Allzeithoch bei Impfungen


23.10.2009 17:30Uhr
von Carola Bieniek

Obwohl weltweit mehr Kinder geimpft werden, erhalten noch immer fast 24 Millionen Kinder keine lebensrettenden Impfungen. Das gaben UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Weltbank in dieser Woche bekannt. Diese oftmals stark gefährdeten Kinder zu erreichen würde geschätzte $1 Mrd. pro Jahr kosten.

Diese neuen Daten stammen aus dem von den drei Organisationen verfassten Bericht The State of the World’s Vaccines and Immunization. Demnach wurden 2008 so viele Kinder wie noch nie zuvor – 106 Millionen – geimpft. Dabei kam der GAVI Alliance eine entscheidende Rolle zu. Die Partnerschaft von öffentlichen und privaten Gebern, die sich für den Zugang zu neuartigen und nicht genutzten Impfstoffen einsetzt, hat seit ihrer Gründung im Jahr 2000 die Impfung von 200 Millionen Kindern ermöglicht und somit 3,4 Millionen unnötige Todesfälle vermieden.

Erst kürzlich hatte UNICEF mitgeteilt, dass im letzten Jahr die Zahl der Todesfälle bei Kindern zum ersten Mal unter neun Millionen – auf 8,8 Millionen – gefallen ist. Dieser Fortschritt ist Dank der zusätzlichen Impfungen, der Nutzung von mit Insektizid behandelten Netzten zum Schutz gegen Malaria und der Gabe von Vitamin-A-Präparaten möglich gewesen. Allerdings sterben drei Millionen Kinder weiter allein an zwei Ursachen: Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen. Zwar gibt es neue Impfstoffe, die helfen könnten, den Großteil dieser Todesfälle zu vermeiden. Doch diese stehen in den ärmsten Ländern der Welt noch immer nicht zur Verfügung.

In den kommenden Monaten und Jahren wird die GAVI Alliance der Hauptmechanismus zur Verbreitung dieser neuen Impfstoffe in den am stärksten betroffenen Ländern sein. Mithilfe zusätzlicher Unterstützung der Geber plant GAVI bis 2015 die Einführung eines Impfstoffes gegen das pneumococcus Bakterium, welches die Lungenentzündung verursacht, in 42 Ländern. Im selben Zeitraum soll in 44 Ländern ein Impfstoff gegen das Rotavirus, welches Durchfallerkrankungen verursacht, eingeführt werden.

Insgesamt können diese Maßnahmen bis 2030 geschätzte elf Millionen Kinderleben retten. Wir von ONE freuen uns darauf, GAVI, die Geber und andere Partner bei der Realisierung dieser Pläne unterstützen zu können.

– Nora Coghlan –

Schlagworte: GAVI Alliance, Gesundheit von Müttern und Kindern, Malaria, Politik Aktuell, UNO, Weltbank, Weltgesundheitsorganisation (WHO)

 



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