Was Kanada und Südkorea gemeinsam haben?


11.01.2010 18:30Uhr
von Carola Bieniek

Zum Ende des G20-Treffens im letzten September in Pittsburgh verkündeten Kanadas Premierminister Stephen Harper und Südkoreas Präsident Lee Myung-bak, dass sie beide in diesem Jahr G20-Gipfel veranstalten würden. Hier bei ONE waren wir neugierig zu sehen, wie genau diese Ankündigung aussehen würde, da Südkorea bereits für den nächsten G20 vorgemerkt worden war und Kanada ja turnusmäßig eh den nächsten G8-Gipfel ausrichten würde.

Premierminister Harper (Kanada) und Präsident Myung-bak (Südkorea) auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh, USA

So verkündete dann Premierminister Harper, dass Toronto, Kanada, den G20-Gipfel als Teil des G8-Gipfels am 26. und 27. Juni 2010 ausrichten wird. Präsident Myung-bak verkündete, dass Seoul, Südkorea, einen zweiten G20-Gipfel im November 2010 ausrichten wird.

Seit 2005 war die G8 lange das Forum, in welchem die reichsten Länder der Welt Versprechungen machten, mit Entwicklungsländern zusammen zu arbeiten, um Armut zu bekämpfen und vermeidbare Krankheiten auszumerzen. In Gleneagles, Schottland, gingen sieben Mitglieder der gegenwärtigen G8 (Russland blieb außen vor) eine Reihe von Verpflichtungen ein, die dazu gedacht waren, die Welt näher an die Erreichung der Millenniumentwicklungsziele bis 2015 zu bringen. Auf die Ergebnisse dieses Gipfels bezieht sich auch ein Teil von ONEs Arbeit.

Der Übergang von G8 zu G20 könnte von Vorteil sein, besonders da die wirtschaftliche Talfahrt der internationalen Gemeinschaft seit Herbst 2008 eine schmerzvolle Lektion über die globale Vernetzung der nationalen Finanzsysteme erteilt haben sollte. Die Staatschefs, die an diesen Gipfeltreffen teilnehmen, müssen jedoch mehr Klarheit darüber schaffen, wie Fragen der Entwicklung angegangen werden.

Während der Ankündigung ging Premierminister Harper kurz auf die Bedenken zu Entwicklungsländern ein, indem er sagte: „Wir haben Führungsqualitäten gezeigt, indem wir neue Ressourcen und Garantien zur Verfügung gestellt haben, um die internationalen Finanzinstitutionen zu stärken. Dazu gehören insbesondere innovative neue Kapitalmaßnahmen, um sicherzustellen, dass die Interamerikanische Entwicklungsbank und die Afrikanische Entwicklungsbank verlässliche Ressourcen während der Krise haben. Wir planen weiterhin, eine Rolle dabei zu spielen, im Jahr 2010 den Weg nach vorne zu definieren“.

Diese Anerkennung ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. ONE, zusammen mit Organisationen und Individuen aus der ganzen Welt, wird die Initiative ergreifen und daran arbeiten, dass diese zwanzig Nationen die Pläne zur Stärkung der Finanzinstitutionen weiterführen, die dabei helfen können, Armutsbekämpfungs-Initiativen zu finanzieren – Institutionen wie die Afrikanische Entwicklungsbank.

– Chandler Smith –

PS: Zum Thema G8 in Kanada haben die Kollegen von ONE International vor wenigen Tagen in Kanada eine spannende Aktion gestartet: ONE fordert den kanadischen Premierminister Harper und die kanadischen Oppositionsführer auf, die G8-Präsidetschaft zu nutzen, sich für einen Aktionsplan zur Erreichung der Millenniumentwicklungsziele – insbesondere in Afrika – einzusetzen.

Schlagworte: Entwicklungszusammenarbeit, G20, G8, Kanada, Politik Aktuell

 



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