Uns erwartet ein voller Tag. Wir machen uns deshalb früh auf den Weg in Richtung Kilimandscharo zur Stadt Moshi. Hier besuchen wir die Ergebnisse von Projekten, die IFAD, der Internationale Fonds zur Förderung von landwirtschaftlicher Entwicklung, unterstützt.
Zunächst besuchten wir Shiri, eine Gruppe von 13 Frauen, die im Jahr 2000 die Idee hatten, die Ernteüberschüsse aus ihren eigenen Gärten und von ihren kleinen Feldern zu konservieren. Und so erhielten sie nicht nur die Anleitung zum Bau von Trockenböden, sondern auch Unterstützung beim Aufbau eines Vertriebs der getrockneten Waren. Shiri verkauft ihre getrockneten Mangos, Bananen und Hibiskusblüten, Kräuter, Ingwerpulver und, und, und nicht nur lokal in Moshi selbst sondern auch an Supermärkte bis nach Daressalam.
Was mir an diesem Projekt besonders gut gefiel, ist, dass es umfassend ist: die Frauen haben zunächst einmal die Möglichkeit, für den Eigenbedarf Waren zu konservieren, die andernfalls verderben würden (zum Beispiel die Mangos und Bananen). Darüberhinaus sind sie aber in der Lage, einen teilweise erheblichen Beitrag zum Unterhalt ihrer Familien zu leisten – für Nahrung, Schulbücher oder Medikamente – indem sie Überschüsse verkaufen. Wie Ana, die Vorsitzende der Gruppe es ausdrückte: „Seht mich an. Es geht mir gut. Die Kleidung, die ich trage. Ich esse gut. Ich kann meine Familie ernähren.“
Die Unterstützung für das Projekt lief übrigens 2005 aus. Das hindert die Damen aber nicht daran, neues zu planen: derzeit müssen sie mehrere Kilometer weit fahren, um ihre Produkte verpacken und etikettieren zu lassen, schließlich werden nur bei Einhaltung von hygienischen Standards Supermärkte zu Großabnehmern. Das Ziel der Frauen ist es nun, im Dorf eine Verpackungseinrichtung in Betrieb zu nehmen, die dann auch von anderen Produzenten genutzt werden kann.
– Carola Bieniek –
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