des von Christoph Schliengensiefs neu errichteten Operndorfs; in der Stadt soll auch bald das von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung mit €10 Mio. finanzierte African Biosafety Network of Expertise entstehen, dass den „sicheren Umgang mit transgenen Kulturpflanzen“ lehren soll. Laut Müller-Jung soll nun das „Ernährungsversprechen der grünen Landtechnik“ durch US-Lehrkräfte in Afrika verbreitet werden. Die National Research Council warnt vor „ökonomischen und ökologischen Kollateralschäden“ und vor Resistenzen, die vom „Saatgutriesen Monsanto“ „kleingeredet werden“.

TAGS: Bill und Melinda Gates Stiftung, Burkina Faso, Deutschland, Dirk Niebel, EU, Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), Handel, OECD, Politik Aktuell, VENRO, Was wir lesen

 

Leave a Comment

 

Name (required)

 

Email (will not be published) (required)

 

 

Der ONE Blog

Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.

Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.