Zeitungsschau – 5. März 2010

Die Themen heute:

  1. Vorstoß gegen Polio in Westafrika –
  2. Zumas frostiger Staatsbesuch in Großbritannien –
  3. Friedliche Wahlen in Togo –
  4. Erfolgreiche Wahlen für Rechtspopulisten in den Niederlanden –
  5. Nigeria wächst –
  6. Griechenland schrumpft – soll der IWF helfen? –

1. Vorstoß gegen Polio in Westafrika

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet über eine Impfinitiative gegen Polio in Westafrika, finanziert von Rotary International, durch die 85 Millionen Kinder in 19 Ländern geimpft werden sollen. Der Regionaldirektor von UNICEF sagte, dass, wenn alle Kinder geimpft würden, man die Polio in West- und Zentralafrika besiegen könne.

2. Zumas frostiger Staatsbesuch in Großbritannien

Der Tagesspiegel und die Süddeutsche berichten über den Staatsbesuch von Südafrikas Präsident Jacob Zuma in Großbritannien. Während die SZ hauptsächlich über die frostige und unfreundliche Natur des Besuches berichtet, die daher rührte, dass einige englische Medien Zuma wegen seiner Moralstandards angegriffen hatten und ihm vorwarfen, Südafrika in eine Kleptokratie zu verwandeln, fokussierte der Tagesspiegel auf Simbabwe. Während sich die Lage der Wirtschaft und der Menschenrechte in Simbabwe zusehends verschlechtert, ruft Zuma den Westen dazu auf, das kürzlich verlängerte Embargo aufzuheben. Wolfgang Drechsler (Tagesspiegel) zeigt sich darüber „verblüfft“, da eine weitere Verschlechterung der Lage in Simbabwe wahrscheinlich zu weiteren Flüchtlingsströmen Richtung Südafrika führen würde.

3. Friedliche Wahlen in Togo

Der Tagesspiegel und die Süddeutsche Zeitung berichten, dass die Wahlen in Togo am Donnerstag friedlich verliefen, allerdings fiel die Wahlbeteiligung relativ niedrig aus. Der Herausforderer von Präsident Faure Gnassinge mit den besten Chancen scheint der Wirtschaftsexperte Jean Pierre Fabre von der Union der Kräfte für Wandel (UFC) zu sein. Eine unabhängige Wahlkommission hat die Wahlen überwacht, was ein großer Schritt nach Vorne im Vergleich zu den manipulierten Wahlen von 2005 ist. Arne Perras (SZ) schlussfolgert, dass Togo ein positives Signal in einer politisch instabilen Region setzen könnte, indem schrittweise der Wandel von Diktatur zu Demokratie vollzogen wird, ohne der Versuchung von Wahlmanipulation zu erliegen.

4. Erfolgreiche Wahlen für Rechtspopulisten in den Niederlanden

Etliche Zeitungen berichten über den Erfolg der Partei für die Freiheit (PVV) des Rechtspopulisten Geert Wilders bei den Kommunalwahlen in den Niederlanden am Mittwoch. In den beiden Städten, in denen die Partei antrat, wurde sie stärkste bzw. zweitstärkste Partei und viele erwarten Ähnliches für die anstehenden Parlamentswahlen. Dem Tagesspiegel zufolge sagte Wilders nach den erfolgreichen Wahlen: „Wir werden die Niederlande zurückerobern von der linken Elite, die immer noch an den Islam, an Multikulti, an den Unsinn von Entwicklungshilfe und den europäischen Superstaat glaubt“.

5. Nigeria wächst

Financial Times Deutschland berichtet, dass Nigeria trotz der politischen Instabilität zusehends interessanter für Investoren wird. Das Land hat den zweitgrößten Aktienmarkt südlich der Sahara und die Weltbank sagt ein BNE-Wachstum von 4,3 % für das kommende Jahr voraus.

6. Griechenland schrumpft – soll der IWF helfen?

Aufgrund gegenwärtiger Relevanz (Griechenland) begutachtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Möglichkeit des IWF in Ländern zu helfen, die einer Währungsunion beigetreten sind. Das Problem in solchen Fällen sei, dass der IWF dann in Ländern tätig ist, die ihre geldpolitische Hoheit abgegeben haben. Das mache die Dinge zwar komplizierter, aber eine Neuheit wäre es auch nicht, argumentiert der Artikel. Sech der acht Länder der westafrikanischen Währungsunion bekommen Geld vom IWF. Hier wurde das Problem so gelöst, dass der IWF geldpolitische Auflagen aus dem Anpassungsprogramm herausließ und sich auf Finanzpolitik und strukturelle Reformen konzentrierte.