Die Gesundheit von Müttern und Kindern ist noch immer hochsensibel und in Ländern wie Tansania um ein vielfaches stärker bedroht als in Deutschland. Tansania hat sich daran gemacht, dies Schritt für Schritt zu verbessern. Eine Maßnahme: die Gesundheitsversorgung von werdenden Müttern und Kindern bis zu fünf Jahren ist kostenlos. „Gesundheitsversorgung“ heißt es natürlich immer im Rahmen der lokalen Möglichkeiten. Was das bedeutet, erleben wir in der Ngarenaro-Klinik für Gesundheit von Müttern und Kindern.
In Ngarenaro umfasst die gesundheitliche Versorgung die Untersuchung der Mütter. Hierfür gibt es allerdings nicht einmal ein Ultraschallgerät, so dass Untersuchungen des kindlichen Herzschlags über ein Horchrohr erfolgen. Die Klinik bietet eine umfassende Begleitung der Schwangerschaft und der Neugeborenen. Das umfasst natürlich die eigentliche Geburt. Außerdem werden die Mütter und die Kinder mit Impfungen unter anderem gegen Hepatitis, Mumps-Masers-Röteln und Tollwut betreut. Mit HIV-Tests, mit Medikamenten für HIV-positive Mütter, um während Geburt und Stillzeit die Übertragung des Virus auf das Kind zu verhindern, wenden die Ärzte und Schwestern in Ngarenaro mit zunehmendem Erfolg ab, dass sich HIV/Aids weiter verbreitet. Auch die Säuglinge werden bei Krankheiten von Malaria über Durchfall bis hin zu Atemwegserkrankungen von Dr. Solomon Ole und seinem Team rundum versorgt.
Probleme gibt es auch hier: Derzeit ist der einzige Krankenwagen, der die Mütter im Notfall zur nahegelegenen Klinik bringen könnte, kaputt. Also muss sich die Patientin auf ein Motorrad setzen – egal, ob sie gerade in den Wehen liegt, oder was auch immer das Problem sein mag. Wenn sie dies nicht kann, muss die Familie eine Fahrgelegenheit auftun; und bleibt nur all zu oft auf Kosten sitzen, die sie mühevoll über Monate abbezahlen muss. Da überrascht es nicht, dass im Gespräch mit den Müttern wiederum scheinbar kleine Wünsche genannt werden, die im Ernstfall aber über Leben und Tod entscheiden können: ein Ultraschallgerät, einen Sterilisator oder ein weiterer Krankenwagen. Am besten fasste es meines Erachtens nach der Gesundheitskoordinator des Bezirks, Dr. Solomon Ole, zusammen: „Vorbeugen ist besser als heilen. Medikamente zur Heilung von Krankheiten sind wichtig. Aber wie wäre es, wenn diese Krankheiten gar nicht erst auftreten würden?“
– Carola Bieniek –
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