Bono, Sänger der irischen Rock-Band U2 und Mitbegründer von ONE, verfasst in unregelmäßigen Abständen eine Kolumne für die New York Times. Am Wochenende stellte er fest „Africa Reboots“ – Afrika startet neu. Diese Erkenntnis beruht auch auf Beobachtungen, die Bono auf einer Reise unter dem Motto „Zuhören und lernen” machen konnte, die im letzten Monat Vorstandsmitglieder, Mitarbeiter und Berater von ONE nach Senegal, Ghana, Mosambik und Kenia führte.
Bono schreibt in seiner aktuellen Kolumne vor allem über die unerwartete Harmonie, die er auf der Reise zwischen Geschäftsleuten und Aktivisten, insbesondere beim Thema schlechte Regierungsführung, entdecken konnte. Außerdem stellt er einige der eindrucksvollen Menschen vor, denen wir auf der Reise begegneten und die die Spielregeln auf dem Kontinent entscheidend verändern.

Zu Besuch in einer Grundschule in Accra, Ghana
Hier ein paar Auszüge:
Es ist kein Geheimnis, dass Geschäftsleute manchmal gereizt auf Aktivisten reagieren. Und dieses Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit. Überall auf der Welt. Die Zivilgesellschaft betrachtet die wirtschaftliche Elite im Allgemeinen als… – nennen wir es wenig bürgernah. Und die Geschäftswelt neigt dazu, Aktivisten als ein wenig zu, naja, aktiv zu empfinden. Aber in Afrika, wenigstens soweit wir es sehen konnten, beginnt sich das zu ändern. Die Energie, die von der Vereinigung dieser gegensätzlichen Kräfte ausgeht, füllt Büros, Vorstandszimmer und Bars. Der Grund dafür ist, dass beide Gruppen – der Privatsektor und die Zivilgesellschaft – schlechte Regierungsführung als das größte Hindernis ansehen. Also arbeiten sie zusammen, um die Regeln des Spiels in Afrika zu verändern.
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Entwicklungshilfe ist, ganz klar, noch immer Teil des Ganzen. Sie ist von entscheidender Bedeutung, wenn du HIV-positiv bist und um dein Leben kämpfst, oder wenn du dich als Mutter fragst, warum du deine Kinder nicht vor dem Tod schützen kannst, dessen verschiedene Namen du nicht einmal aussprechen kannst, oder wenn du als Bauer weißt, dass neue Varianten altbekannter Samen bedeuten, dass du selbst in Zeiten von Dürre oder Flut Überschüsse auf dem Markt verkaufen kannst. Aber wir sprechen nicht mehr von der alten, dummen Hilfe, um die keiner drum herum kommt – intelligente Hilfe zielt darauf ab, sich selbst in den nächsten eins, zwei Generationen überflüssig zu machen. Der Vorsatz lautet „Make Aid History“ – Macht Entwicklungshilfe zu einem Ding der Vergangenheit. Das war schon immer so. Denn wenn Entwicklungshilfe ein Ding der Vergangenheit ist, ist es auch die extreme Armut. Doch bis zu diesem glorreichen Tag kann intelligente Hilfe ein Reformwerkzeug sein, welches Rechenschaft und Transparenz verlangt, messbare Ergebnisse belohnt und Rechtstaatlichkeit untermauert, ohne auch nur für eine Sekunde anzunehmen, dass sie Handel, Investitionen oder Selbst-Bestimmung jemals ersetzen könnte.
Auf der Website der New York Times könnt ihr die ganze Kolumne „Africa Reboots“ von Bono auf Englisch lesen.
1 Kommentare
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
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18.04.2012 at 03:16
ich nicht alles hier finde an Themen, die mich auch interessieren/betreffen. Interessant, dass du aus der Familie dirket kennst wie mit behinderten Menschen umgegangen wurde und wird.Ich hatte bei der Erze4hlung fcber 1938 schon die Angst, dass deine Verwandte wie fcblich im NS-Euthanasieprogr amm ermordet worden we4re.Was die heutige Euthanasie anbelangt, (ok, es heidft jetzt Pre4nataldiagnos tik), werden so manche Mfctter/Eltern von falsch beratenden c4rzt_innen bezfcglich mancher Krankheit des Kindes in Angst versetzt, sodass sie abtreiben.Down-Kinder sehe ich auch weniger, sie sind wohl hinwegdiagnosti ziert worden oder wieder unsichtbar in Anstalten weg gesperrt.Es gibt auch andere chromosomale Erkrankungen wie das Ullrich-Turner-Syndrom (UTS), bei denen Eltern immer noch unwahre Schreckensgesch ichten aufgetischt werden: wenig Intelligenz, lebenslange Betreuung nf6tig, fehlende re4umliche Wahrnehmung, schreckliches Aussehen, wird nie eine Partnerschaft haben. Allerdings gibt es zum Glfcck die Turner-Syndrom-Vereinigung Deutschland, die Eltern bere4t, sodass eine Abtreibung oft nicht passiert. Meine Liebste hatte ihre Diplomarbeit vor Jahren fcber das UTS gemacht.Abtreibung ist eine persf6nliche Angelegenheit der Frau, allerdings finde ich die Mf6glichkeit der Spe4tabtreibung (embryopathisch e Indikation, bis kurz vor der Geburt mf6glich!) aus der Sicht einer Behinderten etwas gruselig. GwenDragon