Die G7 nutzt nicht alle ihre Möglichkeiten zur Bekämpfung globaler Armut

29.10.2009 18:30Uhr
von ONE Deutschland

Am letzten Donnerstag veröffentlichte das Center for Global Development (CGD) den Commitment to Development Index (CDI) für 2009. Dieser listet reiche Staaten nach ihrer Politik zur Unterstützung von Entwicklungsländern. Der CDI wird seit 2003 veröffentlicht mit dem Gedanken, über die Messung von Hilfszahlungen hinaus herauszufinden, ob sich die Industriestaaten an ihre Versprechen in allen entwicklungspolitisch relevanten Bereichen halten. 22 reiche Nationen werden so nach den politischen Rahmenbedingungen und den tatsächlichen Handlungen eingeordnet, mit denen sie arme Nationen dabei unterstützen, bessere Lebensstandards, bessere Regierungen und mehr Sicherheit zu erlangen. Im Detail werden die Länder in sieben Kategorien beurteilt: Höhe und Qualität der Entwicklungshilfe, Handel, Investitionen, Migration, Umwelt, Sicherheit und Technologie.

Schweden führt die Liste in diesem Jahr an. Von den G7- Staaten, also den am weitesten industrialisierten Staaten der Welt, hat es keiner in die Top 10 geschafft: Kanada liegt auf Platz 11, direkt dahinter teilen sich Frankreich, Deutschland und Großbritannien den 12. Rang. Die USA haben es gar nur auf den 17. Platz geschafft: mit Bestmarken im Bereich Handel, aber den schlechtesten Werten im Bereich Entwicklungshilfe. Als Gruppe hat die G7 die besten Werte in den Bereichen Investitionen und Handel erzielt, die schlechtesten Werte erzielte die G7 in den Bereichen Entwicklungshilfe und Migration. Dabei befinden sich Kanada, die USA, Japan und Deutschland in etwa auf dem selben Level wie 2008. Großbritannien hingegen fiel von 6 auf 12, insbesondere weil das Land weit schlechtere Werte in den Bereichen Entwicklungshilfe und Sicherheit erzielte als noch im Jahr zuvor. Frankreich stieg von 16 auf 12 und auch Italien verbesserte sich vom 20. auf den 18. Rang. Südkorea, welches erst zum zweiten Mal im CDI berücksichtigt wurde, verbleibt weiterhin auf dem letzten Platz.

Zusammenfassend stellt der CDI fest, dass die G7 nicht ihr gesamtes Potential zur Bekämpfung globaler Armut nutzt: „Es sind Staaten wie die USA, Deutschland, Frankreich, Japan und andere, die absolut gesehen zahlreiche Verbindungen und Möglichkeiten haben, in armen Ländern einen Unterschied zu machen“, sagte Nancy Birdsall, Präsidentin des CGD. „Ihr Versagen, diese auszunutzen, bedeutet für das Streben nach wirklich global geteiltem Wohlstand einen herben Rückschlag.“

– Pooja Gupta –

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Schlagworte: Deutschland, Entwicklungszusammenarbeit, Frankreich, Großbritannien, Handel, Italien, Japan, Kanada, Politik Aktuell, Pooja Gupta, Regierungsführung, Schweden, USA, Wirksamkeit

 

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