Äthiopien

Tobias Kahler beim Start der Wahl-Kampagne von ONE 2009, Heute wählt Äthiopien. Grund genug für uns, einen letzten Rückblick auf Tobias Kahlers Reise in das ostafrikanische Land zu werfen. Anfang April hatte der Direktor von ONE Deutschland auf Einladung des Evangelischen Entwicklungsdienstes (eed) und Brot für die Welt Äthiopien besucht. Einige seiner Erlebnisse hielt er als Reisenotizen fest. Zum Abschluss der Reihe zieht Tobias noch einmal Bilanz. In einer Diashow haben wir ein paar seiner schönsten Fotos zusammengestellt.

Auf dem Flug zurück nach Deutschland denke ich darüber nach, was ich den vergangenen neun Tagen gesehen und gelernt habe. Wir haben spannende, ermutigende Projekte besucht und zahlreiche Diskussionen über Entwicklungsmöglichkeiten und Entwicklungsherausforderungen geführt.

Es sind viele Eindrücke, die mich von nun an in meiner weiteren Arbeit und darüber hinaus begleiten werden und die mir auch sicherlich Ansporn sind, mich weiter im Kampf gegen extreme Armut einzusetzen. Drei Impressionen stechen vielleicht ganz besonders hervor:

  1. Das Mädchen, das sich aufopferungsvoll um ihre drei kleinen Geschwister kümmert, seit ihre Eltern an Aids gestorben sind. Sie tut alles dafür, trotzdem selbst einen Schulabschluss zu bekommen, um vielleicht später als Krankenschwester anderen Kindern dieses Schicksal zu ersparen.
  2. Die Straßen von Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, aus dem Fenster des Kleinbusses: Der Straßenzustand wechselt von neu asphaltiert bis schlaglochzerfressen. Die vorbeiziehenden Häuser stehen dicht an dicht: einfache Ziegelbauten neben schicken Hotels neben einfachsten Wellblechhütten. Der Kontrast der Häuser spiegelte den Kontrast zwischen den Menschen wieder, die wir auf den Gehwegen sehen: die einen in schicken Anzügen, die anderen in zerrissener Kleidung, die nächsten in traditionellen Gewändern.
  3. In einem großen Tukul, der traditionellen äthiopischen Hütte, die Geschichte einer Frau zu hören, die als Mädchen beschnitten wurde, was später in ihrem Leben zu schweren Komplikationen durch Fisteln führte. Wie sie von ihrem Mann und ihrer Familie verstoßen wurde, aber dank einem Entwicklungsprojekt medizinische Hilfe erhielt und schlussendlich wieder in ihre Gemeinde integriert wurde.


Zum Abschluss noch einmal ein herzliches Dankeschön an Brot für die Welt und den Evangelischen Entwicklungsdienst, die diese Reise möglich gemacht haben.