Zeitungsschau – 18. November 2009


18.11.2009 19:20Uhr
von Carola Bieniek

Bananen Krieg

Das Ende eines sehr langen und zähen Handelsstreit um Bananen und andere Tropenfrüchte scheint in Sicht. Der Financial Times Deutschland zufolge könnte dies zu niedrigeren Preisen für die Konsumenten führen. Laut einem der Zeitung vorliegenden Entwurf über eine mögliche Einigung, erklärt sich die EU bereit, ihre Zölle auf Bananen und Dutzende weitere tropische Produkte deutlich zu reduzieren. Die Übereinkunft könne noch diese Woche unterzeichnet werden und einen entscheidenden Impuls für die Doha Welthandelsrunde geben.

Transparency International Bericht

AFP und Die Welt berichten über die Veröffentlichung des jüngsten Berichts der Organisation Transparency International (TI) über die Wahrnehmung von Korruption und transparentes Regierungshandeln. Besonders selten kommt Korruption in Neuseeland, Dänemark, Singapur und Schweden vor. Verheerend ist dagegen die Lage in den Staaten, die von Krieg und anderen Konflikten erschüttert werden: Somalia, Afghanistan, Birma, Sudan und der Irak bilden die Schlusslichter des Rankings. “Diese Länder sind völlig durchzogen von Korruption”, sagt Sylvia Schenk, die Vorsitzende von Transparency International Deutschland. TI ermahnt die reichen Nationen, den armen Ländern nicht wegen hoher Korruption die Unterstützung zu verwehren. Sie bräuchten diese Unterstützung beim Aufbau stabiler demokratischer Institutionen.

Der ganze Artikel auf Welt online: „Europa ist korrupter geworden“

Haushaltsverhandlungen

Anlässlich der Klausur des Bundeskabinetts in Meseberg, berichtet die Nachrichtenagentur ddp, dass die Minister für Entwicklung, Verkehr und Verteidigung insgesamt €1,8 Milliarden mehr fordern, als in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehenen war. Allerdings bleibt bis dato unklar, welches Ministerium jeweils welchen Betrag gefordert hat.

Ein Artikel zum Thema auf Handelsblatt.com: „Zu Guttenberg, Ramsauer und Niebel wollen mehr Geld“

Anführer der FDLR in Deutschland verhaftet

Die tageszeitung berichtet über die Verhaftung zweier in Karlsruhe und Stuttgart lebender Führer der ruandischen Hutu-Miliz FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas), Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni. Den beiden Männern wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen gegenüber der kongolesischen Zivilbevölkerung vorgeworfen. Laut Bundesanwaltschaft handelt es sich bei den Beschuldigten um die beiden Führungsfunktionäre der Milizenorganisation, so die Nachrichtenagentur AFP. Ruanda hatte schon vor längerer Zeit einen internationalen Haftbefehl auf die Milizenführer ausgestellt.

Die AFP Meldung: „Ruandische Milizen-Chefs lebten seit Jahren in Deutschland“

SAP in Afrika

Das Handelsblatt berichtet, dass der Software-Konzern SAP sich zunehmend den afrikanischen Markt erschließen und seine Software an Kleinbauern, ländliche Krankenhäuser und Ladenbesitzer verkaufen möchte. Der Verfasser des Artikels, Joachim Hofer, zeigt wie SAP Technologie dort bereits zur Wertschöpfungskettenoptimierung beitragen kann: In Südafrika wurden SAP Programme bei Großhändlern eingesetzt. Dies ermöglichte es den Besitzern kleiner Geschäfte, über Programme auf Mobiltelefonen ihre Waren zu bestellen und sich liefern zu lassen anstatt jedes Mal die weiten Entfernungen selbst zurückzulegen.

Schlagworte: Deutschland, Dirk Niebel, Entwicklungszusammenarbeit, EU, Finanzierung von Entwicklung - Doha, Handel, Politik Aktuell, Regierungsführung, Ruanda, Was wir lesen

 



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