Afrika wird als Verlierer dastehen, wenn die Gelder, die von den reichen Staaten im letzten Dezember beim Klimagipfel in Kopenhagen zugesagt wurden, nicht zusätzlich zu bereits bestehenden Hilfszusagen sind. Das ist das Ergebnis eines Forschungspapiers, welches ONE bei der führenden Denkfabrik in Sachen Entwicklung, dem Overseas Development Institute (ODI) in Auftrag gegeben hat.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass, wenn die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen aus bereits fließender oder zugesagter Entwicklungsfinanzierung kommen sollte, aus Sektoren wie Gesundheit oder Bildung Gelder abgezogen werden. Diese würden dann stattdessen in die Landwirtschaft, den Küstenschutz oder den Wassersektor gesteckt.
Obwohl Sub-Sahara-Afrika 38 % der weltweiten Entwicklungsmittel erhält, schätzt die Weltbank, dass dort nur etwa 22 % der weltweit notwendigen Mittel für Anpassungsmaßnahmen benötigt werden. Dies liegt unter anderem daran, dass es weniger Infrastruktur gibt, die es zu schützen gilt. ODI schließt daraus, dass „die Zusätzlichkeit von Klimafinanzierung von höchster Wichtigkeit ist. Wenn dies nirgends deutlich gemacht und umgesetzt wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Umleitung der Hilfsgelder in Anpassungsmaßnahmen zu einer Vernachlässigung der Hilfe für Afrika führen wird.“
Ähnlich formulierte es auch der jährliche offene Brief von Bill Gates, der Anfang der Woche veröffentlicht wurde. Gates hatte gewarnt, dass die Finanzierung von Gesundheitsvorhaben gekürzt werden könnte, wenn die in Kopenhagen zugesagten $100 Mrd. von anderen Entwicklungsprioritäten abgezogen werden. Er schrieb:„Wenn nur ein Prozent der $100 Mrd. von der Impfforschung abgezogen werden, könnte dies für 700.000 Kinder bedeuten, dass sie an vermeidbaren Krankheiten sterben werden.“ Wenn die Staaten nicht mit dieser gefährlichen Milchmädchenrechnung aufhören, ist dies für die Millenniumentwicklungsziele – bei denen wir schon vom Kurs abgekommen sind – ein weiterer schwerer Schlag.
Die Millionen Menschen weltweit – unter ihnen zehntausende Unterstützerinnen und Unterstützer von ONE -, die vor dem Gipfel in Kopenhagen ein starkes Abkommen gefordert hatten, werden nun mehr denn je gebraucht. Nur so werden wir sicher stellen können, dass die überlebenswichtige Arbeit gegen den Klimawandel nicht auf Kosten der Leben der ärmsten Menschen geht.
Mehr über den ODI-Bericht findet ihr hier.
– Joseph Powell –
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