Welternährungsgipfel in Rom


17.11.2009 13:30Uhr
von Carola Bieniek

Logo des WelternährungsgipfelsGestern begann der UN-Gipfel zur Nahrungssicherheit, der noch bis Mittwoch in Rom tagt. Die Konferenz bringt etwa 60 Staats- und Regierungschefs, die verantwortlichen UN-Organisationen (wie die Welternährungsorganisation FAO und das Welternährungsprogramm WFP) sowie zahlreiche weitere Delegationen zusammen, um über die politischen Herausforderungen zur Wahrung der weltweiten Nahrungsmittelsicherheit zu beraten.

Die FAO hat die Gipfelteilnehmer aufgefordert, Gelder in Höhe von mindestens $44 Mrd. pro Jahr in landwirtschaftliche Entwicklung zu investieren. Außerdem soll das Jahr 2025 als Zielmarke beschlossen werden, bis zu dem man den Hunger weltweit ausgerottet haben will.
Heute leiden weltweit eine Milliarde Menschen an Hunger und Unterernährung. Das entspricht der doppelten Einwohnerzahl der Europäischen Union. Das Problem wird sich angesichts von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Landflucht eher noch verschärfen. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte daher heute auch, dass die Ernährungssicherheit der Welt nicht losgelöst vom Klimawandel betrachtet werden kann. „Nahrungsmittelsicherheit und Klimawandel sind eng miteinander verflochten“, sagte Ban. Der heutige Gipfel ist entscheidend – ebenso wie Kopenhagen.

Die FAO sagt voraus, dass die Welt bis 2050 etwa 70 Prozent mehr Nahrung benötigen wird. Zugleich aber muss man davon ausgehen, dass Bauern in Regionen die, wie in Afrika, ausschließlich auf Bewässerung durch Regenwasser angewiesen sind, deutlich unregelmäßigere Erträge erwirtschaften werden.

Im Vorfeld des Gipfels gab es bereits Kritik und Diskussionen zur Beteiligung und zu den erwarteten Ergebnissen. Nachrichtenberichte legten den Schluss nahe, der Gipfel werde kaum greifbare Ergebnisse für die Nahrungsmittelsicherheit erbringen. Der Entwurf der Abschlusserklärung, der Ende letzter Woche vorlag, enthielt zwar ehrgeizige Formulierungen, dafür aber kaum Konkretes wie etwa Zeitpläne oder überprüfbare Zielvorgaben. Bislang haben die Teilnehmer lediglich das erste der seit 2001 bestehenden Millennium-Entwicklungsziele bestätigt, nämlich die Zahl der Hungernden bis 2015 um die Hälfte zu reduzieren. Es scheint derzeit unwahrscheinlich, dass weitere, ehrgeizigere Ziele der Uno beschlossen werden.
In den kommenden Tagen werden wir Euch noch weiter zum Ernährungsgipfel auf dem Laufenden halten.

– Beth Adler

Schlagworte: Allgemeines, Beth Adler, FAO, Klimawandel, Landwirtschaft, Politik Aktuell, Welternährungsprogramm (WFP)

 



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