Die Frauen von Inego Africa


08.03.2010 19:18Uhr
von Carola Bieniek

Dies ist ein Gästebeitrag Sarah Dunigan, Freiwillige bei Indego Africa. Für mehr Geschichten von Indego Africa könnt ihr auch ihren englischsprachigen Blog Social Enterprising besuchen:

Ich werde oft gefragt, was mich dazu bewegt als Freiwillige in Afrika zu arbeiten. Ich finde es nicht leicht, das in Worte zu fassen. Aber eine Geschichte zu erzählen hilft oft.

Während der letzten zwei Monate war es mir vergönnt, für Indego Africa zu arbeiten, ein nicht-gewinnorientiertes Unternehmen, das hunderte von Frauen in Ruanda befähigt, sich selbst aus der Armut zu helfen, indem sie ihre Handarbeiten verkaufen. 100 % der Profite werden in die Finanzierung von Trainingsmaßnahmen für Betriebsmanagement, Geschäftsführung und Mikrofinanzierung sowie Computerkurse und Alphabetisierung investiert.
Bis vor Kurzem haben die genossenschaftlichen Indego Africa-Partner Cocoki und Covanya ihre Handarbeiten allerdings nicht auf dem lokalen ruandischen Markt verkauft. Stattdessen wurden Auftragsarbeiten immer von Indego Africa bei den Kooperativen abgeholt und in die USA verschifft. Aber nach der Handwerksmesse der US-Botschaft in Ruanda hat sich alles verändert.

Die Kooperativen waren in den Wochen vor der Messe die ganze Zeit mit Vorbereitungen beschäftigt. Die fußbetriebenen Nähmaschinen bei Cocoki schwirrten, als die Kunsthandwerkerinnen ihre einzigartigen Textilprodukte herstellten. Reihenweise Frauen saßen auf dem Fußboden bei Covanya und webten ihre fröhlich bunten Körbe, auf denen sie alle Etiketten individuell unterschrieben. Sie fragten sogar bei Indego Africa nach zusätzlichen Trainingsmaßnahmen in Geschäftsenglisch, Preiskalkulation und Buchhaltung an.
Als der Tag der Messe da war, waren die Frauen etwas unsicher. Bei der Ankunft auf der Messe stellten wir sogar fest, dass andere Kunsthandwerksorganisationen leider nicht durch ihre Handwerker vertreten wurden. Doch die Frauen atmeten kollektiv tief durch und machten sich an die Arbeit – und die Kunden reagierten!
Covanya verkaufte fast ihren gesamten Vorrat an Körben und Cocokis Yoga- und Laptoptaschen fanden reißenden Absatz. Das Englisch der Frauen verbesserte sich schnell, während sie Fragen zu Preisen und Stilen beantworteten. Sie verwalteten das Geld, stellten Quittungen aus und glichen am Ende des Tages ihre Quittungsblöcke mit der Kasse ab, um sicherzustellen, dass die Bilanz stimmte.
Dies war ein wichtiger Moment für die Frauen von Indego Africa. Sie lernten durch Handeln und das Ergebnis war eine drastische Zunahme an Vertrauen in ihre Fähigkeiten als unabhängige Geschäftsfrauen. Als die verbleibenden Produkte dahinschwanden, drehte sich Daphrose, eine meisterhafte Weberin von Covanya, zu mir um und sagte mit einem breiten Lächeln: „Das macht uns Mut!“

– Sarah Dunigan –

Schlagworte: Favoriten, Handel, Ruanda

 



1 Kommentare

  1. Martina Bedregal Calderónsays: 29.03.2010 12:01 Uhr

    29.03.2010 at 12:01

    Ein gutes Projekt, von solchen Projekten sollte es mehr geben! Und anerkennenswert, die Arbeit von Sarah Dunigan und ihren Mitstreiterinnen und den Frauen, die durch dieses Projekt eine Lebensperspektive gefunden haben.

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