Mar 3rd, 2010 4:47 PM UTC
By Carola Bieniek
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Die Themen heute:
Wo steht Südafrika 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid?
In der Süddeutschen Zeitung wirft Arne Perras einen Blick auf Südafrika und wo es heute – 20 Jahre nach der Apartheid und 100 Tage vor der WM – steht. Das Land habe einige beeindruckende Schritte nach vorn gemacht, so Perras: neugegründet auf der Idee von Gleichheit nach Jahrzenten der rassistischen Teilung, integriert in den Weltmarkt nach internationaler Isolation und mit Wirtschaftswachstum trotz Krise. Doch es bleibe auch noch viel zu tun: die Arbeitslosigkeit sei sehr hoch und die Energie- und Wasserversorgung in manchen Township so schlecht, dass das Elend dort größer wirke als in manchen ärmeren Ländern Afrikas, die noch Meilen von Südafrikas Status eines Schwellenlandes entfernt sind. Die zunehmende Kluft zwischen reich und arm führe zu Spannungen, die der ANC dringend lösen müsse, wenn er die Demokratie weiter stärken will, schlussfolgert Perras.
So berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, dass es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anti-ANC-Demonstranten und Polizisten in mehreren Vororten Johannesburgs kam. Die Demonstranten beschwerten sich, der ANC würde sich nicht an sein Versprechen halten, die Infrastruktur, Bildung und Gesundheitsdienste in den Townships zu verbessern.
Ist die Skepsis vieler Deutscher vor einer WM in Südafrika berechtigt?
Bartholomäus Grill, Afrika-Korrespondent der Zeit und Autor, wurde vom Donaukurier zur WM interviewt. Auf die Frage, ob Südafrika für die Ausrichtung eines solchen Events in der Lage sei, antwortet er, die Skepsis in Deutschland käme größtenteils durch Unwissenheit und die Medienberichterstattung über Afrika sei in Deutschland besonders negativ (im Vergleich z.B. zur wesentlich differenzierten Berichterstattung in Großbritannien). Er gibt zu, dass die Kriminalität ein Problem sei, dass die Korruption zunehme und dass es eine enorme Kluft zwischen arm und reich gäbe. Doch man müsse auch nicht so tun, als werde jeder Gast „bei der Ankunft erschossen“. Sicherlich werde es zu Übergriffen und Diebstählen kommen, doch das werde in vier Jahren in Brasilien auch nicht anders sein. Grill sagte weiterhin, die WM sei für das Land sehr wichtig, mehr jedoch noch für das Selbstwertgefühl der Bevölkerung.
Piraten zu Land
Der Nachrichtenagentur dpa zufolge haben Piraten in Somalia drei Transporter des Welternährungsprogramms und deren Fahrer entführt. Es war die erste Entführung durch Piraten auf dem somalischen Festland.
Erdrutsch in Uganda
Die Nachrichtenagentur dpa berichtet, dass ein Erdrutsch in Uganda mindestens 300 Menschen getötet hat, weitere 10.000 seien obdachlos.
Ägypten schießt auf Migranten
Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Navi Pillay wirft Ägypten exzessive Gewaltanwendung gegen afrikanische Migranten auf dem Weg nach Israel vor, berichtet die Nachrichtenagentur epd. Seit Juli 2007 wurden 60 Menschen in der Wüste Sinai erschossen, weitere wurden verletzt oder verschwanden spurlos.
TAGS: Fußball-WM der Herren 2010 in Südafrika, Infrastruktur, Migration, Politik Aktuell, Regierungsführung, Somalia, Südafrika, Uganda, Was wir lesen
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