Mit Impfungen gegen das Rotavirus Leben retten


02.02.2010 18:45Uhr
von Carola Bieniek

ONE.orgHeute wollten wir einen Beitrag von John Wecker mit euch teilen. John ist bei der Organisation PATH verantwortlich für den Bereich Zugang zu und Bereitstellung von Impfstoffen. PATH steht für Program for Appropriate Technology in Health, also Programm für angemessene Technologie in Gesundheitssektor.

Im letzten Juni sprach die Weltgesundheitsorganisation WHO die Empfehlung aus, dass Impfungen gegen das Rotavirus in alle nationalen Impfprogramme aufgenommen werden sollen. Für uns ist das ein gutes Vorhaben. Denn das Rotavirus ist für einen Großteil der weltweit durch Durchfallerkrankungen verursachten Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren verantwortlich. Doch um gute Vorhaben in gute Nachrichten zu verwandeln, müssen wir Impfstoffe auch in die Teile der Welt bringen, die sie sich eigentlich nicht leisten können.

Das renommierte Medizinjournal New England Journal of Medicine (NEJM) hat in der letzten Woche Daten vorgelegt, die zum ersten Mal belegen, welches Potential die Impfung gegen das Rotavirus in Mexiko und Afrika hat. Diese Studien belegen eindrucksvoll, dass die Impfung gegen das Rotavirus jungen Menschen das Leben retten kann. Dies gibt der Forderung nach einer Einbeziehung in nationale Impfprogramme überall auf der Welt – insbesondere dort, wo Durchfallerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern gehören- noch mehr Nachdruck.

In Mexiko konnte nach der Einführung von Impfprogrammen 2006 die Zahl der Todesfälle durch Durchfallerkrankungen um 65 % gesenkt werden. Dies hatten verbesserte sanitäre Einrichtungen, die orale Rehydrationstherapie und die Förderung von Programmen, die auf ein ausschließliches Stillen der Kinder setzen, allein nicht vermocht.

In Afrika – wo weltweit die meisten Menschen mit Durchfallerkrankungen in Krankenhäusern behandelt werden müssen und fast die Hälfte aller weltweiten Todesfälle durch das Rotavirus zu verzeichnen sind – verspricht die Impfung noch größeren Nutzen. Die NEJM-Studie zeigt auf, dass mit der Impfung die Zahl der schweren, lebensbedrohenden Rotavirusinfektionen bei Babies und Kleinkindern um 60 % zurückgeht. Wir müssen erreichen, dass alle afrikanischen Kinder – alle Kinder auf der Welt – diese Dosis Vorsorge so schnell wie möglich erhalten.

Die Uhr für die Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele 2015 tickt unaufhaltsam. Reiche Länder und arme müssen beide ihren Teil dazu beitragen, die Zahl der Todesfälle bei Kindern zu senken. Impfungen können eine teure Angelegenheit sein. Die GAVI-Allianz hat jedoch zugesagt, bis 2015 die Einführung der Rotavirus-Impfung in 44 armen Ländern zu ermöglichen. Das könnte auf die Sterblichkeitsrate enormen Einfluss haben. Aber GAVI kann das nicht allein schaffen. Geber, Regierungen, politische Entscheider und Gesundheitsexperten weltweit müssen zusammenarbeiten. Und einige von ihnen können und sollten noch darüber hinaus gehen, wie es Bill Gates in seinem jährlichen offenen Brief formulierte.

Die Impfung gegen das Rotavirus ist sehr wichtig. Doch im Kampf gegen Durchfallerkrankungen braucht es ein Paket an Maßnahmen, die bekannt und kostengünstig sind: die orale Rehydrationstherapie, Zink, sauberes Wasser, gute sanitäre Verhältnisse und ausreichend Nahrung.

Wir können heute schon die Effekte der Impfung gegen das Rotavirus sehen. Dieses Momentum darf nicht ungenutzt verstreichen. Lasst uns das Beispiel Mexiko in der ganzen Welt umsetzen. Lasst uns die Werkzeuge und Strategien nutzen, die wir bereits in unseren Händen halten. Lasst uns unserer Verantwortung gegenüber allen Kindern gerecht werden. Oder in den Worten meines Kollegen Doktor Samba Sow aus Mali: „Let’s do it!“

Du kannst uns dabei helfen: Informiere dich auf www.eddcontrol.org/ und erzähle anderen davon. Durchfallerkrankungen müssen zu einer Priorität weltweiter Gesundheitsanstrengungen werden.

– John Wecker –

Schlagworte: GAVI Alliance, Gesundheit von Müttern und Kindern, Politik Aktuell, Sanitäre Versorgung, Was wir lesen

 



Kommentar hinzufügen

 

Name (Pflichtfeld)

 

E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) (Pflichtfeld)

 

 

Der ONE Blog

Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.

Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.