May 16th, 2010 10:59 AM UTC
By Tobias Kahler
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Anfang April reiste Tobias Kahler, Direktor von ONE Deutschland, auf Einladung von Evangelischem Entwicklungsdienst und Brot für die Welt nach Äthiopien. Was er dort erlebte, hat er in Reisenotizen niedergeschrieben. Bereits gestern berichtete Tobias vom Besuch in Hossaina.
Nun sitzen wir bei einer eindrucksvollen Kaffeezermonie in einem großen Tukul, einer traditionellen Äthiopischen Hütte, mit etwa 40 Teilnehmern des Projektes zusammen. Diese berichten uns davon, wie durch eine Vielzahl von Schulungen über mehrere Jahre, in dem Projekt Bauern und sogenannte „Project Animateurs“ vor allem in den Bereichen landwirtschaftlicher Anbau, Hygiene und Geschlechterbeziehungen (Gender) ausgebildet und befähigt wurden, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten weiter zu geben – nach einer Art „Train the Trainer“-Ansatz. Nachdem das eigentliche Projekt ja nun seit einiger Zeit beendet wurde, sind wir natürlich insbesondere daran interessiert zu hören, was sich für die Menschen verbessert hat, welche Veränderungen das Projekt für jede und jeden Einzelnen gebracht hat.
Ein Bauer zeigt uns stolz seine Früchte; für seinen nun vorbildlichen Betrieb habe er sogar eine Auszeichnung erhalten. Die Ernteerträge hätten durch das Projekt stark zugenommen, das mache ihn glücklich und ehrgeizig.
Besonders eindrucksvoll sind die Erzählungen mehrerer Frauen, die als Jugendliche oder bereits als Kinder beschnitten wurden und als Folge an Genitalfisteln litten. Dies führte zu teils unkontrolliertem Urinfluss, weswegen sie von ihren Familien verachtet und ausgestoßen wurden. Mit Hilfe des Projektes erhielten sie die Möglichkeit zu medizinischer und sozialer Betreuung. Die Frauen – wie auch ihre Lebenspartner – betonen, dass sie nun Gegner von Genitalverstümmlung seien und sich massiv dagegen einsetzen würden.

Auch von einem besseren Zusammenleben von Frauen und Männern wird uns berichtet. Ein Bauer sagt, dass er früher immer alleine alles bestimmt hätte. Heute aber würde er Entscheidungen mit seiner Frau und auch seinen Kindern besprechen – seitdem seien alle glücklicher.
TAGS: Äthiopien, Frauen, Gesundheit von Müttern und Kindern, ONEs Tobias Kahler in Äthiopien - Reisenotizen, Tobias Kahler, Wirksamkeit
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