Zeitungsschau – 13. November 2009


13.11.2009 16:56Uhr
von Carola Bieniek

Hungersnot in Ostafrika

Zahlreiche Medien berichten heute über die Hungersnot in Ostafrika und den anstehenden FAO Gipfel zur Nahrungsmittelsicherheit in Rom. Judith Raupp spricht in der Süddeutschen Zeitung von politischem Versagen, da verschiedene UN-Organisationen, die den Hunger bekämpfen sollen, oftmals mehr gegen – statt miteinander arbeiten. AFP zufolge, warnen Hilfsorganisationen wie Oxfam vor einer wachsenden Verelendung in Entwicklungsländern. Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale sagte dem Tagesspiegel, dass das Problem durch die Landnahme reicher Staaten oder Investoren noch verschlimmert würde. Diese kauften Land in Afrika oder Asien zu Spottpreisen, um sich vor möglichen Nahrungsmittelengpässen zu schützen oder zu spekulieren. In Äthiopien sind 13,7 Millionen Menschen von ausländischer Nahrungsmittelhilfe abhängig. Geberländer sollten statt Nahrungsmittel zu importieren, vielmehr lokal produzierte Lebensmittel kaufen. Oxfam fordert eine stärkere Vertretung der Entwicklungsländer im Welternährungskomitee und verbindliche Zeit- und Aktionspläne.

Zum Weiterlesen auf Entwicklungspolitik online: „Welternährungsgipfel: Letzte Chance für Kehrtwende”

Tourismus und Entwicklung

Zeit online berichtet über Kenia und die große Bedeutung des Tourismus für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Benjamin Dürr schreibt, dass die gewalttätigen Auseinandersetzungen Anfang 2008 und die kurz danach einsetzende Finanzkrise die Tourismusbranche in Kenia schwer getroffen hätten. An jedem Hotelbett hingen normalerweise zwei Arbeitsplätze, doch die Zahl der Hotelreservierungen z.B. im Hilton in Nairobi, fiel seit Anfang 2008 um gut ein Viertel von 105.000 auf 78.000. 70 Millionen Menschen leben in Entwicklungsländern vom Tourismus.

Der ganze Artikel auf Zeit online: „Keine Eier für das Hilton”

“Angolagate”

Spiegel online sowie die Süddeutsche Zeitung und Der Tagesspiegel berichten heute über den „Angolagate“-Prozess in Frankreich. Der frühere französische Innenminister Charles Pasqua hat dem ehemaligen Staatspräsidenten Jacque Chirac Mitwisserschaft im Skandal um illegalen Waffenhandel mit Angola vorgeworfen. Die gesamte Staatsspitze sei in die damaligen dubiosen Geschäfte eingeweiht gewesen, sagte Pasqua. In dem Prozess geht es um Waffenlieferungen an Angola im Wert von 790 Millionen Euro für den Präsidenten Eduardo dos Santos, der zwischen 1993 und 1998 die UNITA Rebellen bekämpfte. Die Vereinten Nationen hatten aufgrund des Konfliktes ein Waffenembargo verhängt.

Der ganze Artikel auf Spiegel online: „Ex-Minister erhebt schwere Vorwürfe gegen Chirac”

Schlagworte: Äthiopien, Frankreich, Politik Aktuell, Regierungsführung, Was wir lesen

 



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