FAO-Gipfel zur Nahrungsmittelsicherheit
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, dass offenbar keine Führungspersönlichkeit aus den Industrieländern an der Konferenz der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) teilnehmen will. Laut FAO sind jährlich 44 Milliarden Dollar an Investitionen nötig, um die Unterernährung zu beseitigen. Aber von bestehenden Entwicklungshilfegeldern werde zu wenig in die Landwirtschaft investiert. Während die FAO darauf hinweist, dass immerhin 31 Mitgliedsländern der FAO ihre Situation entscheidend verbessern konnten kritisiert die FAZ, dass die Organisation nicht benennt oder benennen darf, wenn einzelne Länder ihre Hungerkrisen selbst verschulden.
Tobias Schwab berichtet in der Frankfurter Rundschau, dass zahlreiche NGOs den Gipfel bereits jetzt scharf kritisieren. Armin Paasch, Agrarexperte von FIAN vermisst im Kommunique Hinweise auf “den Ausverkauf von Land in Afrika und Asien an ausländische Staaten und Konzerne“ und auf das „Agrardumping vieler Industrieländer”. Der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann verlangt eine bessere Steuerung der weltweiten Ernährungssicherung über eine Stärkung des verantwortlichen UN-Komitees CFS. Die Chefin von “Brot für die Welt”, Cornelia Füllkrug-Weitzel, kritisierte die Fokussierung auf Steigerung der Nahrungsmittelproduktion als den falschen Weg. Das Problem sei die ungerechte Verteilung. Die Mehrheit der Hungernden seien Kleinbauern. “Sie brauchen Zugang zu Land, Wasser, Krediten und angepassten Anbaumethoden.”
Die deutsche Delegation führt Agrarminsterin Ilse Aigner (CSU) an. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) lässt sich durch seine parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp (FDP) vertreten. Kopp kündigte am Wochenende in der Berliner Zeitung an, die deutschen Hilfen für die Landwirtschaft in Entwicklungsländern zu erhöhen. Zu den 20 Milliarden Dollar, welche die G8-Staaten im Juni zugesagt hätten, trage Deutschland in den nächsten drei Jahren drei Milliarden Dollar bei.
Vor Kopenhagen
Bundesumweltminister Norbert Röttgen appelliert vor dem UNO-Umweltgipfel in Kopenhagen an die USA, ein Klimaschutzabkommen nicht scheitern zu lassen. Dem Magazin Focus sagte er in einem Interview, dass es um eine Schicksalsfrage gehe: “Überlebt unser Planet oder geht er bald unter?” Werde der Klimawandel nicht gestoppt, würden Hunderte Millionen Menschen in Afrika von Wassermangel bedroht. Dann drohe ein “gigantisches Flüchtlingsdrama”. Bild und Welt berichten ebenfalls.
Migration
Judith Raupp berichtet in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung über den 64-jahre alten Senegalsen Sanou Mbaye, der die Gründung eines kostenlosen Überweisungsdienstes für die Überweisungen afrikanischstämmiger Gastarbeiter in ihre Heimat plant. Diese Rücküberweisungen sind für zahlreiche Entwicklungsländer von herausragender volkswirtschaftlicher Bedeutung.
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