Feb 10th, 2010 4:40 PM UTC
By Carola Bieniek
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Sichtbare, wirtschaftsnahe Entwicklungszusammenarbeit in Namibia
Regelmäßig betont Entwicklungsminister Niebel die Bedeutung einer guten Kooperation mit der Wirtschaft und dass deutsche Entwicklungshilfe als deutsch sichtbar sein soll. Die Financial Times Deutschland berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe, dass er dementsprechend auf seiner Reise nach Namibia auch die erste Zementfabrik des Landes besichtigt, die mit €260 Mio. von der Ulmer Unternehmensgruppe Schwenk finanziert wurde. Die staatliche Entwicklungsgesellschaft DEG, die europäische Investitionsbank EIB und die südafrikanische Entwicklungsbank DBSA haben das Projekt mitfinanziert, das nun von Niebel als Paradebeispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit präsentiert wird.
In diesem Zusammenhang: Die Regionalzeitung General-Anzeiger berichtet, dass die DEG zunehmend Projekte in Afrika finanziert.
Reformierung der deutschen Entwicklungsorganisationen
Die taz berichtet über den Reformprozess der deutschen Entwicklungsorganisationen. Mit der Zusammenführung von GTZ, DED und InWent arbeitet Minister Niebel, dessen erste 100 Tage im Amt von Vielen als Fehlstart bezeichnet wurden, endlich an etwas, das breite Zustimmung findet. Lediglich einige Oppositionspolitiker kritisieren den Reformplan als halbherzig, da er die Entwicklungsbank KfW nicht einschließt.
Gift gegen Malaria
In Swasiland wird das Insektizid Dichlorodiphenyltrichlorethan (DDT) – recht erfolgreich – im Kampf gegen Malaria eingesetzt, berichtet der Tagesspiegel. Der Chef des Malariaprogramms in Swasiland behauptet, dank DDT hätte man die Krankheit so gut wie besiegt, was Swasiland zu einem Musterbeispiel für den Kampf gegen Malaria machen würde. Doch es gibt einen großen Nachteil: DDT wird in Europa und den USA als giftige Chemikalie eingestuft, die schreckliche Folgen für die Gesundheit der Menschen und die Umwelt hat, warnen deutsche Umweltaktivisten. Während das Insektizid in den Industrienationen verbannt ist, behaupten einige Wissenschaftler, dass die Beweise für die schädlichen Effekte extrem dünn seien und dass die positiven Folgen gegenüber den potentiell negativen überwögen.
Journalisten in Somalia leben gefährlich
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über Pressefreiheit in Somalia. Nirgendwo in Afrika wurden im letzten Jahr mehr Journalisten umgebracht, und hätte es nicht das Massaker an Medienschaffenden auf den Philippinen gegeben, würde Somalia auch weltweit diese „traurige Hitliste“ anführen. Letztes Jahr wurden 9 Journalisten ermordet, 12 verletzt, 15 willkürlich verhaftet, ein Viertel der etwa 400 Journalisten erhielt Morddrohungen und 39 flohen ins Ausland. Reporter ohne Grenzen sagt, dass die Journalisten im Kreuzfeuer zwischen Islamisten und den Regierungstruppen gefangen sind. Dies macht es auch schwer, das Ausmaß der humanitären Situation im Land abzuschätzen, da sich wegen der andauernden Drohungen durch die Islamisten kein Journalist traut, außerhalb von Mogadishu zu reisen.
Sudan und Tschad nähern sich an
Die Frankfurter Allgemeine berichtet, dass sich Sudan und Tschad angeblich annähern, um den sechsjährigen Krieg zu beenden, der nie offiziell erklärt wurde. Beide Länder unterstützen die Rebellenarmeen des jeweils anderen und Flüchtlingsströme gibt es in beide Richtungen. Nun haben beide Länder ein ausgeprägtes Interesse daran, die Milizen zu entwaffnen und isolieren bzw. integrieren, da in beiden Ländern Wahlen anstehen.
Was macht Südafrika aus Mandelas Erbe?
In der Süddeutschen Zeitung betrachtet Arne Perras Mandelas Erbe und wo Südafrika heute steht. Perras zufolge haben die Präsidenten, die auf Mandela folgten, wenig getan, um Versöhnung und Demokratisierung voran zu bringen. Das Einzige, was Mbeki richtig gemacht habe, sei Finanzminister Trevor Manuel unbehelligt walten zu lassen, was zu einem beachtlichen Wirtschaftswachstum geführt habe. Doch Wachstum alleine garantiert noch kein Ende der Armut. Inkompetenz und Korruption auf Seiten des Staates haben zu Vertrauensverlust auf Seiten der Bevölkerung geführt. Unzufriedenheit und Spannungen bedrohen Mandelas Erbe und es sieht nicht so aus, als würde Zuma etwas daran ändern. Während er besser darin sei, die Stimmungen in der Bevölkerung einzuschätzen als sein Vorgänger, macht Zuma mit Sexskandalen statt Armutsbekämpfung Schlagzeilen. Die Kluft zwischen arm und reich wächst und die Bedürfnisse ersterer werden nicht erfüllt, was Südafrika laut Perras zu einem „Pulverfass“ gemacht habe, das jeden Moment explodieren könne.
Stößt unser Entwicklungsweg an seine Grenzen?
Zeit online veröffentlicht eine abgeänderte Version des gestrigen Artikels von Lars Schmidt und Pierre Ibisch, in welchem diese argumentierten, dass Umweltkatastrophen zeigen, dass unser wachstumsorientiertes Entwicklungsmodell seine Grenze erreicht hat.
TAGS: Deutschland, Dirk Niebel, Entwicklungszusammenarbeit, Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), Gesundheit, InWEnt, Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Malaria, Namibia, Politik Aktuell, Regierungsführung, Somalia, Südafrika, Sudan, Tschad, Was wir lesen
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