Eva Joly über Korruption in Afrika und die Rolle großer Unternehmen
Die tageszeitung (taz) druckt heute ein Interview mit Eva Joly mit dem Titel: „Afrika wird geschmiert, wir schmieren“. In dem Interview spricht Joly, ehemalige Untersuchungsrichterin mit Schwerpunkt Korruption und für die französischen Grünen im Europaparlament, über Korruption in Afrika. Joly kritisiert, multinationale Unternehmen, darunter etwa das Transport und Logistikunternehmen Bolloré, seien mit unverantwortlichen Geschäftstaktiken für die anhaltende Korruption in vielen afrikanischen Ländern mit verantwortlich. Der Chef von Bolloré, Vincent Bolloré, sei darüber hinaus ein enger Freund des französischen Premiers Nicolas Sarkozy. In ihrer jetzigen Funktion als Vorsitzende des Ausschusses für Entwicklungszusammenarbeit des Europäischen Parlaments betont sie, dass arme Länder stark unter der Finanzkrise zu leiden hatten und deshalb größere Unterstützung der EU benötigten. Sie zeigt sich besorgt darüber, dass die EU keine Mittel habe, um Entwicklungsländer ausreichend in ihrem Kampf gegen extreme Armut und die Folgen von Finanzkrise und Klimawandel zu unterstützen. Deshalb unterstützt sie auch die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen, um das europäische Budget für Entwicklungszusammenarbeit dadurch erhöhen zu können.
Das ganze Interview: „Unsere Unternehmen schmieren Afrika”
Mosambik
Die Welt, AFP und dpa berichten, dass Mosambiks Präsident Amando Guebuza mit einer überwältigenden Mehrheit von 75 Prozent in seinem Amt bestätigt wurde. Im Kampf um die insgesamt 250 Sitze im Parlament konnte seine Frelimo Partei die Zahl der Sitze von 160 auf 191 erhöhen. Die Wahl am 28. Oktober war die vierte nationale Wahl nach 16 Jahren Bürgerkrieg im Land, der durch die Etablierung einer parteienpluralistischen Demokratie im Jahr 1994 endete.
Die AFP Meldung zum Thema „Präsident Guebuza in Mosambik klar wiedergewählt“
UNICEF Bericht zur Unterernährung bei Kindern
Die tageszeitung und Die Zeit berichten über den neuesten UNICEF Bericht, der am Mittwoch im Vorfeld des dreitägigen FAO Gipfels zur Nahrungssicherheit in Rom veröffentlicht wurde. Dem Bericht zufolge leiden beinahe 200 Millionen Kinder wegen Unterernährung an geistigen und körperlichen Entwicklungsverzögerungen. Mehr als 90 Prozent dieser Kinder leben in Afrika und Asien. Jeder dritte Todesfall bei unter Fünfjährigen in Entwicklungsländern könne auf unzureichende Ernährung von Kind oder Mutter zurückgeführt werden, heißt es in dem Bericht „Tracking Progress on Child and Maternal Nutrition“. In Asien könnten dennoch einige Erfolge verzeichnet werden: die Zahl der wegen Unterernährung entwicklungsverzögerten Kinder sank von 44% im Jahr 1990 auf 30% in 2008. In Afrika gab es ebenfalls Erfolge zu vermelden, wenn auch weniger deutlich: Die Quote verringerte sich im gleichen Zeitraum von 38% auf 34%.
Der Artikel auf Zeit online: „UN Millionen Kinder durch Hunger wachstumsgehemmt“
Neue Ausrichtung der amerikanischen EZ
Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über Rajiv Shah, der früher für die Gates Stiftung arbeitete und die letzten fünf Monate im US Landwirtschaftsministerium tätig war. Shah wird höchstwahrscheinlich Direktor von USAID, der staatlichen Behörde der USA für Entwicklungszusammenarbeit. Der Verfasser des Artikels, Reymer Klüver, schreibt, dies werde kein einfacher Job für Shah. Er müsste „nichts weniger als Amerikas Entwicklungshilfe von Grund auf reformieren.“ Die Behörde sei in den vergangen Jahren stiefmütterlich behandelt worden und entgegen dem allgemeinen Trend der personellen Expansionen verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter um 40%. Klüver kritisiert, dass auch mit Obama im Amt, der Chef-Posten bei USAID für zehn Monate unbesetzt blieb und führt als Grund umständliche Einstellungsprozeduren des Weißen Hauses an. Shah müsse nun die Behörde wieder aufbauen und vor allem die amerikanische Entwicklungszusammenarbeit reorganisieren, die unter Fachleuten als unkoordiniert gelte.
Die EPO Meldung zum Thema: „Obama nominiert Rajiv Shah als USAID Administrator“
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