Welthungerindex 2009
Gestern wurde in Berlin der Welthungerindex vorgestellt und beinahe alle großen Zeitungen berichten heute darüber. Der Welthungerindex ist eine Ergänzung zum Bericht zum Stand der Nahrungsmittelsicherheit der FAO und ein gemeinsames Projekt vom International Food Policy Research Institute (IFPRI), der Welthungerhilfe und der irischen Organisation concern international. Zum ersten Mal wurden Hunger und geschlechterbezogene Ungerechtigkeit auf Verbindungen untersucht und es zeigte sich, dass verhältnismäßig weit mehr Frauen auf der Welt von extremem Hunger betroffenen sind. Insgesamt 1,2 Milliarden Menschen hungern auf der Welt, der Großteil in Asien und Afrika. Im Afrika südlich der Sahara allein hungern 265 Millionen Menschen, be-richtet die Süddeutsche Zeitung. Die Zahl der weltweit hungernden hat damit zum ersten Mal seit 1970 die Eine-Milliarde-Marke übersprungen; dennoch bleibt der Anteil an der Weltbevölkerung proportional kleiner, da diese sich diese der Sieben-Milliarden-Marke nähert. Ousmane Badiane, Afrika Direktor des IFPRI, nennt bewaffnete Konflikte und schlechte Regierungsführung als die beiden stärksten Verursacher von Hunger in Afrika. Pia Heinemann schreibt in der Welt: Die Mittel sind längst da. Doch der Welthunger ist ein Armutszeichen für Menschen, die in der Lage sind, Tiere zu klonen, Menschen auf einer Raumstation wohnen zu lassen und Medikamente zu entwickeln, die gegen schwere Krankheiten helfen. Heinemann nennt Bildung den Schlüssel, um Armut und somit Hunger zu überkommen und führt Singapur als leuchtendes Beispiel an. Wichtig wäre also, dass die Entwicklung von innen heraus kommt, sie zweifelt aber an den Selbstheilungskräften einiger afrikanischer Staaten.
Bill und Melinda Gates Stiftung
Spiegel online portraitiert sehr ausführlich die neue Ausrichtung der Arbeit der Bill und Melinda Gates Stiftung. Während die Stiftung seit Beginn einen Schwerpunkt auf gesundheitsbezogene Projekte und Initiativen legte, wende sie sich nun dem Problemfeld der Nahrungsmittelsicherheit zu. Bei einer Expertendiskussion in Iowa letzte Woche ermahnte Bill Gates Geber, Regierungen, Wissenschaftler, Bauernverbände und Umweltaktivisten gemeinsam entschieden die ärmsten Kleinbauern zu unterstützen. Die Autorin des Artikels, Bornhöft, zählt einige erfolgreiche Initiativen, die von der Gates Stiftung unterstützt werden, auf, beleuchtet aber auch die umstrittene Beteiligung am Agra Projekt. Agra erhält einen großen Teil der Ressourcen der Stiftung und ist mit dem Agro-Business verbunden. Kritiker fürchten, dass diese Initiative zum Türöffner für umstrittene, genetisch manipulierte Produkte, zum Beispiel beim Saatgut, werden könnte. Bill Gates hält aber dagegen: „Die nächste Grüne Revolution muss grüner werden als die erste”, sagt Gates, „sie muss gesteuert werden von den Kleinbauern, angepasst sein an die lokalen Bedin-gungen, und sie muss nachhaltig sein für Wirtschaft und Umwelt. Gegenwärtig werde der Kampf gegen den globalen Hunger behindert durch einen ‚ideologischen Keil‘: Zur Steigerung der Produktivität setzten manche auf Technologie, ohne Umwelt und Nachhaltigkeit genügend Beachtung zu schenken. Andere Gruppen reagierten ablehnend gegenüber jeder Anstrengung zur Steigerung der Produktivität.” „Das ist eine falsche Alternative”, so Gates, „wir brauchen beides, Produktivität und Nachhaltigkeit – und das ist möglich.”
Simbabwe – politischer Gegner Mugabes verhaftet
Roy Bennett, ein beliebter und prominenter Unterstützer von Morgan Tsvangirai, dem Premierminister von Simbabwe, wurde am Mittwoch verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Mugabe lässt seinen Gegner Bennet einsperren.“ Bennett zählt zum Kern der Reformpartei MDC und gilt als einer der populärsten Politiker im Lande. Er ist designierter Vize-Agrarminister in Simbabwes fragiler Regierung, in der sowohl die alten Kräfte Mugabes als auch der neue Premier Morgan Tsvangirai und dessen Team sitzen. Nun muss er sich wegen illegalem Waffenbesitz und versuchter Rebellion verteidigen; er streitet diese Vorwürfe aber ab.
Investitionen für Afrika
Handelsblatt online schreibt heute: „Afrika zieht Investoren an.“ Der Zeitung zufolge ist Afrika als Markt für Investitionen im Wachstum begriffen. Lediglich schlechte lokale Be-dingungen in den Bereichen Sicherheit, Infrastruktur und marktwirtschaftliche Grundord-nung lassen viele potentielle Investoren noch zögern. Der Aktienindex MSCI EFM Africa, der die Wertentwicklung der Aktienbörsen des Kontinents reflektiert, hat seit Jahresanfang 38,4 % zugelegt – im Vergleich zu 69,5 % in den Schwellenländern und lediglich 22,5 % weltweit. Die Vereinten Nationen haben ein wirtschaftliches Wachstum von 4,5 % für das Jahr 2010 für Afrika errechnet. Die Fachleute sind sich einig: Afrika verfügt über riesiges Entwicklungspotenzial. Dem Handelsblatt zufolge, hat das niemand so sehr erkannt wie die politischen Führer in Peking.
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