Gesundheit und Armut sind in Tansania untrennbar miteinander verbunden. So gibt es in Tansania pro 100.000 Menschen nur zwei Ärzte (verglichen mit 370 in Deutschland). 67 % aller Tansanier haben keinen Zugang zu elementarer sanitärer Versorgung, und 45 % haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.
HIV/Aids
In Tansania gibt es geschätzte 970.000 Aids-Waisen und geschätzte 1,4 Millionen Menschen, die mit HIV/Aids infiziert sind. Dies entspricht 6,2 % der erwachsenen Bevölkerung.
Eines der größten Probleme beim Kampf gegen Aids in Tansania ist das Fehlen ausgebildeter Ärzte und Pfleger. Die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen ging in den vergangenen Jahren in Tansania erheblich zurück. Zum großen Teil war dies Folge des Druckes, der von IWF und Weltbank in den 1990ern ausgeübt wurde, um Tansania zur Senkung der öffentlichen Ausgaben zu zwingen (die so genannte Politik der strukturellen Anpassung). Neben dem fehlenden Personal fehlt es dem Land auch an einer ausreichenden Infrastruktur: öffentlicher Nah- und Fernverkehr, Labore und Einrichtungen zur Behandlung und Pflege von Patienten.
Der Globale Fonds für die Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria
Der Globale Fonds finanziert Programme, die von den Empfängerländern selbst entwickelt wurden. In Tansania sind dies neun Projekte: drei für die Bekämpfung von HIV/Aids, eines zur Bekämpfung von Tuberkulose, eines zur gemeinsamen Bekämpfung von HIV/Tuberkulose und vier zur Bekämpfung von Malaria. Die Ausgaben zur Unterstützung dieser Programme belaufen sich auf insgesamt $795,8 Mio..
Malaria
Wie in den meisten Ländern in Afrika stellt die Malaria auch in Tansania ein großes Gesundheitsproblem dar, weil nahezu die gesamte Bevölkerung in Gegenden lebt, in denen mindestens einen Monat pro Jahr Ansteckungsgefahr besteht. 2006 wurden 11,5 Millionen Fälle gemeldet. Die Mehrzahl der Erkrankten litt unter der schweren Form Plasmodium falciparum.
Die größten Leidtragenden der Malaria sind Kinder im Alter unter 5 Jahren und schwangere Frauen. Der nationale Strategieplan Tansanias zur Bekämpfung von Malaria setzt folgende Schwerpunkte: Bereitstellung einer sofortigen und wirksamen Behandlung, Verteilung von Moskitonetzen und Sprühen von Insektiziden in Wohnungen und Häusern, Behandlung schwangerer Frauen und Präventivmaßnahmen, um auf Ausbrüche vorbereitet zu sein. In den vergangenen Jahren gab es erhebliche Fortschritte, dennoch steht Tansania vor großen Herausforderungen: Schwangere Frauen und Kinder erreichen häufig nicht rechtzeitig ein Krankenhaus, die Aufklärung über eine wirksame Prävention muss verstärkt werden und die Behandlungskosten müssen bei steigender Verfügbarkeit einer Behandlung sinken.
Im Juni 2009 startete das tansanische Gesundheits- und Sozialministerium die Underfive Catch-Up Campaign zur Verteilung von 7,2 Millionen Moskitonetzen für Kinder unter fünf Jahren. Ziel der Kampagne ist es auch, jeden Haushalt mit zwei kostenlosen Netzen auszustatten. Zudem setzt die Regierung ihr Programm zur Finanzierung von Moskitonetzen für schwangere Frauen fort.
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