Bericht vom 1. World Health Summit in Berlin: Nächstes Mal geht’s besser


20.10.2009 17:30Uhr
von Andreas Hübers

In Berlin fand letzte Woche der erste World Health Summit statt. Veranstaltet wurde er von der Berliner Charité und anderen Mitgliedern der M8 (Medical8), einem Zusammenschluss von einflussreichen medizinischen Forschungseinrichtungen. Obwohl ein Großteil der Veranstaltung sich mit der Zukunft der Gesundheitssysteme westlicher Länder beschäftigte, gab es einige interessante Programmpunkte, die direkt mit der Gesundheitssituation in Entwicklungsländern zu tun hatten. Damit der Gesundheitsgipfel in Zukunft auch den Zusatz „Welt-“ verdient, sollten die Veranstalter die nun jährlich stattfindenden Gipfel aber stärker auf die Bedürfnisse in den Entwicklungsländern richten. Veranstaltungen wie „Raumfahrtmedizin: Ergebnisse für die Anwendung auf der Erde, Herausforderungen für Langzeitaufenthalte auf Mond und Mars“ sind zwar spannend, die Lösungen für die größten Gesundheitsherausforderungen unserer Zeit – Malaria, HIV/Aids und die Sterblichkeit von Müttern und Kindern – müssen nicht auf dem Mond gesucht werden.

Besonders interessant war der Vortrag eines tansanischen Studenten an der Charité. Er berichtete, dass die Hälfte aller medizinischen Fachkräfte Tansania aufgrund der schlechten Bezahlung im Land (ein Arzt verdient in Tansania höchstens $400) und der schlechten Ausstattung der Krankenhäuser verlassen. Die Stärkung der Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern durch bessere Ausstattung der Krankenhäuser, mehr Fachkräfte sowie der Zugang zu Medikamenten sind die Themen, an denen sich die Zukunft der öffentlichen Gutes Gesundheit entscheidet.

Insofern ist zu begrüßen, dass es erste Signale gibt, dass der Weltgesundheitsgipfel 2010 sich stärker mit den Problemen befassen wird, die die Ärmsten der Welt am stärksten betreffen. Die Zivilgesellschaft hatte das in einem Parallelgipfel gefordert. ONE wird gespannt verfolgen, welche Initiativen die M8 zur Bekämpfung der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit ergreifen und unterstützen wird.

– Andreas Hübers –

Schlagworte: Andreas Hübers, Gesundheit von Müttern und Kindern, HIV/Aids, Malaria, Tansania, Tuberkulose

 



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