Wenn man sich häufig mit Fragen globaler Gesundheit beschäftigt, fällt es einem schwer, auf Überschriften wie „Aids: Ist das Ende in Sicht?” oder „Aids ‚könnte in den nächsten fünf Jahren unter Kontrolle gebracht werden‘“ nicht mit Hoffnung oder gar Begeisterung zu reagieren.
Tatsächlich gab es in den letzten Tagen einige Aufregung rund um die Antiretrovirale Therapie (ART). Kommentare von mehr und mehr Wissenschaftlern deuteten darauf hin, dass die ART nicht nur therapeutisch sondern auch präventiv eingesetzt werden könnte. Man müsse sich dafür einsetzen, dass jeder, der HIV-positiv ist, auch eine ART erhält. Weil dies nicht nur kurzfristig Leben rettet, sondern auch die Ansteckungsgefahr senken könnte – sogar soweit, dass das Virus ausgerottet werden könnte. Diese Wissenschaftler, unter ihnen Dr. Brian Williams vom Südafrikanischen Zentrum zur Modellierung und Analyse von Epidemien, argumentieren so: Weil die ART die Virenbelastung des Patienten stark reduziert, ist auch die Gefahr der Weitergabe des Virus weit weniger gering. Wenn es also gelänge, alle Betroffenen mit einer ART zu versorgen, würden die Ansteckungsraten sinken. Laut Dr. Williams könnte Aids damit innerhalb von 40 Jahren ausgerottet sein.
Obwohl Konzepte wie diese wie eine Offenbarung klingen mögen, sollten Aktivisten und politische Entscheider gleichermaßen auch folgendes bedenken, was die Begeisterung vielleicht ein wenig senken wird:
Obwohl wir die Probleme bedenken, ist die Ausweitung der Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten für ONE eine Priorität und im weltweiten Kampf gegen HIV und Aids ein wichtiger Schwerpunkt. Im kommenden Jahr ist geplant, in Südafrika – wo HIV/Aids sehr verbreitet ist – den ersten kontrollierten klinischen Test zur Untersuchung des Einflusses der ART auf die Übertragungsraten durchzuführen. Auf die Ergebnisse sind wir jetzt schon sehr gespannt. Wenn sie positiv ausfallen, könnte dies nahelegen, dass es doch sinnvoll ist, in Regionen mit besonders hohen HIV-Raten die Behandlung massiv auszuweiten. So könnte dies am Ende nicht nur zur Behandlung sondern auch zur Verhütung von Aids beitragen.
– Erin Hohlfelder –
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24.02.2010 at 17:00
Die Frage ist, ob die Pharmaindustrie dabei mitmacht. Denn die verdient Millionen mit Medikamenten, die die Symptome von Aids unterdrücken. Siehe auch meinen Kommentar dazu auf dem englischen Blog von ONE.